Wappen von Musbach Obermusbach

Das Urbar von 1427 und weitere Urkunden



Im Jahr 1427 wurde im Auftrag von Prior Wolfram Maiser von Berg ein Lagerbuch vom Kloster Reichenbach fertiggestellt. Unter Lagerbuch verstehen wir eine Dokumentation die die Rechte und Pflichten, sowie die Zahlungspflichten der Lehensinhaber auflistet.

Dieses Lagerbuch wird häufig auch Urbar genannt. Frau Dr. Regina Keyler hat in ihrem Buch "Das älteste Urbar des Priorats Reichenbach von 1427" die Einzelheiten beschrieben.
Das Original dieses Lagerbuchs (Urbar), auf den Heimatforscher wie Prof. Dr. Manfred Eimer noch zugreifen konnten, ist leider 1944 in Stuttgart bei einem Fliegerangriff verbrannt.
Es gibt jedoch zwei Abschrift, die Anfang des 17. Jahrhunderts erstellt wurden, so dass die Informationen des Dokumentes erhalten blieben. Eine Abschrift ist komplett erhalten und von der zweiten Abschrift nur der letzte Teil. 
Diese Abschriften befinden sich im Hauptstaatsarchiv in einem Kopialbuch unter der Bezeichnung H102/63 Nr. 1. Die Kopisten haben an einigen Stellen die Kopie an ihre Zeit angepasst und auch teilweise das in der Urschrift geschriebene unterschiedlich interpretiert.
Die unterschiedlichen Abschriften wurden im Buch von Regina Keyler gegenüber gestellt und beurteilt. Dies betrifft in der Hauptsache nur die Klosterdörfer, da nur der Teil über die Klosterdörfer in der zweiten Abschrift erhalten blieb. Eine Beschreibung der Ortsgrenze von Obermusbach aus dem Buch von Frau Dr. Keyler wurde auf einer anderen Seite hier abgeschrieben.
In dem Teil des Lagerbuches der Obermusbach betrifft sind nur die Ortsgrenzen und einige Rechte beschrieben. Der Teil der Lehensgüterbeschreibungen fehlt jedoch. Da dies jedoch ein wichtiger Teil der Lagerbücher ist, war zu vermuten dass eventuell noch eine frühere Version eines Lagerbuches vorhanden sein muß.
 
Im Hauptstaatsarchiv finden sich im Kopialbuch H102/63 Nr. 4 weitere Urkunden die offensichtlich Vorläufer und Nachträge des genannten Lagerbuches von 1427 sind. Diese Urkunden sind im Original zwischen 1423 und 1506 erstellt worden, wurden dann vermutlich 1595 kopiert. Die Kopien wurden teilweise der Zeit der Kopieerstellung angepasst, das sieht man daran, das die genannten Obermusbacher Hofbesitzer in der Wegbeschreibung um die Zeit von 1660 gelebt haben. Die genannten Lehensgutbesitzer sind nach einer Analyse von Dr. Jürgen Wurster nach 1588 und vor 1604 Eigentümer der Höfe gewesen. Hieraus kann geschlossen werden, das die Dokumente vermutlich nach der Einnahme des Klosters durch die Württemberger kopiert wurden. 
 
Im Kopialbuch Nr. 1 finden wir:
 
- 1427 - Urbar des Kloster Reichenbach von 1427. Der Urbar-Abschnitt von Obermusbach ist in zwei Ausführungen vorhanden. Hier ist eine Version wiedergegeben.
 
Im Kopialbuch Nr. 4 finden wir folgende Beschreibungen:
 
- 1423 - In der Waldgeding Verkündung steht. Offensichtlich wird hier die Verkündigung des Waldgedings den Obermusbachern bekannt gemacht.
 
- 1425 - Verkündung der Weitreiche, gerechtsame und aigenthums des dorfs Obermuspach. Hier wird die Grenze von Obermusbach unterschiedlich zum Urbar 1427 mit weiteren Details beschrieben.
 
- 1425 - Weg und Steg obgenants dorfs, wie man die halten soll. Es werden die Wege in Obermusbach beschrieben, wobei auch die Nutzungsart und die Unterhaltspflicht genannt werden. Ferner ist das Wasserrecht beschrieben und weitere Rechte, die sich auch im Urbar von 1427 wiederfinnden.
 
- 1436 - Die Obermusbacher Lehenshöfe und ihre Abgaben um 1436 mit den Hofeigentümern um 1600 Die Abgaben der Hofbesitzer und durch nachträgliche Korrektur die Namen der neuen Besitzer.
 
Auf den verlinkten Seiten habe ich die genannten Artikel editiert. Hierbei ist insbesondere die Wegbeschreibung interessant, da hier einige bisher nicht bekannte Hofbesitzer genannt werden. Die Grenzbeschreibung nennt einige Grenzsteine, die zu suchen es noch eine Aufgabe ist.
 
Entnommen aus: "Das älteste Urbar des Priorats Reichenbach" von Regina Keyler und dem Urbar mit der Kennzeichnung H102/63 Bd.1 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, sowie H102/63 Bd. 4. Aufgeschrieben von Hans Rehberg.
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