Wappen von Musbach Obermusbach

Das Lagerbuch von 1667


14-4. Teil - Gebräuche und Gewohnheiten -

 - Wassernutzung -


In diesem Teil werden Gebräuche und Gewohnheiten beschrieben. Da dieser Teil sehr lang ist wurden die vorhandenen Untertitel zur Aufteilung verwendet. 
Der editierte Original-Text ist noch mit Übertragungsfehler behaftet, da die Schrift in Teilen schwer les- und übertragbar ist.
Die Textkommentare sind zur Verständlichkeit mit einem kleiner geschriebenen Text kommentiert.
 

 

Obermuespach
 
Des Fleckhens Alte Gebräuch und Gewohnheiten
 
 
 
Seite 442
Der erste Abschnitt auf dieser Seite handelt noch vom Wegerecht und wurde im vorherigem Kapitel aufgeschrieben.
 
Von Erhaltung der Wasserfallen im Dorff
 
Die Wasserfall oben im Dorff bei Christ Weißers Hoff will die Gemeindt gleichwohl erhalten, hergegen solle Er Weißer das Wasser durch sein Wisen hinab lauffen laßen, daß die Gaß im Dorff nit verrißen werdte.
 
Seite 442b
 
Der Werrbohm bey Georg Morath Hauß solle von jedem welcher das Gueth inhatt, truckhen gehalten werden, Und soll kein Wasser das Dorff hinab lauffen, hingegen mueß der Bach hinder dem Hauß, von der Gemeindt offen gehalten: und nicht vermacht werdten.
 
Die Wasserfall vor Michel Ziflens Hauß mueß die Gemeindt erhalten. Item gehet Ein Grab an Michel Ziflens Garten hinab, solle auch die Gemeindt offen halten, daß der Weg truckhen bleiben thüe.
 
Seite 443
 
So solle ein Grab an Georg Raiblens Garten hinab gehen. Von Michel Seegern an, denn selbigen zuesambt zweer Wasserfallen, mueß ermelten Michel Seeger offen halten, daß der Weg truckhen bleibe.
 
Item ob große Giß oder Gewalt köme, so hatt man macht bey dem Teüch im Prüel, das Wasser uß dem Graben zue richten in die Wisen, daß der Seegmihlen kein Schad geschehe.
 
Eine Wässerungs ußtheilung von dem Aisterbach ist durch denn Undergang denn dritten Marty Anno SechZehnen-
 
Seite 443b
 
hundert Sechzig achte, uff vorkommene Clagen, Und begehren nachbenambter Interehsenten, gemacht worden, folgendermaßen: Daß erstlichen Conrad Ziflen das Wasser bey Georg Masten Veldt ußer dem alten Graben nemmen: Und durch ein Graben uff sein Gueth füehren: Und Sechs Tag wäßeren solle, darnach hat das Wasser Michel Ziflen zway Tag, und letstlichen Christ Weißer Zway Tag, So haben Sie beede der Morath und Weißer das Abwasser von Conrad Ziflen; Und wann der Aisterbach zimblich starckh anlüefft, Und gißig würdt, mögen all Vier zuemahl wäßeren. c.
 
Entnommen aus: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H102/63 Bd. 10. Aufgeschrieben von Hans Rehberg.
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