Vogtgericht 1628

Das Vogtgericht von 1628

In diesem Teil wird das Protokoll des Vogtgerichtes vom (Datum nicht lesbar)1628 wiedergegeben.
Zeitweise wurde das Ruggericht auch mit Vogtgericht bezeichnet, die Aufgabe hatte sich jedoch nicht geändert.
Die Vogt- und Ruggerichte fanden jedes Jahr unter der Leitung des Vogtes vom Klosteramt Reichenbach statt. Alle Bewohner konnten ihre Beschwerden vortragen und durch das Gericht klären lassen.
Diese Protokolle zeigen auch die kleinen Probleme der Obermusbacher und wir wollen sie deshalb Veröffentlichen um unseren Lesern einen Einblick in das Leben auf dem Dorf im 17. Jahrhundert zu geben.
Wichtig für den Heimatforscher sind auch die Namen der Prozessteilnehmer, da für diese Zeit vor und um den 30jährigen Krieg die Kirchenunterlagen nur unvollständig vorhanden sind.
Der Original-Text ist mit Übertragungsfehler behaftet, da die Schrift in Teilen schwer les- und übertragbar ist. Vielfach wird auch wegen der schlechten Lesbarkeit nur der vereinfachte Sinn des Protokolls übertragen. 
Die Textkommentare sind zur Verständlichkeit kursiv geschrieben.

Ab hier Originaltext: 

Vogtgericht zuo Obermuospach 1628.
Uff gemelten Tag ist des Vogtgericht zue Obermuo0bach gehaltten
und volgende ruogungen angebracht worden. 

Urteil / AnklägerKlage / Urteil (Sonderschrift)
Jacob Klaiß 
Die Steeg und Weg solen in gemeintz frohn gemacht und gebraucht, hernach die Jenige so uß fahren ernstlich gestrafft werden. 
man veruberfahre einander die güeter gar sehr. Und werden etliche Prud nit gehalten.
Die weil kainer nambhafft gemacht wurde, soll könfftig die Ubertretter vermerckht und ein ieder All tag umb 5 Schilling gestraff werd. 
Ist daruff in gelibdt genommen word.Es seye kein Waldtschitz mehr vorhanden, were Um Wächt des ein annderer verordnet würde.
Schlecht gall häberlin fur. 
Die vor 2 Jaren Anbeuohlner kendeter seyen noch nit gemacht, Die ersch ses verhinderung sey die Theurung gewesen. Welche noch keine Kämmeter hab soll dieselbige bey Straff 1 Pfund Heller in Jarsfrist gemacht werd. 
Marten Gessleritem theus LeixJerg Morhardt und Nonnenmacher Khamffer vil uß geritten, dahero die waid mit Vich uberschlagen werd.
Diese beede sollen sich deßweg mit der gemein vergleich. 
Die Vischlen werd zue Pacht gefirt, und des scha grössern Schad damit zue gafriget.
Die Vischlen sollen zue rechter Züfft gefirt uff des widerig fahl nit mehr possirz oder die UbenTretter allweg umb 1 Pfund Heller gestrafft werd. 
Des Holz werd sehr vor der Seegmühle verschleifft.
Die Theter sollen nambhafft gemacht unnd die Dieb der gebnr noch mit gefengnuß gestraff werd.kanden hernach. 
Jerg MorhardtDie frucht uff dem Eiseb Aischbach werd Ihne durch den Kirsch Prech verderbdt.  
Morhardt solle Zure Zeit der Zeitigung uff die schädlich leut achtung geb und rieg. 
 Basti Leix xx habe Ihm Scheuter uß eine Klatter Im weg getrag, und sein buob dar geschmäch? 
für gericht 
Lorentz walzBasti Leix und andere Taglöhner verschlaiffen Schwart von der Seegmihl. 
Schulthaiß solle bey dem seeger des recht grundt ?schren, und ied umb 5 Schilling Straff, douen der ha? Theil in des Closter zue lufern. 
Des Seegers frauw schneidt Ihme umb geme? äckhern des graß hin weg. 
Soll uff diß mal 5 Schilling und könfftig bey Straff des Heuflens sich dessen gentzlich benuschig?. 
Lorentz WeisserDes Braun Hannßen seelig buab Jacob ha?Ihme die Kirschen im gart obgebrochen. 
Soll ein Tag und Nacht im Narrheußlen bießen.Ist uf diß male 
Gall HäberlenIdem Jacob Leixhabe d seeg habe ihn auchgeschlag.Jacob Leix und der Seeger haben einander geschmäht. 
Für gericht gewisen. 
Michel KlaißMichel Weisser habe Ihme des Jehendes ha?    b zuehitzig zue gered und sein Trunst s? ger? 
Ist darumb erfilzt word. 
Theuß LeixDie Taglöhner bauwen vil Alim?9nd ungefragt. 
Schulthaiß bericht may hab? in gefragt.
Huldigung
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Entnommen aus: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A516L Bü.6.
Aufgeschrieben von Hans Rehberg.