Wappen von Musbach Obermusbach

Geschichte vom Hofer-Hof

- alte Nr. 10 - 

Das Hof mit der alten Haus-Nr. 10 ist heute nicht mehr bewohnt, aber eins der schönsten Bauernhäuser in Obermusbach.

Es dominiert durch seine Lage am Eingang vom alten Ortkern. 
Erster bekannter Besitzer des Hofes ist Michael (Pretzing) Plöchlin, OM8d.
Im Schätzungsregister von 1604 wird geschrieben, dass er ein Gut gekauft hat. Im Jahr1612 versteuert er ein Vermögen von 750 Gulden.
Vermutlich ist es sein Vater Michael Plöchlin, der 1588 in Obermusbach gemustert wird und 1598 Doppelsöldner ist, d.h. er hat eine komplette Ausrüstung, bestehend aus Schutzpanzer, Feuer- und Stichwaffe, ein Zeichen für ein großes Vermögen.
Ist es der Vater, der 1600 im Gasthaus des Ortes ermordet wird?
Michael Plöchlin verstirbt jung, wahrscheinlich vor 1615. Die Witwe Maria heiratet dann Michel Weisser. Da die Tochter Maria in den Kirchenbüchern als Maria Plöchlin und auch als Maria Weisser geführt wurde, wissen wir nicht, wessen leibliche Tochter sie war.
Die Tochter Maria (Pretzing) Plöchlin, *12.6.1615 +19.2.1675 ist die Hoferbin. Sie heiratet 1636 in Schopfloch
Jerg Raiblin, Bäcker, OM5ab, *Mitte 1610 +16.11.1679 aus Schopfloch.
Sohn Georg wird in noch Schopfloch geboren und erbt nach Umzug der Eltern den Hof in Obermusbach. Nach der Geburt des zweiten Kindes ziehen die Eltern zwischen1642 und 1644 nach Obermusbach. Offensichtlich übernehmen sie zu diesem Zeitpunkt den Hof.
 
Georg Raiblin, OM5ac, *24.4.1638 in Schopfloch +28.10.1687, in Obermusbach heiratet 1673 Anna Maria Zinser, *um 1640 +10.1.1690 aus Durrweiler.
Sie haben 7 Kinder.
Anna Maria heiratet in 2.Ehe 1688 Adam Hofer, OM24b, * auf dem Benzinger Hof +16.3.1729. Sie haben eine Tochter Anna Chatarina.
Adam Hofer heiratet in 2.Ehe 1690 Maria Jacoba Gaisser, *16.1.1652 +3.4.1732 aus Baiersbronn-Stöcken.
Sie haben 2 Kinder. Sohn Johannes erbt den Hof.
 
Johannes Hofer, OM10aa, *15.9.1692 +15.2.1756 heiratet in 1.Ehe 1716 Agatha Schittenhelm, *8.5.1690 +28.11.1724 aus Wittlensweiler. Agatha stirbt nach der Geburt des 6. Kindes.
Sohn Johannes Adam erbt den Hof. Tochter Christine, *23.11.1722 verbrennt am 12.2.1726 im Elternhaus.
Tochter Anna Catharina Hofer, *29.08.1719, heiratet Johann Lämmlin, OM12ba,  und wandert 1753 nach Amerika, Pennsylvanien mit der "Duke of Wirtemberg" aus.
Am 15.9.1725 als uneheliches Kind Johannes geboren "im Ehebruch erzeugt von Johannes Hofer mit der Ehebrecherin Genophea, eine verruffene Hur". Über den Verbleib des Kindes ist nichts bekannt.
Johannes heiratet in 2.Ehe 1728 Anna Maria Finkbeiner, *20.5.1680 +28.12.1742 aus Baiersbronn-Schramberg. 
Die Tochter Maria Magdalena heiratet nach Unteriflingen und vermacht den Kindern ihres Bruders Johann Adam einen Teil ihres Vermögens.
 
Johann Adam Hofer, OM9c*29.11.1716 +1.6.1763 heiratet 1747 Magdalena Koch, *23.4.1726 +20.8.1791 aus Untermusbach.
Sie haben 8 Kinder. Sohn Johann Friedrich erbt den Hof.
Die Witwe Magdalena heiratet in 2.Ehe Bernhard Frey, OM13c, *19.2.1723 +5.7.1811 aus Röt.
Sie haben zwei Töchter.
 
 
Johann Friedrich Hofer, OM9a, *20.1.1761 +2.12.1845, heiratet 1786 Eva Hofer, OM8a, *25.9.1762 +4.8.1822. Sie haben 3 Kinder. Laut Realtheilungsurkunde stirbt Johann Friedrich jedoch am 2. 1. 1846.
Sohn Johann Adam erbt den Hof.
Johann Friedrich lebt beim großen Brand 1822 als Altbauer bei seinem Sohn. Er hat nach eigenen Angaben 4-5000 Gulden unter der Matraze, die beim Brand verbrennen. Zum Vergleich, für die abgebrannten Bauernhäuser zahlte die Brandversicherung etwa 1000-1400 Gulden je Haus. 
Die Tochter Eva Margaretha heiratet 1804 Jacob Bohnet, Sohn von Bernhardt Bohnet Sonnenwirth von Obermusbach. Sie haben einen Sohn, Johann Adam, der vom Opa Geld erbt und sich als Bierbrauer auf Hof Nr. 8 versucht.

 
Bekannt ist dann aus dem Protokoll über den großen Brand 1822 als Eigentümer:
 
Johann Adam Hofer, OM42d, *25.4.1787 +20.8.1858 heiratet 1819 Christina Kühnle, *30.1.1796 +2.1.1869 aus Spielberg-Egenhausen.
Sie haben keine Kinder.
Adam Hofer hat laut Gewerbe-Kataster ab 1821 als Potaschesieder 42 Kreuzer Steuern zu zahlen. 1841 hat er als Holzhändler 3 Gulden 12 Kreuzer und als Brantweinbrauetr 12 Kreuzer Gewerbesteuer zu zahlen. 1853 fallen 42 kr für Potaschesiederei und 12 Kr Steur für Brantweinbrennen an.
Die Witwe Christina verkauft am 2.11.1854 den Hof ihrer Nichte aus Egenhausen und ihren Bräutigam aus Reichenbach.
Verkauft wird hierbei auch 1/48 Antheil an der Obermusbacher Sägmühle
und
1/20 Antheil an der neuen Sägmühle in Reichenbach.
Der Verkauf beinhaltet auch die Einrichtung einer Pottaschesiederei und eine Brantweinbrennerei.
 
Die Familiendaten entstammen dem Ortssippenbuch (OSB) Grüntal von Günter Frey und Horst Bruns. Aus der Website www.klosteramt-reichenbach.de von Dr. Juergen Wurster sind die Informationen über die Höfe der Frühgeschichte entnommen. Die Angabe OM.. hinter dem Namen entspricht dem OSB-Verzeichnis. Weitere Daten sind aus dem Ortsarchiv Musbach. Aufgeschrieben von Hans Rehberg.
© Obermusbach 2008 |Impressum|