Lagerbuch 1667 Teil 28

Das Lagerbuch von 1667
28. Teil – Der ewig geltende Zins aus dem Lehensgut Michel Ziflen, sowie die Haus- und Felderbeschreibung 


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Seite 518 

Obermuespach Öwig Zinnß und Gültten uff Martini. 

Michel Ziflen, zuevor Philipp Gree, hatt innen Ein Hofgueth,
darauß solle Er in das Closter Reichenbach jährlich uff Martini zue Öwig beständigem Zinnß und Gültt ohne daß Closters Schaden, antwortten, und liferen, an Geltt gangbare Reichs: oder Landmüntz Dreißig Vier Kreüzer,
Habern, guete saubere Frucht, Vier Viertel Horber: Thuen württembergisch Meß Zway Simmerin, Vierthalb Vierling,
Althennen Einen, und Jungshüener Eines.
Idem. Öwig Zinnß — e. 34 Kr:. Jährlich Gültt Habern Vier Viertel Horber: Thuen württembergisch Landmeß — e. 2 Sr: 3 1/2 Vlg: 

Seite 518b 

Jährlich Althennen — 1.
Jährlich Jungehüener — 1. 
Und wann dises Lehen in anderwertige Händ wider Verendert würdt, es geschehe durch Kauff, Tausch, Erbsfäll, oder in all andere Weiß, und Weeg, wie es nur nahmen haben mag, So alle dem Closter Reichenbach, gleich inner acht Tagen, nach Vorgangener translation, der jenige, so solch lehen antritt, dritthalben Kreüzer zue Handlohn, und der so davon kombt, Ein Kreüzer zue Weglösin, bezahlen. 

In obiges Lehen gehören nachfolgende Gebäuw, und Güetter. 

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Ein Hauß, Hofraithen, Speicher, Schopf, und ohngefahrlich Ein halben Morgen Bohmgarttens darbey, zwischen Christ Weißern, und Ihm selbsten rehpect: stehendt, und gelegen, stoßen oben uff Georg Masten, und unden uff die Allmeindt; Der Gartt hatt Garttenrecht. 
Ein Ackherveldt der Geßlinsackher genannt, ohngefahrlichen Drey Morgen, zwischen Georg Masten, und Christ Weißern gelegen, stost vornnen an die Allmeindt, und hinden an sich selbsten; Hatt Bannrecht biß Martini. 

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Über solchen Geslinsackher denn Ranckh nach hinauff gehet ein Fahrweeg nacher Horb. 
Ein Ackher der Bohmackher genannt, ohngefahrlich anderthalb Morgen, zwischen Georg Morathen, und Conrad Ziflen, ligendt, stost vornnen uff sich selbsten, und hinden uff ermelten Ziflen; Ist Bawveldt. 
Ein Ackherveldt der Dirrenbach genannt, ohngefahrlichen anderthalben Morgen, zwischen Christ Weißern, und der Allmeindt ligendt, stost oben uff Georg Morathen, und unden uff die Allmeindt. 

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Ein Ackherveldt die Halden genannt, ohngefahrlich Drey Morgen, ligt zuer underen langen Seiten an Conrad Ziflens Aisterbach, und Christ Weißers Teüch, So dann zuer oberen langen Seiten an Georg Masten Mörgelackher, Georg Raiblens Hinderäckherlin, und Christ Weißers Jung Äckherlin an der Stelzen diser Halden, stost vornnen an Georg Raiblen, und hinden uff denn Jnnhabern selbsten; Hatt Ömbd: und Bannrecht biß Martini. 
Wegen Georg Raiblins, und Christ Weißers, an obbemelten Michel Ziflen, gesuchter Überfahrt auff obiger Halden, seindt nachfolgende 

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Zway Undergängliche Sprüch durch Herrn Johann Wilhelm Schlotterbeckhen Closters Schaffnern zue Reichenbach, Hans Philipp Henslern, und Hanns Seegern, deß Ambts Reichenbach geschworenen Undergängern abgefast, und vor dem Renovatore Johann Jacob Neissern, prothocolirt:
Und denen Partheyen auff Montag denn andern Marty, Anno SechsZehenhundert Sechzig achte, zue Obermuespach, durch obermelten Undergang publicirt wordten:
Urthel.
In angestelter Cleag Georg Raiblens burgerlichen Innwohners zue Obermuespach, contra Michel Ziflen daselbsten, Einen begehrten Fahrweeg 

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über deß Ziflens gebannte Halden, zue und ab sein Raiblens Hinderäckhlin – so nur Heürecht – zuekommen, belangendt; Ist nach Anhörung Clag, Antwort, Verlesung der Bannrechtsbeschreibung, auch uff dem Augenschein verhörte Kundschafften, und beschenen Hindersegens, hiermit der Undergängliche Uspruch, daß Michel Ziflen keines wegs verbunden sein solle, Ihm Raiblen einiche Überfahrt zu gestatten, sondern wenn der Raiblen auff oder ab sein Hinderäckhlin fahren will, mag Er eintweder das Finster gäßlin oder Michel Ziflens Gäßlins Ackher dem Weg nach: und durch Georg 

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Masten junge Heckhen dem nechsten nach uff das sein, mit gewettenem Vich fahren.
Publicirt Montags denn 2t. Marty Anno 1668, Vormittags zwischen Zehen und Eilff Uhren.
Und hatt Michel Ziflen die Urthel acceptirt, Georg Raiblen aber darzue sztill geschwigen, auch die Fatalia Appellationis verschleiffen laßen. s. 

Urthel.
In denen von Christ Weißern an Michel Ziflen Sollicitirter Überfahrt auff sein Weißers Jungeäckherlin, Ist nach Anhörung Clag, Antwort, Red und Widerred, besichtig: 

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Und Verlesung deren im alten Lägerbüchlin Vermelter Güetterweegen, und Veldbanns, auch beschehener güetlichen Submision, Undergänglichen hiermit gesprochen, daß in Ansehung deß Weißers Jungäckherlin sowohl als Michel Ziflens Halden, ein Bann begriffen, Michel Ziflen schuldig sein solle, den Weißer über sein Haldenackher, daß gleich ußer dem Weeg an Georg Raiblens Veldt dem nechsten über deß Ziflens Hald, ohne weitläuffige Umbränckh, auff sein Weißers Jungäckherlin mit Tung: und mit dem Nutzen darab fahren zuelaßen.
Publicirt eodem die, ex anno. 

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Diser Urthel nachzuekommen, hatt Christ Weißer sich nach der Publication anerbotten, Und Michel Ziflen darzue still geschwigen, Und keiner Appellation sich angemaßget. r. 

Ein Ackher die Lachenmad genannt, ohngefahrlich Zween Morgen, zwischen Georg Masten, und Georg Raiblen gelegen, stost vornnen an Ihm selbsten, und hinden an Georg Masten; Hatt Heürecht.,
Und gehet der Horber Weeg dardurch. 
Ein Madveldt im Weiler Steig, ohngefahrlich Vier Morgen, zwischen Thoma Bonethen, und der Allmeindt gelegen, stost oben wider uff 

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die Allmeindt, und unden uff Christ Weißern; Hatt Heürecht. 
Ein Wislen das Kleinmädlin genannt, ohngefahrlich Zwen Morgen, beederseits zwischen der Allmeindt gelegen, stost oben wider uff die Allmeindt, und unden uff Hanns Steimlen von Undermuespach; Hatt Heürecht. 
Ein Ackherveldt das Schnepfennloch genannt, ohngefahrlich Neün Morgen, zwischen Jacob Ceipen, und Michel Seegern gelegen, stost vornnen an Thoma Boneth, und hinden uff Georg Morath; Hatt Heürecht. 

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Ein Wiß bey der Seegmihlin ohngefahrlich Drey Morgen, zwischen dem Mihlgraben, und Michel Seegern der gemeinen Gaß ligendt, stost oben uff ermelten Mihlgraben Michel Seegern, und unden uff die Allmeindt; Hatt Öembd: aber kein Waidrecht;
Und wäßeret der Innhaber von dem Wasser, so Er durch Erhaltung eines Küehners, von Michel Seegers Prüel herüb bringen kan, doch bemeltem Michel Seegern an seiner Haubtwäßerung nichts benommen. 
Ein Stückhlin Veldt das Höflin genannt, zwischen Georg Morathen, und dem Seeggraben ligendt, stost oben uff die Seegmihlen, und unden wider uff Georg Morathen; 

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Auss solchem Pläzlin ist hirvor die Mahlmihlen gestanden, Und waß darauß jährlich Öwigs Zinnß gefallen, würdt hirvornnen under denn Capitul jährlich Zinnß ußer der Mahl: und Seegmihlen zue ersehen sein. 
Ein Ackher im Weiler Steig genannt, ohngefahrlich anderthalb Morgen, zwischen Thoma Bonethen, und Christ Weißern ligendt, stost oben und unden uff die Allmeindt; Ist Bawveldt. 
Ein Äckherlin das Auchtäckherlin genannt, ohngefahrlich Drey Viertel, zwischen Georg Raiblen 

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und Thoma Bonethen ligendt, stost vornnen uff Christ Wintern, und hinden an gemeinen Weeg; Hatt Heürecht. 
Ein Ackherveldt die Hinderdanneckh genannt, ohngefahrlich Ein Jauchert, zwischen Conradt Claußen, und Michel Seegern gelegen, stost vornnen uff Christ Wintern, und hinden uff Michel Seegern; Hatt Bannrecht bis Martini. 
Ein Ackher an der Mihlhalden, ohngefahrlich Ein Morgen, zwischen der Allmeindt beederseits gelegen, stost vornnen uff Georg Masten, und hinden uff die Allmeindt. Ist ein Allmeindtackher. 

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Solche beschribene Güetter in obiges Lehen gehörig, werden gegen dem Closterambt Reichenbach verschäzet, pro: -.: 

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Fernner hat Er Michel Ziflen nachfolgende aigenthumbliche Güetter, so in kein Lehen gehörig, innen: 
Ein Wiß im Angelsbronnen, ohngefahrlich Drey Morgen, zwischen der Allmeindt, und dem Herrengueth ligendt, stost oben uff Hanns Schittenhelm, und unden uff ermelten Angelsbronnen; Hatt Heürecht,
Und wäßeret ußer dem Glattbronnen. 
Ein Wiß die Karchlet genannt, ohngefahrlich Zween Morgen, beederseits zwischen der Allmeindt gelegen, stost oben uff das 

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Brückhlen, und unden uff Conrad Claußen; Hatt Heürecht,
Und die Wäßerung außer dem Glattbronnen. 

Werden dise absonderliche Velder mit dem Closterambt Reichenbach in der Schatzung belegt, umb:  – :. 

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ENTNOMMEN AUS: HAUPTSTAATSARCHIV STUTTGART, H102/63 BD. 10.

AUFGESCHRIEBEN VON HANS REHBERG.