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1. ) Die Grenzen zwischen dem Kloster Reichenbach und dem Dorf
Baiersbronn
2. ) Die Landeshohheit über Obermusbach
3. ) Die Strittigkeiten zwischem dem Prior von Reichenbach und denen
von Pfalzgrafenweiler über das Prioratsfisch- wasser in der Nagold am
Weiler-Wald betreffend.
Badisches Generallandesarchiv Karlsruhe
Reproduktion von Dr. Gerhard Wein
1557 ,9.April
„Zu wissen, alls sich nachvolgender Sachen halber nachparliche
Spenn gehalten haben zwischen dem
durchleuchtigen hochgebornnen Fürsten und Hern, Hern Christoffen ,
Hertzo-gen zu Wirtenberg
und zu Teckh, Grafen zu Mumpelgart etc.
An einem , und den durchleuchtigen hoch-und wolgeborenen Fürsten und
Hern, Hern Philiperten, Marggrafen zu Baden und Graven zu Spanheim,
und Hern Wilhelmen Graven zu Eberstein,
auch Hern Valentin Prior zu Reichenbach,
anderen Theil, und allerseits Unterthonen, wie die Puncten zu Puncten
gemeldet werden, daß ire fürstlichen Gnaden und Gnaden auch der Prior, und
Underthonen, sich derselben auf zuvor ettliche Mal gepflegener
Unterhandlung und Güettlichkeit, auch eingenomenes Augen-scheins,
freundtlichen,schwegerlichen, günstlichen, gnediglichen und
undertheniglichen, hiemit und inn Chrafft diß Brieffs, verglichen und
vertragen haben, dem ist also erstlichen,, alls der mindern Zahl anno
dreissig fünffe und sibne bei Regierung weil und deß
durchleutigen hochgebornnen Fürsten und Hern, Hern Ulrichen,
Herzogen zu Würtemberg und zu Teckh, Graven zu Mümppelgart etc. Loblicker
und seliger Gedechnus,
durch seiner fürstlichen Gnaden Vogt zur Dornstetten, Heinrichen
Schöntalern, ettlicher Sachen halber und
Frantzen, Vatter und Sone, die Thonbacher, vf dem vordern Hof am
Thonbach bei Reichenbach gelegen,
fenglich annemen, zu Dornstetten ein Zeit lang verwart
gehalten, und daselbst frefeln und verurpheden lassen, alß solle
angeregter Hof inn Baiersbronner Zwing und Bänn, so wirtembergisch ist,
gehören welches aber hochgedachts Marggraf Philiperts dazumal gewesener
Fürmundtschaft, und Graf Graf Wilhelm von wegen gemeiner Gravenschaft
Eberstein( in derselben Reichenbach das Closter gelegen) und irn
fürstlichen Gnaden und Gnaden allß Castenvögten zu steet, nit gestanden
und also an das kaiserlich Cammergericht in Rechterwachsen, ab er in dem
hochgewelte beete Fürsten inn Regierung kommen, und zu Erhaltung
schwegerlichen ,freundtlichen und nachparlichen Willens die Sachen lieber
güetlich verglichen, dann rechtlichen entscheiden sehen wölten, haben sich
alle ihre fürstlichen Gnaden und Gnaden der Mitverwandten uff heut dato
güetlich und freundlich verglichen, nämlichen das die Weitreichen daß
Closters Reichenbach und deß Dorf Baiersbronn hinfüro ewiglichen
Underschiden werden solle, vonn dem Stein an im Rosselberg biß zu Stein
Not-linßtrauf, von dannen die Straß so von Reichenbach geen Baiersbron
geet, biß zum Katbechlin, vonn dannen deßselben Gesig nach hinab biß in
die Murg, von dem Gesig des Kathbech-lins und der Murg, da sie zusammen
komend, zwischen Höfen am Thonbach und den Höfen in den Heseln, und wie
der selben Hofsessen und Hofleut eigene Güeter uff einander stossend von
denselben eigenen Güetern biß uff und in der Mitten hindurch die Allmandt
zwischen beeden Weidenbronnen gelegen, wie den hie zwischen Pfingsten
derhalben newe und deutliche Marckhstein, vermög des beschribnen
Untergangs, gesetz und alsbald in gemeinen Costen an gelegnen Orten uf der
ein Seiten mit wirtembergischen , und uff der anderen Seite mit dem
marggrevischem und erstei-nischen Schilten sollen gefertigt werden.
Gravenschafft Eberstein, Landscurstlichen hehen und den nidern
Reichenbachischen Gerichten seindt und bleibend, sollendt zu Fürkommung
zukünf tiger Iirrung, so darauß ervolgen möchtendt, derselben Vrpheden
durch den Vogt von Dornn - stetten der gemeinen Gravenschafft Vogt zu
Gernspach heraus gegeben und hiemit cassiert sein , auch nochmals zerryßen
und hingethon werden, und soll Frautz Thonbacher und des verstorbenen
Bernharts Erben inn gemeine allte Vrphedt von dem gemeinen Vogt inn
Beisein deß Vogt zu Dornnstetten genommen werden, und daß sie sich mittel
Aidts aller derhalben habenden Anforderung in bester Form wellendt begeben
und verzeihen, wie sie sich alßbald und verzigen habendt. Allß auch der
Sandackher, da der Thonbach in die Murg Fliesset, da der abgeschlagen
Stein steet, so daß Waldgeding schaidet, gleicher Weiß in der gemeinen
Grafenschafft Eberstein und dem Bezürck Reichenbach ligt und pleibt, und
aber daselbst hin ein Stein, uff der ein Seit mit dem würtemberdischen
Wappen, als sollte er ein Landschidung bedeuten, einig gesetz worden, soll
solcher alßbald wider hingethon werden, Ferrer Irrung zu Fürkommen, wie
dann be-schehen. Uffs sollchs wellendt und sollendt auß freundlicher,
schwegerlicher , unterthenigen und guter Nachbarschafft hoch-und
wolgedachte Fürsten und Hern die obern vermeldt fürgenommen Rechtfertigung
an dem kaiserlichen Cammergerichtsambt der halben erlittenen Costen und
Schaden fallen lassen., und begebendt sich derselben hiemit genutzlichen
uns gar. Es soll auch hie zwischen Pfingsten unter allen dreien Fürsten
und Hern Sigels Missiven weiß Hern Cammerrichter´und Beisitzern
zugeschriben werden, dise Sachen vertragen seind, damit die Acten uff ein
Steinalßerledigt gethon ,und Dieser new angenomen und bewilligte Vorgang,
Vermarckung und Landschidung soll beiderseitz , auch deß Priorats
Reichenbach und des Dorf s Baiersbron Weitreichhin, deßgleichen alle
oberste oder höchste , mittle und nidere landesfürstliche Ober-und
Gerechtigkeit mit allen derselben nottwendigen anhangenden Rechten, es sei
Raisen , Schatzungen, Malefizen, Frefeln, Buossen, Gebotten, Verbotten,
Ungelten , Gerichten, Rechten, Steurn, Betten, und allem anderm nichts
ausgenommen, scheiden dermaßen, waß oberhalb jetz bestimpter Marckung,
Steinen , Zilen und Lauchen hinuff ligt, daß soll zu Wirtemberg und
Baierspronn, was aber unter disen Zilen und Lauchen und Thonbach hinab
gelegen , daß soll zu gemeiner Gravenschaft Eberstein und dem Prior zu
Reichenbach zugehören. Und soll auch inn disem Undergang, Untermarckung
und Landschidung daß Begleiten über Land begriffen sein, doch ob sonndere
Vertreg desselben halb vorhanden, oder künfftiglich an denn Tag kommen, so
solle diser Untergangsspruch jedem Tail an seiner Gerechtigkeit un
schedlich, sonder sich jeder Theil deß Gleits demselben zu gebrauchen
vorbehalten sein. Hierinnen aber sollen die Wildtpenn, und vorstlich
Gerechtsami, nachdem dieselben ein sondere Maß haben, auch die
Waldtgedings Gerechtsami nit begriffen, sondern jeder Herschafft ir
gebürendt Recht derhalben bevorstehen. Es soll auch durch den güettlichen
Vergleich beiderseits Underthonnen an iren habenden Gerechtigkaiten deß
zu-und Vichtribs, auch in all ander Weg denselben Underthonen und sonnst
weniglich, gaistlichen oder weltlichen, hiemit nicht zitgegeben oder
benomen sein. Und allß durch diesen Untergang die vordere Höff am
Thonbach, daruff Vatter und Sone, Bernhart und Frantz die Thonbacher,
gesessen und von dem wirtebergischen Vogt zu Dornstetten gefenglichen
angenommen, in der gemeinen die Herrn Beisitzer nit mit unnöttigem
Referiern etwa beschwerdt werden möchten.
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Die württembergische Seite des Grenzsteines von 1606
Zum anndern , die Spenn zu Obermospach (Obermusbach belanngend,
soll solches Obermospach, wie es auch ist, fürnemlich in der gemeinen
Gravenschafft Eberstein Hoheit und Oberkait, und deß Priors zu
Reichenbachs zu deß Closters nidern Rechten sein und pleiben. Es soll auch
weiter bei desselben Zwingen und Bennen Weitraiche verpleiben, laub
derhalben beschehens Untergangs und uffgerichten Vertrags inn Beisein
aller Herschafts Gesanndten, am Dato den sechzehenden Tag deß Monats Julii
nach Christi Geburt fünffzehenhundert und sechs Jar ( 16.Juli 1506).
Dieweil sich aber im Augenschein gnugsamlich befindet, daß des Breenn
Wißplatz, deßgleichen daß Holtz die Hohen Mad inn den obberüerten
Obermospachischen außgemerckten kundtlichen Zwingen und Bennen gelegen, so
sollenn sie, die vonn Obermospach, dasselb, es sei mit Gebotten, oder
allen andern Sachen, von den wirtembergischen Vögten und Underthonen
allerdings ongeirrt oder angefochten gelassen werden. Und ob sich vor der
Zeit freuenli-che Handlung zwischen den Underthonen begeben oder verfallen
hetten, die haben doch beiderseitz Herschaften auß Gnaden nachgelassen,
und sollen alle verloffnen Handlun-gen,Uncost, Schaden und Vorderungen tod
und ab sein. Und allß uff dem gehaltenen Augenschein und gepflegter
Unterhandlung auch diße Irrung fürgefallen, namlich sintemal innhalt des
alten Vertrages die von Obermospachh und die von Hallwangen inn den dreien
Helzern am Dirrenbühell, Sannct Martins Bühell und im Schnepffenloch, alle
mit Grundt und Boden in deren von Opermospach Zwing und Benn gelegen, eine
gemeine Niessung haben, und aber zwischen inen spennig gewesen, wa solche
Bezürckh auß und an geen, ist um mehrerer Freundlichkeit und Fridlebens
willen, auch zur künfftiger Spenn, daselbig mit gutem Gewissen und Willen
beiderseitz volgender Gestallt declariert und erleütert worden, namlich
daß solche Pletz deß Dirrenbühels, Sabct Martins Bühels und Schneffenlochs
angeenvom Mandelsbronnen hinauff biß zum Ende des Hanß Green Wisen, und
sind in dem Bezürckh, des gemeinen Niessens noch zu mehrer Richtigkait
sonnder Zil und Zeichen gesetzt, auch darüber Verschreibungen uffgericht
worden, doch der Waldgedings Gerechtigkait zu allen Theiln onvergriffen
und genutzlich onabbrüchig. Allß auch von Alter her, welches gleichwol
lange Jar underlassen pliben, die Heiligenpfleger über daß Cappellin zu
Obermospach, so wie gemelt inn der gemeinen Gravenschafft Eber-stein ligt,
zu Dornnstetten, und herwiederump die Kirchenpfleger zu Urnagold, im Landt
Wirtemberg gelegen, ir Rechnung zu Reichenbach gethon, habendt beeder
Theil solches irn fürstlichen Gnaden und Gnaden Recht und Gerechtigkait
gegen einander fallen lassen, und daß jedweder Theil die Kirchenrechnung
one Eintrag oder Verhinderung des andern son inn jedes Fürsten und Hern
Theil gelegeneinig hörn möge, sich hiemit verglichen. Eß begibt sich auch
der Prior zu Reichenbach deß Patronats Rechten mit der Colattion und allen
anderen Rechten und Gerchtigkaiten, so er zu der Kirchen Urnagolt gehabt,
und weiset solche an hochgedachte Hertzogen zu Wirtemberg,wie sich auch
herwiderump sein fürstliches Gnad samt denen zu Untermospach aller Recht
und Gerechtigkaiten zu dem Cappelin Ober-mospach begeben, und daß darmit
Baden und Eberstein, auch der Prior von Reichenbach wie mit andern Kirchen
frey zu handlen haben. Doch ist der Pfarr Dornstetten und den zu
Obermospach, so daselbst hin pfarren, iren Kir-chen- und Pfarrecht mit
samt aller derselben Gefellen außtrücklich vorbehalten, wie dann derhalben
nir kein Span gewesen, auch noch nit ist , dann solche von der Capplonei
gesun-dert und eins mit dem andern nichts zu thun hatt.
Zum dritten und letsten, als das Priorat Reichenbach ein Vischwasser in
der Nagolt, an Weiler Waldt stossendte, für sich selber oder Lehens weiß
unfürdechtlichen bißher gefischt und verlihen, wie sich solches auß
Rechnungen befunden, und aber die von Pfaltzgravenweiler sich etlich jar
her unverstanden, solch Vischwasser Allmaind zu machen, das ist auch
gemittelt worden, dergestalt, das der Prior zu Reichenbach bei seinem
alten Gebrauch plei-ben, und sollen die von Pfaltzgravenweiler allein
einen Tag in der Wochen vor Kirchweyhin in der gemein gebürlichen Weiß zu
vischen Macht haben, daran sich auch der Prior nit hindern ,sonst aber des
Jars sollen sie das Vischwasser mit Vischen bei des Priors Straff
gentzlich müessig geen. Und dieweil dieser Vertrag und Vergleichung
abgehörter Massen und Gestallt, durch hoch-und wolgemelte Fürsten und
Hern, dem Prior zu Reichenbach, auch gemelte Dörffer und sondere Partheien
also angenommen und mit aller irer gutem Vorwissen also beschehen, so
haben ihren fürstlichen Gnaden und Gnaden, bei fürstlichen Eern Würden und
Worten, auch bei gutem Glauben für ir fürstliche Gnade und Gnaden, ire
Schirmbsangehörige und Un-derthonen, auch derselben Erben und Nachkommen,
solchen Vertrag und alles, so vorgeschriben steet, inn allenPuncten und
Articuln, sovil daß jeden Theil bündet, getrewlich , vest und
unverbrüchlich zu halten, zu volnziehen und darwider nimer ze sein, ze
thun noch schaffen gethon zu werden, zugesagt und versprochen , getrewlich
und ongevarlich.
Zu Urkund seindt diser Vertragsbrieff vier
gleichlautende verfertigt, auch mit hoch-und wolgedachter
Hertzog Christoffs zu Wirtemberg, Marggraf Philperts zu
Baden und
Grave Wilhelms zu Eberstein, auch des
Priors zu ReichenbachSeereten und Innsigel ( so daran
gehenkt)
besteet worden.
Geben und Geschehen, den neunten Tag des Monats Aprilis
Anno Domini FünffzehenHundert und im siben und Fünffzigsten ( 09.April
1557)
Der Grenzstein von 1606 von der badischen
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