Wappen von Musbach Obermusbach

Urkunden von 1506



Im Hauptstaatsarchiv befindet sich das Kopialbuch H102/63 Band 4. In diesem Buch finden sich Niederschriften die hier editiert werden.


 
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Articul uß dem Vertrag, Betreff-
endt, die Inthumb zwischen denen
von Obermuspach und denen von
Dornstett, Undermuspach und
Anderen, der zur fart Halber im
dornstetter Hart.

1506
Itm die Irrungen und penn halb, die von
Obermuspach, des gotzhaus angehörigen
als Clegrer, wider die von Dornstetten, Under-
muspach, Halwangen und anderer mit
verwanten, in das waldtgeding gehörig be-
treffendt. Uff den Artickhul von unseren
gnedigen Herrn den Margraffen, von wegen


der von Obermuspach über schickhs also laut-
ende. Item die von Dorstetten, entsetzen
das gotzhauß angehörigen zur Obermuspach
Irrer Zurfart, so sye in angewäldt und
gegent, genant die Dornstetter Hart, Handt
und haben inen Ir Vieh genommen, das
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nidergeschlagen, und verzert, und so sye also
mit gewalt, von Irrer gerechtigkheit, und
Pruch geleungen, fordern das wider Insitzung
und umb das genommen Abfrag und bekhenung,
haben wir die verordneten Rethe, egemelt
Partheyen, mit Irrem wißen und willen
in der gründligkheit also geaint, vertragen
und entscheiden, Anfangs das die gemelten
von Obermusbach, bey Inzeigung Irrer
märckh und gezüeckhs, unuerhündert menig-
lichs halb Pleyben, und namblichen, Leib,
und trath, und den waidgang, mit allem
Irrem vieh, auch brauchung und mistung
wasser, wune, waidt, holtz, feldt und waldt
haben sollent, Innerhalb des gezieckhs
Irren marckh und Verkünhung, darf den
so in das Waldtgeding gehörn, hirmit on-
benommen Irrer gerechtigkheit, so sye 

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anzeigen und vermeinen Zurhaben, so
uer und weith der gezüekh, solches Waldt-
gedings lang ungerlich, und lautet die
anzeigs der von Obermuspach verkhünd-
ung Also von wort zur wort.
Weithreichen, und aigenschafft des Dorffs
Obermuspach. Item sye hebt an, an
dem Dürrenbach, und gehet uss dem Dür-
renbach, biß in die mühlhalden, und das
gründtlin auf, biß in den Alten münch

weg, und den weg rin, biß in Hannßen
Reüthin, uß Hannßen Rüthin aber biß in
münchweg, von dem münchweg biß in
Schaidtgrundt, und uß dem Schaidtgrundt
biß in die Schneschlaiffen, zwischen Reich-
enbach und muspach und die Loch Ine
zwischent Ilenperg und muspach

 
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biß uff den weyler weg und den weg
einen, biß an den grunde, und denselbi-
gen grundt eine biß uff das eschenriedt
und uß dem Eschenriedt, den glatbron-
nen ab und ab, doch nit hiniber, biß
in mandelsbronnen, uß dem mandels-
bronnen biß in den Pfaffenbronnen
und uß dem Pfaffenbronnen in Dorn-
enbühel, uß dem Dornenbühel wider
in den Dürrenbach. Ferner so ist zwischen
gemelten Partheyen von uns den
verordneten Rethen, sovil beredt und ge-
handtlet, das die von Obermuspach, für
sich Irre Erben und Nachkommen sich bege-
ben und verzigen haben, Irrer ange-
zeigten Zurfart, Inn das Dornstetten hardt,
Also und der gestalt, das sye sich denselbi-
gen Zurfart hinfüro nit mehr gebrauchen
 
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sollendt. Weither haben wir die verord-
neten Rethe, aber mit wisssen und verwilli-
gen der Partheyen, Zwischen inen also entschey-
den, das die gesehen Pfandungen, durch der Pan
und die vorderungen von des Viehs wegen
den von Obermuspach in Pfandungs weyste
genommen, gantz und allerdings abr sollen
sein, doch den genanten von Obermuspach
zur etwas wider legung und ergetzung,
Irres genommen Viehs, haben die vonen
Dornstett, sampt den verwanten des Waldt-
gedings durch Hernach benant in verordnet
Banwäldt, Bund gewalt habrer, den von
Obermuspach güttlichen gewilligs, und
Zurgelaßen das sye die von Obermuspach
das Holtz am Dürrenbühel, Sanct Martins
bühel und im Schnakenloch jezo stende
zur disem mahl wegen abhaueren, und

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Ins gefallens, Als mit Irrem aigen gurth
handlen, und nach disem ersten abhauen-
en solches Holtz, soll es dan fürterhin Pfley-
ben, bey Jedes Theyls gerechtigkeit, und
wie heruorlauth des entschidtz angezeigt
und begriffen ist, Also das darnach am
solchen Holtz grundt und bodes jedentheil
ein gemeiner niestung haben solle, und
sollen die von Obermuspach, das ange-
zeugs Holtz, In den nechsten vier Jahren
nach dato dis entscheydtz, abzurhauwen
macht, und hernach das lenger mit frist
haben, Also wo das Holtz, noch Verscheinung
der vier Jahr, durch die von Obermuspach
nit abgehauwen wern, soll es den wider
gemeinsam noch lauth des entscheydtz,
Item der einungen, oder Rurgungen halb
haben sich vorgemelte Partheyen, nochuob-

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greder maßen gürttlich mit einander geaint
und vertragen, und namblich uff ein zechtig
Vieh, wo das ungeuohrlich zur Schaden gehet, ge-
seht, uff jedes Haupt in sonder ein Schilling
Heller, Item welcher aber dem anderen geurhr-
lichen mit seinem Vieh zur Schaden fart,
von einem Haupt fünf Schillimg Heller, und
darfür alwegen mit Bekhenung und able-
gung Schadens, dem der zurgefürgt worden
ist, noch neben Leuth erkhommen, mit sünden
der Fleckhen, in welches Fleckhen Marekh
Zwingen und Bennen die beschedigten gürt-
er gelegen seyen, und solches soll sein die
Tag Ruegung, Item so haben sye angese-
hen und die uhe weyde nachtes, an Zehen
Schilling Heller verbotten, und sollendt
es die Partheyen, zur allen Theylen fründt-
lich, ungeuehrlich und nachpurlich der Pfandt,

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ungen und Rurgungen Halb gegen und
mit einander halten, Diesen gürtlichen Ver-
trag handt Martin EPP Burgermeister vom
gericht zur Dornstetten, und Balthasar gluneckh
burger daselbst Bernhart wagner Schultheiß
Conradt Düschhhart ein Richter, Heüntz Düsch-
hart und Hanstlin Steigel, alla von Obermuspach,
Heinrich Vogel, Gürten Bernhart bede von
Haldenwang, Conradt Dürer von Undermuspach,
Alle volmechtig In-
wäldt und gewalthabrer Irrer zur
gewanten, und mit verwanten, Inna-
men geredt, glopt, und von Prochen, bey
Handtgebnen freinen, an geschwornen
Lydtz statt, dem wie firuor stehet ungr-
weygert, getemelich und wie gruchrlich Zur
leben und nach zur khommen, Datum
uff Donnerstag, noch sanol Margrethes

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der Heyligen Junckhfrauwen, den sechs-
zehenden Tag des monatz July von Cristi
unsers lieben Herrn geburt, Als man zalt
fünfzehenhundert und sechs Jahren.
Entnommen aus: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H102/63 Bd. 4.
Aufgeschrieben von Hans Rehberg
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