Wappen von Musbach Obermusbach

Das Lagerbuch von 1667

2. Teil - Der Grenzenverlauf des Dorfes -



 
In diesem Teil wird die Grenze -Weitreiche- von Obermusbach beschrieben.
Interessant hierbei ist, dass bei einem Teil der Grenzsteine die eingemeißelte Nummer des Grenzsteines angegeben ist. Diese Grenzesteine finden wir teilweise heute noch bei unserer Grenzwegwanderung.
 
Der editierte Original-Text ist noch mit Übertragungsfehler behaftet, da die Schrift in Teilen schwer les- und übertragbar ist.
Die Textkommentare sind zur Verständlichkeit mit einem kleiner geschriebenen Text kommentiert.
 

 

Seite 374
Obermuespach
Des Fleckhen aigenthumbliche Weitreiche
 
Die Weitraichen des Fleckhens Obermusbach fahet an, im Dirrenbach, bey dem großen Herrschafft Stein's mit Nro: Sechzig Sechse bezeichnet, gehet hinüb und dem gesig nach am Fahrweg zuer linckhen Seiten hinab in des Gründtlin am Schaffloch bei der gemeinen Straß, da stehet wieder ein Herschafft Stein Nro: Sechzig Sibene, weiset über das Gründtlin hinüb wider uff ein Stein stehet oben an einem Wißrhain, Von dar gehets denn Steinen nach bis auff denn Schaidgrundt in dem ligenden Stein darauff Vornnenher ein Creüz gehawen, darbei ist noch ein hoher Vorst-Stein Nro: Achzig Drey bezeichnet.
 
Seite 374b
 
Von bemeltem ligenden Stain gehet die weitraichen der Schneeschlaiffin oder dem Höchsten: Zwar aniezt denn geschlagenen Lachen nach überein biß uff des Krehenhart, und daßelbig Hardt abhin biß in denn Reichenbacher Weeg, der gehn Muespach gehet, da stehet das Lach an einer Aich uf dem höchsten ob der Staig, Von dannen seindt die Lachen dem höchsten nach überein gemacht biß in denn gemeinen Weg der nach Früdenstatt gehet, daselbst am Weg stehet eine Aichen welche an dreyen orthen gelochet, und mit dem Waldzaichen bezaichnet worden, solche gelochete Aich schaidet das Closter Reichenbach, wie auch die  Flecken Igelsperg und Obermuespach
 
Im 14. Jahrhundert begann man in unserem Raum Grenzen durch Markierungen zu sichern, daher stammt auch der Begriff "Markung". Ursprünglich orientierte man sich an natürlichen, gur erkennbaren Gegebenheiten wie Bachläufen, Brunnen, Bergkuppen, Bergrücken, Gräben, Wegen und Bachmündungen. Auffallend große Bäume nutzte man ebenfalls als Grenzbäume, sie wurden oft als Lach- oder Logbaum bezeichnet. "Lach" oder "Log" kommt vom Althochdeutschen und bedeutet "einhauen" einer Kerbe, einer Markierung.
Grenzsteine wurden auch noch als Markstein, Scheidstein und Lachenstein bezeichnet. (P1
 
Seite 375
 
mit Ihren Weitraichen voneinander, Von solchen Aichen gehet wider denn Lachen nach zwischen Obermuespach und Igelsberg ab und ab biß in das Frechen Mad, und uß der Frechenmad denn Lachen nach abhin biß da deren von Igelsperg und Obermuespach Lachen auffhören, danach gehets das Gründtlin abhin bis in Weiler Staig, und denn Weilerstaig uß un uß bis in das Gesig daß vom Eschenriedter Haupt herkombt, dasselb gesig ufhin bis uff das Eschenrieder Haupt, vom Eschenrieder Haupt hinab zuem Ursprung deß Glattbronnens, warob ein hoher Vorststein  mit Nro: Sechzig Eins, signirt, disen Glattbronnen dem alten Fluß
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Seite 375b
 
und Gesig nach abhin, biß zuem Ursprung des Angelbronnen, auß solchen Angelsbronnen gerad hinüber in den Pfaffenbronnen, auß dem Pfaffenbrunnen in Dornnenbihel, disen Dornnenbihel auß und auß, und darvon gerad überab wider in Dirrenbach, wie zue Anfang gemeldet.
 
 
Entnommen aus: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H102/63 Bd. 10.
(P1 Aus "Pfalzgrafenweiler - Vom gräflichen Jagdsitz zum lebendigen Gewerbeort-. Seite 137,
Aufgeschrieben von Hans Rehberg.
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