Haus Nr. 19 Spritzenhaus

Die Geschichte vom Feuerwehr-Haus
– die alte Nr. 19, heute nicht mehr bestehend –

Im Rugggerichtsbuch von 1829 bis 1867 findet sich ein Eintrag, dass im Herbst 1837 in Obermusbach eine eigene Feuerspritze angeschafft wurde. Dies geschah, nachdem ein gemeinsamer Kauf einer Feuerspritze mit Untermusbach nicht zu Stande kam.

Außerdem finden wir im Jahr 1849 den Eintrag: „Es ist die Einrichtung zu treffen, daß der Bach für Brandfälle angeschwellt werden kann.“
Als Antwort die Randbemerkung: „Es ist hier immer Wasser genug vorhanden, bei Brandfällen ist die Einrichtung geschaffen, daß der Bach bei dem Hause des Schultheiß Braun angeschwellt werden kann.“ 
Im Gebäude-Kataster von 1873 ist ein Spritzen-Haus, ganz aus Stein gebaut, aufgeführt.

Lageplan Spritzenhaus 1898

Aus dem Lageplan gemessen ergibt sich ein Grundriss von 6,00 m x 4,50 m. Das Gelände mit Hütte wurde am 1.3.1858 von Johann Michael Schneider, Beckenbauer-Hof Nr. 10 laut Kaufbuch II an die Gemeinde verkauft.
Die Spritzenremise wurde laut Steuer-Güterbuch 1874 im Jahr 1859 erbaut. Von Obermusbacher Ziegler Friedrich Hofer wurden hierzu 125 Ziegel bei einem Preis von 1 Gulden 30 Kreuzer pro 100 Stück gekauft.
Die Gebäude-Nr. ist mit 19 angegeben, in weiteren Unterlagen jedoch auch  Nr. 20.

Im Ruggerichtsbuch von 1870 wurde im Protokoll vom 28.9.1877 im §17 die Anschaffung von 6 häuternen Feuereimer gefordert.
Es findet sich hierzu folgende Randbemerkung: „Bei dem am 26. Okt. 1877 stattgefundenen Brand in Untermusbach haben sich die häuterne Feuereimer gar nicht bewährt. Die Leistungsfähigkeit der hiesigen hölzernen Feuereimer wurde durchaus gelobt“. 
Im 1898 erstellten Lageplan für die Baugenehmigung der Vieh-Waage ist das Spritzenhaus eingezeichnet. Es befand sich an der Stelle, an der sich heute die Wertstoffbehälter in Nähe der Vieh-Waage befinden.

Spritzenhaus
Spritzenhaus im Vorder
Spritzenhaus auf Ansichtskarte zum Ochsen
Spritzenhaus auf Ansichtskarte zum Ochsen unten rechts

Seit mindestens 1887 bestand eine gemeinsame Feuerwehr mit Untermusbach. Aus der „Lokalfeuerlöschordnung der Gemeinden Obermusbach mit Untermusbach vom13. September 1887“ ist zu entnehmen das der Hauptteil der Feuerwehrausrüstung sich in Untermusbach befand.
Im Obermusbacher Spritzenhaus befanden sich 1907 folgende Gegenstände:
1  vierrädrige Stockspritze,
1  Schlauchwagen mit 1000 m Schläuche,
12 Feuereimer aus Holz Nr. , 82  Feuerhaken,
1  Leiter mit 10 m Länge.

Zur Teilnahme in der Feuerwehr waren alle männlichen Einwohner vom 18 bis zum 50 Lebensjahr verpflichtet.

Genehmigung zum Zusammenschluss mit Untermusbach
Genehmigung zum Zusammenschluss mit Untermusbach 1887
Rechnung Signalhorn 1949
Rechnung Signalhorn 1949

Mit der Eingemeindung nach Untermusbach 1936 wurde die Spritze vermutlich wieder abgeschafft und eine gemeinsame Feuerwehr in Untermusbach stationiert.

Das Spritzenhaus wurde abgerissen.

Aufgeschrieben von Hans Rehberg