Lagerbuch 1667 Teil 18

Das Lagerbuch von 1667
18. Teil – Der ewig geltende Zins


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In diesem Teil wird Aufteilung der Lehenszahlungen auf die einzelnen Lehensgüter beschrieben.
Original-Text ist noch mit Übertragungsfehler behaftet, da die Schrift in Teilen schwer les- und übertragbar ist. Die Textkommentare sind zur Verständlichkeit kursiv geschrieben.

Seite 452 

Obermuespach Öwig Zinnß und Gültt Uff Martini. 

Aller forder ist ist zue wissen, daß deß Closters Reichenbach in dem Fleckhen Obermuespach uff selbigen Lehen stehende Gültten sich mehren, nachfoldender maßen: 
Wann ein gantzes Lehen zertheilt: und in zwayerley Händ verendert würdt, mueß dem Closter Reichenbach jährlich uff Martini der bestimbte Öwige Geltt Zinnß, wie zuevor, bezahlt:
Aber der Gültt Habern, Althennen, und Hüener, doppelt: Und namblichen gleich wie under nachfolgenden ganzen Lehen, Von jedem Hoff vier Viertel Habern Horbermeß, Ein Altahann, und Ein Junges Hüenlin, Öwiger Güeltt einkombt, 

Seite 452b 

Mueß hingegen uff dergleichen Lehenzertheilungen begebenheiten, von jedem Hoff Ein Malter Haber Horbermeß, zwo Althennen, und zway Jungehüener, zue Öwige Güeltt jährlich dem Closter gelifert werdten. 
Welcher zue Obermuespach kein Lehen hatt, der ist geheißen ein Söldner, oder Taglöhner, Und wann derselbe Soldner einer oder der ander aigen Rauch hält, der gibt dem Closter Reichenbach jährlich uff Martini, und solang Er denn aigen Rauch hatt beständiglich, Habern Vier Viertel Horber: Ihnen württembergisch Meß zway Simmeri, Vierthalb Vierling, Faßnachthannen 

Seite 453 

Einer, und Herbsthüener Eines;
Welcher aber nicht aigen Rauch hält, derselbe mueß dem Closter Reichenbach, jährlich, und allwegen uff Martini, doch solang Er in dem Fleckhen Obermuespach seßhafft, Habern Zway Viertel Horber: Ihnen württembergisch Meß Ein Simmeri, anderthalb Vierling, Zway Eckhlen, Und Althennen uff Faßnacht Eine, abstatten, und liferen;
Und wer in ermanglung Veldt kein Habern gebawt, der mag denn Closter Reichenbach das Geltt darfür bezahlen. 

Seite 453b 

Im Überigen würdt umb gueter wißenschafft: und abservirung deß alten herkommens willen, der beschaffenheit mit nachfolgendn Lehen umb etwas allwo eine annexion gethan, namblichen: Daß das Heü und Stroh so uff denen hinnach Specifivirten Hofgüetern jährlich erwächst, nicht ußerhalb darffs gegen Frembden verkaufft werden: sondern Ein Jeder, so er verkauffen will, das Heü und Stroh vorhero seinen Nachbauren im Fleckhen fail biethen solle; Ob aber Einer solches ußer dem Fleckhen verkaufft, mag ein anderer zue Obermuespach wohnhafft, das Verkauffte Heü und Stroh außlösen, Und das Geltt darfür darlegen; 

Seite 454 

Als und uff solche weiß solle es mit dem Holtzverkauff auch gehalten werdten;
Und ob Einer diß alte herkommen übertretten würdte, solle Ein Pfundtheller allwegen Straff verfallen sein. 
Außgenommen: Deßjenigen fueters und Strow, welches auff denen Güettern genannt die Rödtergüether, so under nachgeschibenen Lehen einkommen, Und vor alters sondere öwige Zinnß daraus geraicht worden, jährlich erwächst, Dörffen die Innhaberer besagter Rodtgüeter, wohl verkaufen waß Ihnen darauff wächst, wohin Sie wolln. 

Seite 454b 

Sonsten sollen hirnach geschribene Lehen nit versagt, noch verendert, noch weitres mit jährlichen Zinnß und Güeltten beschwert werden, es geschehe dann mit deß Closters Reichenbach Obrigkeitlichem Vorwissen, und einwilligen; 
Auch müessen berüehrte Zinnß: Und Gülttbara Lehen, bey dem Closter Reichenbach, mit gewohnlichen Handlohen, Und Weeglösin, so jedem Lehen absonderlich annectirt, empfangen, Und uffgegeben werdten, c. 

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ENTNOMMEN AUS: HAUPTSTAATSARCHIV STUTTGART, H102/63 BD. 10.

AUFGESCHRIEBEN VON HANS REHBERG.