Lage der Höfe

Die Lehenshöfe von Obermusbach 1667

Im der Erneuerung des Urbar (Grund- und Steuerbuch) vom Kloster Reichenbach von 1667 sind die einzelnen Höfe in ihrer Größe und Lage im Ort beschrieben. Außerdem sind alle zugehörigen forst- und landwirtschaftlichen Flächen der Höfe beschrieben .
Hier haben ich die Lagebeschreibungen der Höfe ins Schriftdeutsche mit den üblichen Vereinfachungen übertragen, auf die Beschreibungen der Ländereien jedoch verzichtet.

Die Lage der Höfe ist immer in der Form geschrieben, dass die Eigentümer der nebenstehenden Grundstücke und die Eigentümer der oberhalb und unterhalb des Hofes liegenden Grundstücke genannt werden. Es kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass die nebenliegenden Grundstücke auch Hofgrundstücke sind, es können auch nur einfache landwirtschaftliche genutzte Grundstücke sein. 

1. Michael Seeger 
hat zwei Hofgüter wobei der Vorbesitzer war Jacob Klais war.
In Michael Seegers zwei Lehen gehören nachfolgende Haus und Güter.
Ein Haus, Hofraum, Speicher und Scheuer und Schankrecht auf etwa ein halben Morgen, dabei ist auch ein Baumgarten. Der Hof liegt zwischen Christ Weisser und Georg Morath und stößt oben an ein Grundstück von Christ Weisser und unten an ein Grundstück von Conrad Ziflen. 
2. Christ Winter
Ein Haus , Hofraum, Scheuer und etwa ein halben Viertel Baumgarten.
Der Hof liegt zwischen Georg Morathen Grundstücken zu drei Seiten und stößt vorne an die gemeine Gasse. 
3. Georg Mast 
gehören eineinhalb Lehen.
Ein Haus, Hofraum, Speicher und etwa ein Morgen Baumgarten.
Der Hof liegt zwischen Christ Weisser und Michael Ziflen, er stößt vorne an Georg Raiblen und hinten auch an Christ Weissers Grundstück. 
Im Gemeinderats-Protokoll von 1839 steht ein Vertrag über die Ablösung des Hofes. Hierin wird bestätigt, dass der Hof 1667 Georg Mast gehörte. 
4. Georg Mast 
hat außerdem ein kleines Gut, das Heilige Gütlein genannt.
Das Gütlein hat vorher Jacob Weisser besessen.
Das Gütlein war offensichtlich ein Tagelöhnergütlein mit besonderen Steuern. Zum Gut gehören ein Haus, Hofraum und etwa ein halb Viertel Garten. Das Tagelöhnergut liegt zwischen Georg Morath und Conrad Claußen, es stößt vorne und hinten an die Allmeindt (allen gehörige Wiesenflächen). 
5. Georg Raiblens Gütter.
Ein Haus, Hofraum, Scheuer und etwa zwei Morgen Baumgarten. Der Hof liegt zwischen Michael Ziflen und der gemeinen Gasse, er stößt vorne auf die Allmeindt und hinten an dass Innhabers Halden. Durch den Garten haben Christ Weisser, Michael und Conrad Ziflen Wegerecht für ihr angeseiltes Vieh zu ihrem Tannwald. 
6. Conrad Ziflen 
hat ein Hofgut, der Vorbesitzer war Lorentz Waltz.
Ein Haus, Hofraum und etwa ein halben Morgen Baumgarten. Der Hof liegt zwischen Michael Seeger und der gemeinen Gasse, er stößt vorne auch an die gemeine Gasse und hinten an das eigene Grundstück. 
7. Thomas Boneth 
hat ein Hofgut, der Vorbesitzer war Hanns Maulbertsch, Schultheiß.
Ein Haus, Hofraum, Scheuer und Schopf sowie etwa ein halben Morgen Baumgarten. Der Hof liegt zwischen dem Seeggraben (Mühlenkanal) und dem eigenen Grundstück, er stößt vorne auf die Allmeindt und hinten auf ebenfalls auf das eigene Grundstück.
Aus dem Hof liegt ein Wegerecht für einen Fußweg zur Segmühle. 
Im Gemeinderats-Protokoll von 1839 steht ein Vertrag über die Ablösung des Hofes. Hierin wird als Eigentümer 1839 Jacob Friedrich Hofer, Nr. 7 aufgeführt. Dem nach hat Jacob Friedrich Hofer den Hof um 1818 von den Bohnets gekauft.
8. Conrad Claußen 
hat einen Hof.
Ein Haus, Hofraum und etwa einen Morgen Baumgarten. Der Hof liegt zwischen Thoma Boneth und Christ Weisser, er stößt vorne an sein eigenes Grundstück und hinten über des Allmeindtweg an Christ Weissers. 
9. Christ Weisser 
hat einen Hof, der Vorbesitzer war Lorentz Weisser. Ein Hofraum auf dem ein Haus gestanden ist und etwa ein halb Viertel Baumgarten. Der Hof liegt zwischen Georg Mast und Michael Ziflen, er stößt vorne an die Almeindt und hinten ebenfalls an das Grundstück von Georg Mast. 
Im Gemeinderats-Protokoll von 1839 steht ein Vertrag über die Ablösung des Hofes. Hierin wird 1839 als Eigentümer Adam Klumpp, Nr. 8 geführt.
10. Christ Weisser 
hat ein Hofgut, der Vorbesitzer war Mattheus Coix. Ein Haus, Hofraum, Scheuer und Garten, alles aneinander liegend. Der Hof liegt zwischen der Viehgassen und Georg Morath, er stößt oben auf Michael Seeger und unten auf die Gass. 
Im Gemeinderats-Protokoll von 1839 steht ein Vertrag über die Ablösung des Hofes. Hierin wird 1839 als Eigentümer Adam Klumpp, Nr. 8 geführt. Gilt das für diesen Hof? 
11. Michael Ziflen
Ein Haus, Hofraum, Speicher, Schopf und etwa einhalb Morgen Baumgarten. Der Hof liegt zwischen Christ Weisser und dem eigenen Grundstück, er stößt auf Georg Mast und unten auf die Allmeindt. Über einen Ackerwald von ihm geht ein Fahrweg nach Horb. 
12. Georg Morath und Michael Ziflen 
haben ein Hofgut, der Vorbesitzer war Philipp Grehn. Die Steuern geben beide zu gleichen Teilen an das Kloster.
Ein Haus, Hofraum und etwa ein halb Viertel Baumgarten. Der Hof liegt zwischen der gemeinen Gasse und Christ Winter, er stößt vorne an den Bach und hinten an den gemeinen Weg.     

Entnommen aus dem „Erneuerung des Urbar Kloster Reichenbach von 1667“ mit der Kennzeichnung H102/63 Bd.10 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.
Erstellt von Hans Rehberg