Haus Nr. 5 Schulhaus

Geschichte vom uralten Schulhaus
– die alte Nr. 5 –

Das erste Obermusbacher Schulhaus, es hat die alte Haus-Nr. 5,  stand laut Gebäude-Kataster von 1824 am Igelsberger Fußweg und wurde entsprechend dem Gebäude-Kataster von 1836 im Jahre 1842, zwei Jahre nach Errichtung des neuen Schulhauses, abgerissen.

Möglicher Standort uralte Schule
Möglicher Standort uralte Schule

Im Brandversicherungsbuch KLVB1779-4) von 1779 finden wir unter der Haus-Nr. 12 ein Hirtenhaus, dass der Lehensbauernschaft gehört. Dies könnte, auch der laufenden Nr. nach, das erste Schulhaus geworden sein. Ebenfalls in genannten Buch ist ein Jacob Seeger gehöriges Haus mit der Nr. 9 aufgeführt, es ist auch nicht auszuschließen das dieses Haus dass spätere Schulhaus Nr.5 war, da es in der Reihenfolge der Zählung passender ist als die Nr. 12.
Ab 1811 wurde ein Bürgermeister-Rechnungsbuch eingeführt. Im Anhang dieses Buches finden wir das Schulhaus „ein Haus … zu einem Schulhaus eingerichtet ist.“
Danach scheint 1811 in einem Wohnhaus, die Nr. 5, eine Schule eingerichtet worden sein.  Im Komun-Rechnungsbuch von 1816/17 ist das Schulgebäude aufgeführt, die Lage wird mit „zwischen der gemeinen Gaße und dem Weiler Steig gelegen“ beschrieben. 

Verliehenes Gebäude Schulhaus 1815
Rechnungsbuch 1815 Schulhaus

Im Rechnungsbuch für verliehene Gebäude wurde für 1815 das Schulhaus eingetragen und beschrieben.

Einen weiteren Hinweis auf eine Schule findet sich in einem Inventarium der Kapelle, in dem Schulbücher und Schulgeräte aufgelistet sind.

Inventarliste der Kapelle 1820
Inventarliste der Kapelle 1820 mit Schulgerätschaften

In dem Bereich der hohen Fichten könnte das alte Schulhaus gestanden haben.
Zumindest ist im Ortsplan von 1836  hier noch ein Garten eingezeichnet. 
Das Schulhaus Nr. 5 war zweistöckig, mit Wohnung für den Schullehrer, Stallung und Keller. Es hatte ein Ziegeldach. 
Im Ruggerichtsbuch von 1829-67 finden wir am 7.1.1839 folgende Eintragung „§17 – Das Schulhaus befindet sich in einem ungenügenden und zum Theil schadhaften Zustand, es ist daher planmäßig zu verbeßern.“ Es gibt die Randnotiz „Das Schulhaus wird neu gebeuen, was dem Königl. Oberamt bekannt gemacht worden ist.“
Der Stiftungsrat von Obermusbach beschließt laut Stiftungsratprotokoll vom 8. Juli 1838 bzw. Kirchengemeinderatsprotokoll vom 30.Juni 1839 ein neues Schulhaus zu bauen, da das alte Schulhaus nicht mehr taugt. Hieraus kann geschlossen werden, dass das Schulhaus beim großen Brand nicht abgebrannt ist.
Auf dem Schulhaus lagen jährlich zu leistende Abgabelasten an das Kameralamt (Kirchenamt) Dornstetten von: Naturalabgaben: 2 Simri + 3,5 Viertel Hafer, 1 junges Huhn, 1 altes Huhn und Geld: 8 Gulden Lehngeld. 
Das Schulhaus gehörte der Gemeinde und war steuerfrei. Im Regierungsblatt für das Königreich Württemberg 1837 wird geschrieben, dass der Oberlehrer Blutherdt von Obermusbach für das Jahr 1836/37 eine Synodale Prämie erhält. 
Zur Lehrerkraft gibt es folgenden Eintrag im Gemeinderatsprotokoll:
25. Juni 1837
Der Gemeinderat und Bürgerausschuß von Obermusbach erklären, daß die zur Ergänzung des Schullehrers-Gehalts auf 200 Gulden erforderliche 22 Gulden 29 1/2 Kreuzer auf das Schulgeld umgelegt werden soll, nachdem der Abzug von diesen 22 G 29 1/2 Kr gemacht wurde, welcher sich aus der längst angeregten Veränderung in Beziehung und Besorgung der Basurlien im Kirchspiel ergeben wird.
Der Gemeinderath
Seeger
Hofer
Braun
Wurster
Ziefle +
Bürgerausschuß
Wurster
Frey
Bauer
Mast
Bohnet
Obermusbach den 24. September 1839


Ferner beschließt der Stiftungsrath und Bürgerausschuß, dass hinfort nach Art. 220 des neuen Schulgesetzes vom Dafr. 1838 von jeden die Werktag- oder Sonntag-Schule besuchende Schuler aus der Gemeindepflege-Sechs-Kreuzer in dem Schulfond bezahlt werde, dagegen der bisherige Betrag von 2 Gulden 24 in den Schulfond aus dem Heiligen aufgehoben seyen soll.
zur Beurkundung


Das neue Schul- und Rathaus mit der Nr. 17 wird, entsprechend Gebäude-Kataster von 1836, im Jahr 1840 erbaut.

Teilweise aus Staatsarchiv Ludwigsburg D 38 Bü 51, KLVB1779-4) Archiv Baiersbronn Brandversicherungsbuch 1779.
Ermittelt durch Hans Rehberg