Gemeinderat Protokoll 1848 Teil 1

Gemeinderats-Protokoll von 1848 bis 1864
– hier die Jahre 1848 bis 1858 –

Die Jahre 1859 bis 1864 sind auf der nächsten Seite.

Im Gemeinderaths-Protokollbuch sind die Beschlüsse des Gemeinderates und des Bürgerausschusses über 16 Jahre protokolliert worden.
Wir haben hier die in altdeutscher Handschrift (Kurrentschrift) geschriebenen Original- Niederschriften wiedergeben um einen Überblick über die Tätigkeiten des Gemeinderates in der Zeit von 1848 bis 1864 darzustellen. Zur Kürzung der Seitenlänge haben wir dass Buch in zwei Teile aufgeteilt.
Das Original ist Kursiv geschrieben.
Ein x entspricht einem nichtleserlichen Wort und ein ? ein nicht sicher gelesenem Wort.
Vor einer Unterschrift im Protokoll ist immer ein Kurzzeichen, wir haben an Stelle dessen das Wort „Unterschrift“ geschrieben.
Beschrieben ist im Protokollbuch immer nur eine Seitenhälfte, auf der leeren Seitenhälfte sind teilweise Ergänzungen geschrieben die wir als Randbemerkungen tituliert haben. Randbemerkungen in Bleistift wurden vermutlich von der kontrollierenden Behörde im Rahmen des Ruggerichts ausgeführt.


Obermusbach Oberamt Freudenstadt

Gemeinderaths-Protokoll
Angefangen den 9. Dezbr. 1847, beendet 1864
 

Königliches Oberamts Gericht und Oberamt Freudenstadt
Wird auf den gänzten Erlaß v. 23. v. M. betreffend die Anlegung eines neuen Güterbuchs folgendes Gehorsamst berichtet.
1. Die Anlegung eines neuen Güterbuchs ist hier dringend nothwendig da gar kein Güterbuch vorhanden ist, und wurde hier beschloßen ein neues Güterbuch anlegen zulaßen.
2. Dasselbe soll nach unserem Wunsch nach der Real Ortnung angelegt werden. Als Gründe stregen? hirfüra. daß die Gemeinde ganz klein und daß
b. der Besitzstands-Wechsel nicht häufig ist, ferner
c. Daß auch bei der Real Ordnung das Güterbuch nur Einen Starken Band einnehmen wird.
3. Um Anlegung eines neuen Güterbuchs haben wir den Amtsnotar Walther ersucht, welcher sich auch bereit erklärt hat, das Geschäft zu übernehmen; er wird einen Kosten Überschlag demnächst fertigen.
4. Die Zahl der zum Steuer Verband gehörigen Grundstüke macht etwa 450 bis 500 seien
5. Das Gebäudekataster ist nach Gut und zu einer Ergänzung nach Maasgabe der neueren Verordnungen tauglicht. Weil aber nicht viel Gebäude hier sind so wird es in Beziehung auf den Kosten auf Eins heraus kommen wenn die Gebäude dem neuen Güterbuch ein Verleibt werden.
6. Mit dem Güterbuch muss auch ein Summerisches Steuer Vermögens Register angelegt werden. Da ein solches noch nicht  Vorhanden ist und ebenso ist.
7. eine neue Steuer Einschätzung Dringendes Bedürfniß ist, das bisher die Steuern nach Verhaltnis des Kaufs. Preises somit nach ganz unsicheren Maasstab umgelegt werden.
8. Die Gefällen und Gütter sind hier abgelöst.
Obermusbach den 9. Dezber 1847
Gemeinderath Ziefle 


Verhandelt den 14. Dezber? 1848 vor beede  bürgerliche Collegien.
Ueber die ?haus Gefäll hier ist seit einigen Jahren öffentlich Rechnung abzulegen. Für die Rechnungsstell wird nun durch Beschluß vom Brätigen? 30 Kreuzer pro Meter dem Verw? Actuar Pfand v. Aach, ausgelegt welcher dahier Geschäft besorgt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Ziefle Seeger Mast Braun Wurster Hofer & Bürgerausschuß Bohnet Gotfried Frey Frey
Bemerkung der Redaktion: Die Schrift ist sehr schwer lesbar. 
   
Verhandelt am 19 April 1849 vor dem Waisengericht
Für das minderjährige Kind des Martin Wurster Bauern, Anna Maria Wurster wird auf den Tod der Wursterschen Ehefrau, Friedruh? Braun, Bauer dahier als Pfleger bestellt und durch Hinweisung auf seine als Gemeinderath abgelegte Pflichten sogleich verpflichtet.
Unterschrift Jak. Fried. Braun
Zur Urkunde Waisenrichter  Ziefle Mast Hofer 

am 30. April
Wird in Betreff der Cautionsleistung des neuen Gemeindepflegers Adam Bohnet beschlossen, demsselben von Eintragung einer Caution zu entbinden, u. mit der Interaession? seiner Ehefrau sich zu begnügen.
Z. B. Gemeinderath Wurster Mast Hofer Seeger 

Verhandelt am 5 Mai 1849 vor dem Waisengericht
Da Jakob Friedrich Braun zum Schultheißen gewählt worden ist, so wird an seine Stelle für das minderjährige Kind des Martin Wurster, Bauren, Namens Anna Maria Wurster der designirte Schultheiß Math. Ziefle von hier als Pfleger bestellt und zugleich verpflichtet.
Unterschrift Ziefle
Zur Urkunde Waisenrichter Braun Mast Hofer 

Obermusbach Verhandelt den 31. August 1849
Heute hat man nach vorheriger Ausfertigung der Wählerliste und Bekanntmachung im hießigen Amt, die Gemeinderathswahl auf die vorgeschriebene Weiße vorgenommen und es haben die Wahlbenachrichtigten Bürger, von welchen nur Ochsenwirth Sebastian Frey wahlunfähig ist, alle abgestimmt.
Das Ergebniß ist folgendes:
Martin Seeger 11, Matheis Ziefle 12, Jakob Fried. Hofer 11, Adam Hofer 12, Johannes Mast 12, Gemeindepfleger Bohnet 9 Simmen.
Mit Stimmenmehrheit treten nun obige Sechs angeführte als Gemeinderäthe ein. Diese Wahlhandlung und richtige Abzählung der Stimmen beurkunden:

Schultheiß Braun
Obmann des Bürgerausschußes J. Bohnet


 Unter dem heutigen Datum als den 11 Sebtember treten nun die oben genannten als Gemeinderäthe  ein, nachdem Sie auf ihren früheren Diensteid verwießen worden sind, und Gemeindepfleger Bohnet vorschriftsmäßig verpflichtet worden ist. Die Anerkennung der auf Sie gefallenen Wahl
Gemeinderath Braun Ziefle Hofer Seeger Bohnet Mast Hofer 

Verhandelt den 31 August 1849
Auf heute hat man die Ergänzungswahl der Bürgerausschüße vorgenommen das Ergebniß ist folgendes: Gottfried Frey Bauer hier wurde einstimmig als Bürgerausschußobmann gewählt und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Gottfried Frey
Die übrigen treten nun wieder, nachdem Sie auf ihre frühere Verpflichtung aufmerksam gemacht worden sind als Bürgerausschußmitglieder ein.
Unterschrift Bohnet Frey 

Verhandelt den 25 Oktober 1849 vor dem Waißengericht
Nachdem der Pfleger für die noch minderjährige zwey Kinder Regina und Franziska Frey, Töchter des Sebastian Frey Wittwer dahier kürzlich mit Todt abgegangen ist, so wird an dessen stelle Christian Hohle, Kaufmann in Grünthal wieder als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet.
Unterschrift C.F. Hole
Zur Beurkundung Waisengericht Braun Ziefle Seeger 

Verhandelt vor dem Gemeinderath den 19. März 1850
Da auch allhier vielfältig Klagen vorkommen, daß an der Vicinalstraße von Untermusbach bis Reichenbach über die Ortsmarkung dahier alle Jahr fast alle Bäume welche an die Betreffenden Straße gesetzt wurden mutwillig beschädigt und abgeschnitten wurden, so hat der Gemeinderath zufolge Erlasses des königl. Oberamts Freudenstadt Amtsblatt No.12 beschlossen den hießigen Feldschützen, wie auch die betreffenden Weegknechte zu beauftragen diese Frevelhaften Thaten zu überwachen, und demjenigen der einen solchen zur Anzeige bringt daß derselbe gerichtlich belangt werden kann eine Belohnung von 3 Gulden auszusetzen
.
Gemeinderath Braun, Ziefle, Bohnet, Mast, Seeger 

Nachtrag
Verhandelt den 15. May 1848 vor dem GemeinderathIn
Gemäßheit Königlicher Verordnung vom 23. April 1848 Regierungsblatt Seite 173. Betreffend die Ertheilung einer Amnestie für Faust und Jagdvergehen, hat der Gemeinderath dahier beschlossen, sämtliche vor den 15. May 1848 geschehenen Vergehen in den Privatwaldungen nicht abzurichten, sondern dieselbe nachzulassen.
Beurkundet Gemeinderath Braun Bohnet Hofer Ziefle Mast 

Nachtrag
Obermusbach den 20.May.1849
In Betreff des Jagdwesens auf hießiger Markung hat die unterzeichnete Stelle die Anfrage an den kl. Revierförster Greuling (welcher bisher die fragliche Jagd ausübte) in Reichenbach gemacht, ob da die Grundrechte in Kraft getreten sind, die Ausübung der Jagd der Gemeinde Obermusbach nicht zukomme.
Schultheiss Braun 

Hierauf gibt derselbe folgende Erklärung:
Nachdem die Grundrechte bereits in Kraft erklärt sind, steht der dortigen Gemeinde allerdings dass Recht zu, die Jagd auf ihrem eigenthümlichen Grundbesitz in Selbstausübung zu nehmen, und ich bin weit entfernt dagegen eine Einsprache zu machen.
Sollte überigens die Gemeinde die Selbstadministration ihrer Jagd nicht beizubehalten gesonnen sein, und solche am Fremde oder Auswärtige zu verpachten beabsichtigen, so bitte ich mich auch zuvor in Kenntniss zu setzen zu wollen, denn wenn die Jagd nicht zu hoch käme, so würde vielleicht auch ich als Liebhaber auftreten, allein nicht aus Intresse, sondern bloss deshalb dass ich Gelegenheit hätte mit den Obermusbacher ehrenwerthen Bürgern hie und da zusammen treffen zu können.
Reichenbach, den 14. März 1848 Revierförster Greuling
die getreue Abschrift beurkundet Obermusbach den 20. May 1849
Schultheiß Braun 

Nachtrag
Verhandelt vor dem Gemeinderath den 28. May 1849
Nachdem Revierförster Greuling in Reichenbach auf die Ausübung der Jagd auf hiesiger Markung verzichtet hat, so hat der Gemeinderath dahier beschlossen, dieselbe auf die Dauer von 3 Jahren zu verpachten, nehmlich vom 28. May 1849 bis den 28. May 1852.
Diesen Zweck hat man in der Gemeinde bekannt gemacht, und hat zum Aufstreich den 28.May 1849 bestimmt, wo beide bürgerlichen Colegien anwesend waren, und es hat die Jagd im Aufstreich (Aufstreich altdeutscher Begriff für Versteigerung) erhalten Adam Bohnet, Gemeindepfleger dahier jährlich um 7 Gulden auf die Dauer von 3 Jahren. In Beziehung des Verhaltens in Ausübung der Jagd hat man daß Jagdgesetz so weit es erforderlich ist bekannt gemacht.
Vorstehendes anerkannt Pächter Unterschrift J. Bohnet
Vorstehenden genehmigt Gemeindrath Braun Hofer Ziefle Mast 

Obermusbach Verhandelt den 19. April 1850
Die ledige Christina Bauer, Tochter des + Jakob Bauer, Zimmermanns von hier erscheint vor dem Gemeinderath und bittet zum Behuf vorhabender Verheurathung und bürgerlicher Niederlassung in Wittlensweiler und Ausstellung eines Geburtsbriefes.
Willfahrend wird gedachter Christina Bauer mit Stimmeneinheit beschlossen zu bezeugen, dass:
1. dieselbe die eheliche Tochter abgedachten + Jakob Bauer und seiner Ehefrau Dorothea geb. Mast und laut vorgelegtem Taufschein am 24. März 1824 zu Obermusbach geboren ist.
2. das sie sich zur evang. Lutherischen Confession bekennt.
3. das sie Würtembergische Staatsbürgerin und Gemeindebürgerin in Obermusbach ist.
4. das dieselbe hinsichtlich ihres Prädikats unseres Wissens an keiner der in dem Gesetze vom 15. April 1828 Art. 19 bezeichneten Mängel leidet.
5. das was ihr Vermögen betrifft dieselbe nach glaubhaften Ausweißen von ihrer noch lebenden Mutter, die wir nach ihrem eigenen Vermögen zu Abreichung eines solchen Heirathsgut für befähigt machten, einschließlich des väterlichen Erbgutes zum Heirathgut erhällt.
Zu Liegenschaft – 0
Von ihrer noch lebenden Mutter als Heurathgut an barem Geld – 300 Gulden an sonstigen Fahrnis mit Einschluss der Kleider und Laibwäsche etwa – 100 Gulden
eigen anspartes – nichts
im Ganzen also – 400 Gulden besitzt.
6. das ihrem Austritt aus dem diesseitigen Gemeindeverband unseres Wissens kein Hinderniss im Weege steht.
diese Verhandlung bekräftigt an obigen Tage
Schultheiß & Gemeinderath, Braun, Hofer, Ziefle, Mast 

Obermusbach den 17 Juni 1850
Nachdem Adam Bohnet dahier schon mehrmals gebeten hat, ihn seiner Stelle als Buterkäufer zu entlassen, so wurde willfahrend demselben fragliches Geschäft heute dem Ocißen? und Gemeinderath Ziefle dahier übertragen, und nachdem derselbe sich erklärt hat, fragliches Geschäft anzunehmen, hat der Gemeinderath sein Gutachten und Genehmigung hirzu ertheilt.
Beurkundet Gemeinderath Braun Hofer Bohnet Mast 

Obermusbach den 24. Juni 1850
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Es erscheint Johannes Frey, Taglöhner von hier und bittet um eine gemeinderäthlichen Beschluß bezüglich seiner Holzgerechtigkeit.
Demselben willfahrend wurde der Gemeinderath heute versammelt, derselbe hat sich in dieser Beziehung dahin auf unserem Vertrag vom 15. Dezember 1842 und 17. März 1843 uns berufen wonach die hießigen Waldbesitzer die Abfindungssumme mit 2500 Gulden bezahlt haben, und es haben die Aktivbürger von Obermusbach durch diese Abfindungssumme, welche als Grundstock bei der hießigen Gemeindepflege angelegt sind, und die Gemeinde davon ihre Nutznießung zieht auf alle und jede Ansprüche in dieser Beziehung verzichtet.
Und da dem königl. Oberamt dieser Vertrag vielleicht noch unbekannt ist, so folgt derselbe zur gefälligen Einsicht.
Beurkundet den 24. Juni 1850 Gemeinderath Braun Bohnet Mast Ziefle 

Obermusbach den 1. Juli 1850
Da bei der hießigen geringen Bürgerzahl eine förmliche Wahl des Bürgerausschusse nicht heute vorgenommen wurden, so verbleiben die früheren Mitglieder des Bürgerausschusses.
Nur Johann Martin Seeger, Bauer dahier welcher den 26. März 1823 geboren ist, und das 27 Lebesjahr zurück gelegt hat, und die Hälfte Besitztum seines kürzlich verstorbenen Vaters käuflich übernommen hat wurde an obigen Datum als Mitglied des Bürgerausschusse aufgenommen und verpflichtet.
Unterschrift Johann Martin Seeger
Beurkundet den 2. Juli 1850 Schultheiß Braun 

Verhandelt vor dem Gemeinderath
Nachdem Johann Martin Wurster bei der abgehaltenen Gemeinderatswahl durchgefallen ist, und somit deßen Stelle entlaßen wurde, so ist auch mit demselben die Stelle als Ortsfeuerschau erledigt worden.
Der Gemeinderat hat nun unter dem heutigen Datum den Schultheiß Braun mit dieser Stelle beauftragt.
Vorstehendes anerkannt Schultheiß Braun
Zur Beurkundung Gemeinderath Mast Bohnet Ziefle 

Obermusbach den 16. November 1850
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Königlichem Oberamtsgerichtlichen Auftrage zufolge wird dem Taglöhner Johannes Frey dahier von dem Gemeinderath beschloßen zu bezeugen:
1. deß derselbe unseres Wissens nach nie gestraft worden
2. Ein gutes Prädikat besitzt
3. Was die Vermögensverhältnisse des Frey betreffen ist sämtliches Liegenschaft verpfändet, und besitzt somit ausser etwas Fahrniß und Vieh wenig Vermögen. Es kann somit noch ein Vermögen von etwa 200 bis 300 Gulden angenommen werden.
Beurkundet Gemeinderath Braun Mast Bohnet Ziefle Hofer 

Obermusbach den 13. Dezember 1850
verhandelt vor dem Gemeinderath
In Folge des gegen Johann Adam Bohnet, Bierbrauer dahier eingeleiteten Gantverfahren wird demselben von dem Gemeinderath beschloßen zu bezeugen
1. das gedachter Bohnet eines theils wegen ganzlicher Arbeitsscheue und auch wegen theilweise öfters vorkommenden verschwenderischen Lebenswandel in Vermögensverfall gerathen ist und
2. das die Überschuldung auch größtentheils von der gegenwärtigen Wertlosigkeit alles Eigenthums herrührt.
3. Wird als Güterpfleger Johann Adam Bohnet, Gemeinderath bestimmt.
Beurkundet Gemeinderath Braun Ziefle Hofer Mast 

Obermusbach den 7. Januar 1851
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Zufolge der Kameralamtzuschrift vom 30. Dezember v. J. im Betreff der Beschlagnahme und ex. Verwaltung des gehauenen Holzes in des Joh. Martin Wursters Waldungen stellt der Gemeinderath den Antrag; Wenn das königl. Kameralamt den den Versprechungen des gedachten Wursters nicht mehr länger nachgeben will, sondern nunmehr auf Bezahlung dringt, das Kameralamt die ex. Verwaltung des Holzes unter Zuziehung der königl. Forstbehörde wie bei anderen herrschaftlichen Holzverkäufen selbst übernehmen möchte, wobei der Gemeinderath die Unterstützung gerne gewährt. Als Grund hierfür, warum der Gemeinderath die Exakution nicht vollziehen will ist der, weil gedachten Wurster fortwährend alle Schuld in dieser Sache auf den Gemeinderath wirft und sich dabei äußert man wolle ihn nur um sein Eigenthum bringen, und deswegen mag der Gemeinderath diesen bösartigen Launen nicht länger ausgesetzt sein.
Ferner der Antrag der Forstbehörde daß dieß Frühjahr ein Quantum Holz in den verpfändeten Waldungen auf Rechnung des königl. Kameralamt solle erhauen werden hält der Gemeinderath für ganz zweckmäßig.
Ob die Verwerthung dann dem Wurster überlaßen bleibt, darüber hat das Kameralamt zu entscheiden.
Endlich noch hat man beizufügen, daß das betreffende Langholz noch alles in den betreffenden Waldungen liegt, aber von den Sägklötzen fast täglich abgeführt werden.
Beurkundet Gemeinderath Braun Ziefle Hofer Hofer Bohnet 

Obermusbach Gerichtsbezirks Freudenstadt
verhandelt vom Gemeinderath
Königl. Oberamtsgerichtlicher Auftrag vom 15. d. Monats soll dem Joh. Adam Hofer ein Prädikat & Vermögenszeugnis ausgestellt werden.
Dem zu Folge wird nun von dem Gemeinderath beschlossen zu bezeugen
1. daß Adam Hofer, Gemeinderath ein gutes Prädikat besitzt, und
2. Ein Vermögen von ungefähr 4000 Gulden.
BeurkundetObermusbach den 17. März 1851 Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Hofer Mast 

Obermusbach den 27. März 1851
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Da schon vor einigen Jahren Johannes Hofer, Schmiedmeister von Untermusbach als Spritzenmeister dahier angestellt wurde, und demselben damals von unserer Feuerspritze zu probieren und einschmieren a.f.w. ein jährliches Gehalt von 3 Gulden gemacht gewesen sein, welcher Vertrag aber verloren gegangen ist.
So wird von dem Gemeinderath beschloßen,daß von jetzt an dem Johannes Hofer für die jährliche Behandlung und probieren dießer unserer Spritze eine jährliche fixe Belohnung von 2 Gulden ausgesetzt worden sein.
Beurkundet Unterschrift J. Hofer
Gemeinderath Schultheiß Braun Hofer Hofer Bohnet Ziefle 

Verhandelt vor dem Gemeinderath an obigen Datum.
Da durch den Wegzug des Schullehrers, und durch die Erledigung unserer Schule das hiesige Schulhaus als Rathhaus wiederruflich benutzt wird und alle Verhandlungen der Gemeinde da geschehen sollen so ist jährlich auch Holz zum Einheitzen zum besagten Rathhaus nöthig geworden.
Es wird deshalb von dem Gemeinderath beschloßen das fragliche Holzbedürfniß auf folgendem Weege anzuschaffen.
Es wird jährlich von einem Bürger Klafterholz unentgeltlich beigeführt, und zwar das erste Jahr willigt Adam Hofer ein ein Klafter beizuführen, das nächste Jahr muß ein anderer Bürger ein Klafter Holz beiführen und so fort.
Beurkundet Gemeinderath Schultheiß Braun Hofer Ziefle Hofer Bohnet 

Verhandelt den 15. März 1851
Königl. Oberamth Anordnung vom 10. März soll über Ochsenwirth Frey dahier ein Vorstrafen & Vermögenszeugnis ausgestellt werden.
Der Gemeinderath beschließt nun dem selben zu bezeugen
1. daß gedachten Frey zwar wegen Verfehlungen bezüglich seines Wirthschaftsbetriebs vom Königl. Oberámt Freudenstadt schon 3 mal gestraft wurde, von sonstigen Vorstrafen aber ist dahier nichts bekannt.
2. daß Ochsenwirth Frey an Vermögen besitzt ——0.
Beurkundet Gemeinderath Schultheiß Braun Ziefle Bohnet Mast Hofer Hofer 

Verhandelt den 9. Juni 1851
Da bei der am 6. Juni 1851 stattgefundenen Rechnungsabhör durch das königl. Oberamt die persönliche Theilnahme an Verpachtungen über Gemeindvermögen dem Gemeindepfleger untersagt ist, so wird von dem Gemeinderath dahier beschlossen.
daß die unter dem 28. März 1849 auf 6 Jahre verpachtet Jagd wovon jetzt erst 2 Jahre verflossen sind wieder auf die Dauer von 6 Jahren frisch verpachtet werden soll, und zwar vom 9. Juni 1851 bis den 9. Juni 1857diesen Zweck hat der hiesigen Bürgerschaft und in Untermusbach bekannt gemacht und es wurde somit heute zur Aufstreichsverhandlung geschritten, und es hat selbige erhalten
Friedrich Müller, Bauer von Untermusbach
jährlich um 2 Gulden
Bedingungen sind:
1. der Pächter hat einen tüchtigen Bürgen als Selbstschuldner und Selbstzähler zu stellen.
2. das Pachtgeld muß alle jahr, und zwar auf den 9. Juli 1852 das erstemal bezahlt werden an die Gemeindepflege Obermusbach.
der Pächter Fried. Müller
der Bürg J. Bohnet
Vorstehende Verhandlung wird von dem Gemeinderath genehmigt
Obermusbach den 9. Juni 1851
Gemeinderath Schultheiß Braun Bohnet Mast Ziefle Hofer Hofer 

Verhandelt d. 17. Juni 1851
Vor dem Gemeinderath u. Bürgerausschuß
In der hiesigen Gemeinde ist ein neues Güterbuch anzulegen u. es wurde schon vor mehr als 3. Jahren der Amtsnotar Walther v. Dornstetten um Besorgung dieses Gefälls angegangen. Nachdem nunmehr mit dem Geschäft begonnen werden solle, so wurde Amtsnotar Walther zu Fertigung eines Kosten-Ueberschlags veranlaßt, welchen er heute vorgelegt hat. In diesem Ueberschlag sind die Verhältnisse richtig und mehr angegeben, u. die Kosten für das Güterbuch auf 177 Gulden 43 Kreuzer veranschlagt.
Mit dem Amtsnotar Walther ist man nun übereingekommen, daß er
1. eine ganz neue Steuereinschätzung leitet,
2. das Güterbuch nach der Personal Ordnung bestehender Verordnungen gemäß anlegt, die Gebäudebeschreibung denselben einverleibt, Namen-Register u. Steuer Vermögens-Register fertigt und kurz? das Güterbuch Geschäft nöttig? bean?gt, wofür er den
3. eine ?entschädigung von 150 Gulden erhält u. sind unter dieser Summe auch die Register?kosten begriffen.
4. die zwei Güterbuch u. Steuer Vermögensregister nöthigen Tabellen u.s.w. sowie den Einband der Bücher bezahlt die Gemeinde.
Zur Beurkundung Unterschrift Amtsnotar  Walther
Gemeinderath Braun Hofer Bohnet Mast Hofer Ziefle &
Bürgerausschuß Gottfried Frey Martin Seeger Frey  

Verhandelt den 24. Juni 1851
Nachdem der Gemeinderath schon vielfach vom königl. Oberamt angegangen wurde, ob und was man gegen die Zutheilung vom verschiedenen Staatswald Completzen an die benachbarten Gemeinden einzuwenden wiße? Der Gemeinderath hat nun beschlossen:
Das gegen sämtliche damelte Zutheilung von Staatswaldungen an die benachbarten Gemeinden man keine Einwendungen zu machen weiß.
Beurkundet: Gemeinderath Braun, Ziefle, Hofer, Bohnet, Hofer
 

Obermusbach Verhandelt den 3. Juli 1851
Auf heute hat man nach vorheriger Ausfertigung der Wählerliste und Bekanntmachung im hießigen Ort die Gemeinderathswahl, verbunden mit der Wahl eines neuen Gemeindepflegers nachdem Joh. Adam Bohnet, seitheriger Gemeindepfleger um Entlaßung seiner Stelle gebeten hat auf die gesetzliche Weiße vorgenommen, und es haben die Wahlbenachrichten Bürger, wovon nur Ochsenwirth Frey und Bierbrauer Bohnet wahlunfähig sind alle abgestimmt.
Das Ergebniß ist folgendes:
Als Gemeindepfleger wurde mit großer Stimmenmehrheit Joh. Adam Bohnet, seitheriger Gemeindepfleger und auch als Gemeinderath gewählt.
Ferner als Gemeinderäthe erhielten:
Joh. Adam Hofer 7 Stimmen,
Johannes Mast 8 Stimmen,
Ziefle 9 Stimmen,
J. Fried. Hofer 8 Stimmen.
Es treten somit, oder verbleiben vielmehr die oben fünf genannten als Gemeinderäthe wieder und mit großer Stimmenmehrheit ein, und ebenfalls hat es auch mit dem seitherigen Gemeindepfleger Bohnet sein Verbleiben.
Vorstehende Verhandlung beurkundet Gemeinderath Schultheiß Braun Hofer Mast Ziefle Hofer Bohnet

Randbemerkung: Dieße Verhandlung ist ungültig  

Königl. Oberamt Freudenstadt
In Beziehung der Ergänzungswahl des Bürgerausschußes hat man gehorsamst zu berichten, daß bei einer so geringen Bürgerzahl, wie es allhier der Fall ist eine förmliche Wahl des Bürgerausschußes nicht stattfinden kann.
Die Bürgerzahl beläuft sich gegenwärtig auf 12 Bürger und zwey Wittfrauen und 2 Leibgedinger, welch letztere nicht in Bürgerausschuß antreten. 2 von besagten Bürgern sind nicht wahlfähig, nämlich Bierbrauer Bohnet und Ochsenwirth Frey, weil sie sich im Gante (Insolvents) befinden. Es verbleiben somit folgende Mitglieder des Bürgerausschußes:
1. Gottfried Frey als Obmann,
2. Joh. Martin Seeger,
3. Johannes Frey.
Ferner wurde heute weiter in Bürgerausschuß aufgenommen Joh. Adam Seeger Bauer und Ochsenwirth welcher den 13. Dezember 1828 geboren ist, und somit noch nicht ganz 25 Jahre alt ist, derßelbe hat aber 
den 5. Juli 1851 Dispensacion von der Minderjährigkeit erlangt, und wird somit in Bürgerausschuß aufgenommen und verpflichtet.
Unterschrift Seeger
Vorstehendes anerkannt Bürgerausschuß G. Frey, Frey, Seeger
 

Abschrift
Verhandelt vor der Unterpfandsbehörde dn 15. August 1851
Köngl. Oberamtsgericht Freudenstadt

In Beziehung der K. kameralamtlichen Klage wegen der Bürgschaftsschuld des J. Martin Wurster dahier im Betrag von noch 5086 f 53 x nebst Zinsen vom 6. Januar 1848 zu 5 % hat nun zufolge köngl. Oberamtsgerichtlichen Anordnung gemäß folgendes gehorsamst zu berichten.
1. Daß dem Kameralamt keine andere Versicherung gegeben werden kann, die Ligenschaft des gedachten Wurster für andere Schulden und für das Muttergut der Tochter I. Ehe sämtlich verpfendet ist.
2. Von dem bis jetzt abgeführten Holz steht keine Forderung mehr im Ausstand, daß selbiges könnte mit Beschlag belegt werden.
3. Kann auch der Käufer nicht ausgemittelt werden, da Wurster seine Schnittware bald an diesen bald an jenen Käufer verkauft.
Es bleibt somit nichts andere übrig, als daß dem Wurster sein bereits gehauenes Holz welches zu Sägklötze aufbereitet ist mit Beschlag belegt werde welches die Unterpfandsbehörde auch laut der angeschloßenen Urkunde besorgt hat. Jedoch stellt man wiederholt den Antrag, daß es am zweckmäßigsten sein würde, wenn das Kameralamt die vorhandenen Sägklötze zum Verkauf bringen würde, überhaupt wäre es ganz zweckmäßig wenn sich das Kameralamt zum größten Theil mit seiner beträchtlichen Forderung durch einen baldigen Holzhieb bezahlt machen würde. Denn es ist bekannt, daß bei Wurster wegen seiner Umstände das Vermögen nicht zu, sondern abnimmt.
Jedenfalls aber macht sich die Unterpfandsbehörde für die Kameralamtliche Forderung nicht verbindlich.

Obermusbach, den 15. August 1851
Unterpfandsbehörde Braun
 

Obermusbach den 22. Sept. 1851
Verhandelt von dem Waißengericht.
Nachdem Johannes Hofer, Müller in Grünthal, welcher früher Pfleger war für Johannes Mast von Obermusbach, welcher jetzt und schon seit einigen Jahren in Amerika, welcher gegenwärtig noch ein Vermögen von 480 f besitzt, so wird heute durch Beschluß des Waißengerichts Johann Adam Seeger, Ochsenwirth als Pfleger bestellt, und betreffendes Geld 340 f baar, und einen Schuldschein von Eva Klumpp über 140 f, zur Pflegschafts-Verwaltung übergeben und heute verpflichtet.
Unterschrift Seeger
zur Beurkundung Waißengericht Braun, Ziefle, Bohnet, Hofer
 

Verhandelt den 16. Oktober 1851
Da das Straßenmaterial über die hiesige Vicinalstraße zwischen der Markungsgrenze Untermusbach und Reichenbach größtentheils zu Ende ist, so wird von dem Gemeindrath beschlossen.
Das die Beifuhr an gutem Straßenmaterial auf das Jahr 1852 wieder im Weege des Abstreichs nach Roßlast soll angesdchafft werden.

Zur Abstreichsverhandlung wird der 28 Oktober Nachmittags 1 Uhr bestimmt.
Gemeindrath Braun, Bohnet, Mast, Ziefle, Hofer



Verhandelt den 16. Oktober 1851
vor dem Gemeinderath
Nachdem der Bauer Johann Martion Wurster wegen seines verschwenderischen Lebenswandel und aus sonst zureichenden Gründen der Verwaltung seines entsetzt wurde, oder sich freiwillig seiner Vermögensverwaltung begeben hat, so wird zu Folge köngl. Oberamtgerichtlichen Beschluß die Wahl eines Pflegers für gedachten Wurster vorgenommen. Hierzu wurde von dem Gemeinderath einstimmig gewählt Johann Adam Hofer, Gemeinderathsmitgied von Obermusbach.
Adam Hofer hat die Pflegschaft für gedachten Wurster angenommen, und wurde sogleich verpflichtet
.
Unterschrift Hofer
zur Beurkundung Gemeinderath Braun, Zifle, Mast, Bohnet


Randbemerkung: Diese Verhandlung ist ungültig, da das köngl. Oberamtsgericht den Adam Bohnet nicht als Pfleger angenommen hat.
 

Nachtrag
Zehentenablösungssache
Abschrift vom Anmeldeprotokoll
Obermusbach
Oberamt Freudenstadt
Verhandelt den 14. August 1849
Das königl. Kameralamt Dornstetten bezieht nach dem Zehentpacht-Contragt den Großen Zehenten von allen im Bau befindlichen Aekern auf der ganzen Markung.
Den kleinen Zehenten in derselben Ausdehnung wie ihn die Stadtpfarrei Dornstetten, in deren Besitz derselben früher war bezogen.
Und den Sovalzehenten.
Zu Vollziehung des Art. 58 des Zehentablösungsgesetzes Reg.Blt. von 1849 Pos. 28 hat nun die Pflichtigen zur Verhandlung eingeladen, alle melden die Ablößung an.
Die Einwilligung desen bekräftigt mit ihren Unterschriften
Es folgen die Unterschriften, 14 an der Zahl.
die getreue Abschrift beurkundet Schultheiß Braun
Das die in diesem Protokoll unterzeichneten den größten Theil der Zehentenmarkung besitzen
Beurkundet  Gemeinderath 

Nachtrag Zehentablösungssache
Abschrift
Beschluß wegen der Übername der Ablösung auf die Gemeinde und den Geschäftsführer 

Verhandelt den 14. August 1849
Sämtliche Mitglieder des Gemeinderaths und Bürgerausschusses beschließen einstimmig: es soll die Ablösung sämtlicher Zehenten, welche von den Pflichtigen angemeldet worden auf die Gemeinde übernommen werden, die sich nach art. 7 des Gesetzes wieder an die Pflichtigen hält.
Zu Folge des Art. 42 werden 3 Geschäftsführer bestellt und dazu gewählt
1. Schultheiß Braun
2. Matheus Zuefle
3. Joh. Adam Bohnet, Bauer
Zur Beurkundung
Gemeinderath                              Bürgerausschuß
7 haben unterzeichnet                  haben 4 unterzeichnet 

Obermusbach
Verhandelt den 11 November 1851
Da schon seit mehreren Jahren das Waisengerichtspersonal nicht mehr vollständig besetzt ist, so wird in Folge Königl. Oberamtsgerichtlichen Erlaßes vom 30 Oktober d.J. die Wahl dreyer Waißenrichter vorgenommen auf die Dauer von 3 Jahren Regblt. 1843 S 377 Art 4.
Hierzu wurden gewählt:
1. Gemeinderath Ziefle mit 4 Stimmen,
2. Johannes Mast Gemeinderath mit 5 Stimmen,
3. Jak. Fried. Hofer, Gemeinderath mit 5 St.,
sämtliche Gewählte erklären sich zur Annahme der auf sie gefallenen Wahl mit ihren Unterschriften: Ziefle Mast Hofer
Vorstehende Verhandlung beurkundet Gemeinderath Braun Bohnet Mast Ziefle Hofer Hofer
Randbemerkung: In Folge der der Vergantung des Jak. Fried. Hofer am 3 November 1852, bei welchen ein großer Theil der Gläubiger nicht befriedigt wurde wird beschloßen den Waißenrichter Jak. Fried. Hofer von seiner Stelle zu entlaßen.
den 5 November 1852
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet Hofer Seeger 

Obermusbach den 17 November 1851
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Da das Königl. Oberamtsgericht Freudenstadt den unter dem 16 Oktober d.J. gewählten Güterpfleger Adam Hofer nicht angenommen, auch die Bitte des Gemeinderaths die Pflegerbestellung für gedachten Wurster noch mehr aufzuschieben, oder ganz aufzuheben nicht erhört wurde, so wurde heute wieder zu einer Wahl geschritten.
Mit Stimmenmehrheit wurde gewählt Johann Adam Bohnet, Gemeinderpfleger in Obermusbach. Bohnet hat sich aber erklärt, die auf ihn gefallene Wahl nicht anzunehmen.
Beschluß des Gemeinderaths das Königl. Oberamtsgericht hirvon zur weiteren Verfügung in Kenntniß zu setzen.
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Hofer  

Verhandelt den 24.November 1851
vor dem Gemeinderath und Bürgerausschuß

Zufolge köngl. Oberamtlichen Erlaßes vom 19. Nov. Amtsblat. Pos. 94 nach Artikel 9 des Gesetzes vom 6. Juli 1849, Regblt. Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jedesmal im Dezember vorzunehmen.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß beschließt, daß für dießes Jahr und in Zukunft der 18. Dezember zur Ergänzungswahl des Gemeinderaths-Colegium bleibend bestimmt sein soll.
Gemeinderath Braun, Mast, Bohnet, Hofer, Ziefle 

Bürgerausschuß G.Frey, Seeger, Frey


Obermusbach Oberamt Freudenstadt
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Da die Zehntablößung durch Vermittlung der Gemeinde bewerkstelligt wird, so wird beschlossen daß man sich mit der Kautionsleistung des Zehntkaßiers Bohnet welche derselbe als Gemeindepfleger durch Intercession seiner Ehefrau bestellt hat begnüge, wenn beide sich dahin erklären, daß jene Kaution sich auch auf die Zehntverwaltung erstrecken soll.
Die Einwilligungs-Unterschriften Bohnet, Christina Bohnet
Beschluß
das köngl. Oberamt um die Genehmigung zu bitten.
den 8. Dezember 1851 Gemeinderath Braun, Mast, Ziefle, Hofer
 

Obermusbach Oberamt Freudenstadt
Verhandelt den 18. Dezember 1851
Zufolge köngl. Oberamtlichen Erlaßes vom 19. November 1851 und nach dem Gesetz vom 10. Juli 1849 Regblt. Seite 38 hat man heute nach vorheriger Bestetigung der Wählerliste die Ergänzungswahl des Gemeinderaths vorgenommen. Da nun ein Gemeinderathsmitglied vor 1 1/2 Jahren mit Tod abgegangen ist, und somit das Gemeinderaths-Colegium gegenwärtig und aus 5 Mitglieder besteht, so hätte also nun ein Gemeinderath durch das Loos auszutreten, und 2 Mitglieder neu zu wählen mit der Bestimmung, daß nach dem Gesetz die austretenden, oder welche durch das Loos austreten müßen wieder gewählt werden dürfen.
Die Wahl geschieht auf die Dauer vonn 6 Jahren, und es hat alle 2 Jahre 1/3 durch das Loos auszutreten. Bei der heutigen Loosziehung ist durchgefallen und hat auszutreten
Matheis Ziefle

Gewählt wurde wieder
Matheis Ziefle mit 9 Stimmen
Joh. Martin Seeger mit 6 Stimmen
Weitere Stiiem erhielten Adam Seeger 2 Stim., Gottfried Frey 3 Stim..
Es sind somit Ziefle und Martin Seeger als gewählt zu betrachten, dieselbe haben sich zur Annahme der Wahl bereit erklärt.
Unterschrift Ziefle Seeger
Vorstehende Verhandlung beurkundet
Gemeinderath Braun, Mast, Bohnet, Hofer, Hofer
Obmann des Bürgerausschußes G. Frey


Verhandelt dem 27. Dezember 1851
Nachdem nun in der festgesetzten Frist von 8 Tagen keine Einwendungen gegen die Wahl sowie gegen die Gewählten gemacht wurden, so wird Ziefle auf seinen früheren Diensteid verwiesen und Johann Martin Seeger beeidigt.
Unterschrift Seeger
zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Hofer Hofer Mast
 

Obermusbach, Verhandelt den 14. Januar 1852
Zeugniß dem heuer recautirungspflichtigen Johannes Hofer von Obermusbach, welcher als simpelhaft und zum Militär als körperlich und geistig untauglich erklärt wird, wird von dem Gemeinderath dahier über die Art der Simpelhaftigkeit folgendes bezeugt:
Schon in den Gesichtzügen des Johannes Hofer ist eine Simpelhaftigkeit zu erkennen, ferner spricht derselbe ganz undeutlich, und ist der Sinn seiner Worte nicht wohl verstehbar. Auch konnte gedachter Johannes Hofer wegen Geistesschwäche bis jetzt zu keinem ordentlichen Geschäft angehalten werden. Ferner Bedarf derselbe oft selbst noch eine Verpflegung wie es bei noch unerwachsenen Kindern es der Fall ist.
Zur Beurkungung Gemeinderath Braun Hofer Ziefle Bohnet Mast.
 

Verhandelt den 26. Januar 1850 vor der Steuersatzbehörde
Behufts der endlichen Erledigung der Streitsache zwischen Friedrich Müller und Adam Seeger, beede von Untermusbach, Steuerrückstand und Prozeßkosten betreffend wurden heute betreffende Waldungen durch oben genannte Steuersatzbehörde eingesehen und eingeschätzt:
Das Ergebniß ist folgendes
da Friedrich Müller 30 Morg 17 Rath 6 Sch
und Adam Seeger 20 5/8 M. 18 R 0 Sch besitzt, so ist auch der heutigen Einschätzung der Wald des Adam Seeger bedeutend mehr wert als der des Müller, da Müller bereits zur Hälfte Hardt besitzt auch die Grundlage des Bodens bei weiten nicht so ergiebig ist, als der des Adam Seeger.
Oder um es noch deutlicher zu machen, der Wald des Friedrich Müller hat einen Werth von cirka 2500 f, so hat der des Seeger einen Werth von 3000 f.

Unter besagten Umständen ist die Weigerung das Adam Seeger welche nicht zur Hälfte der Steuern und Prozeßkosten bezahlen will als ganz unstatthaft zu betrachten und es wird deßhalb das Schultheißenamt Untermusbach ersucht demselben Seeger die Hälfteige Bezahlung fraglicher Steuern und Prozeßkosten aufzuerlegen, welche in den Beilagen ersichtlich sind.
Steuersätzer Braun Mast Bohnet

1. Randbemerkung am Protokollanfang: Schultheiß Braun Gemeinderäthe Mast Bohnet
2. Randbemerkung am Ende: Gebühren der Steuersetzen 1 Gulden 27 Kr. 

Verhandelt den 29 Januar 1852
Am  27. Okt. 1849 hat Adam Hofer Bauer von hier und an deßen Statt Joh. Georg Bauer von Untermusbach die Weegstrecke gegen Untermusbach von Par o bis 12 um 17 f 24 x jährlich gesteigert. Inzwischen ist Bauer weggezogen und ist Jakob Schneider von Untermusbach aufs neue als Wegknecht angestellt worden. Da sich kein anderer Liebhaber zeigte, so war man genötigt demselben die gesonderte Akkordsumme von 20 f auf die Gemeindekaße zu verwilligen. Dieser neue Akkord geht vom 1. März 1851 und gilt bis den 29. Okt. 1855.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Hofer Seeger Ziefle 

Obermusbach Verhandelt den 12. Feber 1852 vor dem Gemeinderath
Johann Martin Wurster, Bauer von hier trägt vor, daß er bei gnädigster Herrschaft und Nachlaß derjenigen Bürgschaftsschuld welche er für seinen Schwiegervatter Sebastian Frey Ochsenwirth hier, und für den früheren Hofgerichtsadvokaten Rindeschwender von Rastatt bezahlen soll und die ursprünglich mehr als 7300 Gulden betragen habe, bitten wolle, und daß er zu diesen Behuf um ein Gemeinderäthliches Zeugniss bitte.
Der Gemeinderath hat einstimmig beschloßen, zu bezeugen, das
1. Johann Martin Wurster früher in geordneten Vermögensverhältnissen gewesen ist.
das
2. derselbe fast einzig und allein durch die genannte Bürgschaft geschäftlich und moralisch zu Grunde gerichtet wurde indem er durch dieselbe wie ausser sich gekommen ist, und sein ganzes Wesen sich zu seinem Nachtheil gewendet hat
das ferner
3. Wurster mit Frey und Rindeschwender für die er Bürgschaft geleistet nie in irgend einem Geschäftsverkehr gestanden ist, das er nie und nirgens Nachtheil von denselben gehabt hat und die Bürgschaft einzig und allein aus übel angebrachter Gefälligkeit eingegangen hat.das endlich
4. Wurster und seine Familie zeitlebens ruiniert ist wenn ihm die Bürgschaftsschuld nicht erlassen wird.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Mast Hofer Bohnet Hofer 

Verhandelt den 12 März 1852
In der Schuldklagsache des Rosenwirth Wälde von Freudenstadt gegen Gottfried Frey Bauer dahier Forderung im Betrag von 73 Gulden 36 Kr betreffend, wird, da Frey den Verfügungen des Schultheißenamt kein Gehör gibt, und nach K.-Oberamtsgerichtlicher Anordnung vom 8 d.M. gegen Frey Exekution beschloßen, und 2 Stük Kühe zum Verkauf ausgesetzt und den Verkauf derßelben auf Donnerstag den 25 d.M. Vormittags 8 Uhr festgesetzt ist.
Gemeinderath Braun
Randbemerkung: Dieße Schuld wurde den 13 März 1852 bezahlt und es unterbleibt betreffende Exekutionsverfügung. 

Verhandelt den 1. März 1852 vor dem Gemeinderath
Nachdem dem königl. Forstamt Freudenstadt die Anzeige über die Anstellung eines gemeinschaftslichen Viehhirten dahier erstattet wurde, erhielt man die Weisung, das der nun aufgestellte Hirte Lobegott Schwaigert von Freudenstadt durch den Gemeinderath zu beeidigen sein zu diesem Zweck wurde heute der Gemeinderath versammelt, und es wurde dem neu aufgestellten Hirten Schweikert folgende Bedingungen aufgegeben.
Der Hirte hat das ihm zur Weide anvertraute Vieh mit der möglichsten Sorgfalt und Schonung zu behandlen die größte Obacht zu tragen, daß kein Vieh in die angrenzenden Herrschaftswaldungen, nahmentlich in die angelegten Kulturen kommt, wenn sich der Hirte etwas derart zu Schulden kommen läßt, so hat derselbe die etwaige Strafe und alle daraus entspringende Nachtheile selbst zu leisten, da endlich Schweikert angiebt, daß er von 2 Jahren bei dem Forstamt Altensteig beeidigt worden sein, so wird demselben ein förmlicher Eid nicht abgenommen, sondern auf seiner früheren Diensteid verwiesen, und die Einhaltung der gegebenen Vorschriften durch Handschlag versprochen.
Unterschrift Schweikart
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Mast 

Obermusbach Verhandelt den 7. Juni 1852 von der Unterpfandsbehörde
Kaufmann Carl Neff in Stuttgart hat bei Jak. Fried. Hofer ein Capital von 3000 f  zu fordern, wofür derselbe Carl Neff durch Waldung gesichert ist.
Unter den 11. März d.J. hat Carl Neff die Anzeige gemacht, daß er in Erfahrung gebracht habe, daß Hofer fortwährend Holz in den verpfändeten Waldungen hauen läßt, und um Beschlagnahme des Holzes bitte, und unter dem 26. Mai hat Lehrer Bikart in Rexingen im Vollmachtnahmen des Carl Neff beim k. Oberamtsgericht Freudenstadt Klage erhoben, daß dem gedachten Hofer jeder Holzhieb in den verpfändeten Waldungen untersagt sein soll.
Die Unterpfandsbehörde dahier anerkennt die Klage als gerechtfertigt, und es wurde deshalb heute beschlossen:
Das in Betracht, daß durch den fortgesetzten Holzhieb betreffender Wald vollens ganz wertlos gemacht wird, und somit dem derleicher allerdings Gefahr des Verlusts droht, daß ferner Hofer gar nicht mehr nach seinen Waldungen sieht, und bereits jedem Holzkaufliebhaber Erlaubnis gibt in gedachtem Wald zu hauen und zu haußen wie wenn der Wald gar keinem Besitzer oder Eigentümer zugehörte, daß weiter in Betracht, daß Hofer das gehauene Holz, oder den Erlös hirvon nicht zweckmäßig anwendet, wird verfügt, daß dem Jak. Friedrich Hofer jeder fernere Holzhieb in den verpfändeten Waldungen bei empfindlicher Strafe untersagt sein soll, und daß diejenigen Buchen, welche unter dem 5. Juni gehauen wurden zur Verfügung des Pfandgläubigen liegen bleiben müßen, es seie denn daß Hofer die verpfändete Schuld mit 3000 f an Carl Neff abgetragen hat.
So beschlossen den 7. Juni 1852
Unterpfandsbehörde Schultheiß Braun Mast Ziefle Bohnet
Randbemerkung: Die Eröffnung Unterschrift Hofer 

Verhandelt Obermusbach den 16 Juni 1852
Die Bürgen des Jakob Friedrich Hofer dahier als da sind Matheis Ziefle, Johannes Mast, Adam Hofer und Gebrüder Seeger sämtliche hier. welche für ein Capital von 4000 f welcher Jak. Fried. Hofer dem Veit Hirschfelder in Rexingen schuldet solidarisch haften, haben sich bei dem Schultheißenamt beschwert, daß Hofer fortwährend Holz inn dem verpfändeten Wald und Streueplätze haue, und überdieß machen sich alle Schulden des Hofers selbst bezahlt, und es drohe den Bürgen bedeutend Verlust, und dißwegen müßen sie das Schultheißenamt ersuchen, daß dem Hofer jeder Holzhieb untersagt sein solle.
Das Schultheißenamt erkennt die Klage als begründet, und es wird deshalb dem Jak. Friedich Hofer jeder ferneren Holzhieb in den verpfändeten Waldungen untersagt, und im Fall Hofer dieße Verfügung unbeachtet läßt, sind die Bürgen als Kläger befugt, das etwa gefällte Holz mit Beschlag belegen zu laßen. Da ferner das Inventar bei Hofer seit einiger Zeit auffallend verringert wurde, so wird demselben der Verkauf an Vieh und Pferden ernstlich untersagt.
So beschlossen den 16. Juni 1852
Schultheiß Braun 

Obermusbach Verhandelt den 18. Juli 1852
Gemeindepfleger Bohnet dahier will sein Amt als Gemeindepfleger niederlegen, und hat deswegen das Schultheißenamt um die Vornahme einer Gemeindepflegerwahl gebeten. Auf zureden das Amt noch länger zu behalten verweigert er daßelbe.
Es wurde nun heute eine neue Gemeindepfleger Wahl vorgenommen, und es haben sich sämtliche wahlfähige Bürger alle abgestimmt.
Das Ergebnis ist folgendes:
Johannes Mast erhielt 5 Stimmen
Johann Martin Seeger 3 Stimmen
Es ist somit Johannes Mast als gewählt zu betrachten, und es hat sich Mast zur Annahme der auf ihn gefallenen Wahl bereit erklärt. Die Verbindlichkeit der Wahl ist auf Dauer von 2 Jahren.
Unterschrift Mast
Beschluß dem Köngl. Oberamt dieße Verhandlung zur Genehmigung vorzulegen, wobei man noch zu bemerken hat, daß der gewählte Johannes Mast ein gut prudicirter Mann und ein Mitglied des Gemeinderaths dahier ist, und das Amt als Gemeindepfleger früher schon 4 Jahre bekleidete.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Hofer Hofer Seeger 
Randbemerkung: Verhandelt den 14. August 1852
Nachdem durch Beschluß des k. Oberamt die Wahl des neuen Gemeindepfleger Johannes Mast bestätigt wurde und seine Kautionsurkunde eingesandt wurde, so wird der gewählte Johannes Mast heute anstatt der Ablegung eines förmlichen Eides auf seinen schon früher als Gemeindpfleger abgelegten Diensteid hingewiesen, und verpflichtet, und in sein Amt eingewiesen.
Unterschrift Mast
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Ziefle Bohnet 

Obermusbach Verhandelt den 15. Juli 1852
Jakob Friedrich Hofer dahier hat schon seit vielen Jahren dem Jakob Friedrich Mast welcher nun in Amerika ist ein Pflegevermögen von etwas mehr als 1000 f verwaltet.
Da aber in neuerer Zeit bedeutend Gelder eingegangen sind, und der Pfleger Jakob Fried. Hofer in seinen Vermögensverhältnißen so weit und so auffallend zurück gekommen ist, so daß sein Vermögensverfall als ganz unvermeindlich erscheint, so hat sich das Waißengericht bewogen gefunden, das eingegangene Geld nicht an den Pfleger Hofer ausfolgen zu laßen sondern das Waißengericht hat das Geld in Verwahrung genommen.
Es wurde nun heute die Wahl eines neuen Pflegers vorgenommen in der Person des Gemeinderathes Johannes Mast, und demselben das eingegangene Geld im Betrag von 939 f 10 x zur Verwaltung übergeben, und dem Pfleger zugleich bedeutet, daß er die betreffene Forderung bei Kronenwirth Faißt Wittwe in Igelsberg in Bälde beizutreiben habe. Die Annahme der Pflegschaft und die Verpflichtung unterschreibt Mast
Beschluß, dem königl. Oberamtsgericht vorstehende Verhandlung zur Genehmigung vorzulegen.
Waißengericht Braun Ziefle Mast 

Verhandelt den 26. Juli 1852
Wird in Betreff der Cautionsleistung des neuen Gemeindepflegers Johannes Mast beschloßen:
Denselben von Einlegung einer Caucion zu entbinden, und mit der Intercession seiner Ehefrau Christina geb. Kohler sich zu begnügen.
Gemeinderath Braun Bohnet Ziefle Seeger 

Verhandelt den 6.September 1852
In Folge der gegen Jak. Friedr. Hofer dahier eingeleiteten Vermögensuntersuchung wird von dem Gemeinderath dahier über die Ursache des Vermögensfall folgendes Zeugniß ausgestellt.
1. Das Jak. Friedr. Hofer eine Theils durch die Fehljahre, und den Minderwerth des Holzes sehr in seinem Vermögen zurück gekommen, das
2. bei Hofer die Arbeitsscheue und ein leichtsinniger Lebenswandel, und
3. die Hauptursache seine 3 ungerathene Söhne welche dem Müßiggang und Trunk auffallend ergeben sind, den Vermögenszerfall beigeführt haben.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet 

Verhandelt den 6. September 1852
In der Schuldensache des Jak. Fried. Hofer wurde heute Matheis Ziefle, Gemeinderath als Güterpfleger bestellt.
Anerkannt Unterschrift Ziefle
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Mast Seeger 

Verhandelt den 14. September 1852
Nachdem das Königl. Oberamt bei der Rechnungsabhör am 16. August d.J. zum Rezeß gemacht hat, daß gegen die ausständigen Steuerflüchtigen Exekution verfügt werden soll, so wird von dem Gemeinderath beschloßen:
Daß dem Gottfried Frey und Johannes Frey dahier zur Bezahlung ihrer bedeutenden Steuerrückstände nach einer Frist von 3 Tagen anberaumt wurde, nach fruchtlosen Ablauf dießes Frist, daß die Steuer nicht bezahlt werden genannten Personen so viel Vieh zum Verkauf auszusetzen, als zur Deckung sämtlicher Rückstände erforderlich ist.
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Seeger 

Verhandelt den 21. September 1852
Zufolge Beschlußes des Gemeinderaths und Bürgerausschuß vom heitigen, soll auf dieß Jahr wieder die Beifuhr von Straßenmaterial im Abstreich verakkondiert werden, hierzu wurde der 18. Oktober d.J. festgesetzt, und es wurde wieder beschloßen, daß Kalksteine bis zu Pos. 16 von der Markungsgränze Untermusbach an solle beigeführt werden, von Pos. 16 an aber  bis zu Pos. 70 sonst hante? Steine.
Bürgerausschuß
Gemeinerath Braun Hofer Ziefle Mast 

Obermusbach Oberamt Freudenstadt Verhandelt den 18. Dezember 1852
Zufolge Königl. Oberamtlichen Erlaßes vom 19. November 1851 und auch dem Gesetz vom 10. Juli 1849 Reg.Blt. Pos. 38 hat man heute nach vorheriger Anfertigung der Wählerliste die Ergänzungswahl des Gemeinderaths vorgenommen.
Da unter dem 3. November dem Gemeinderathsmitglied Jak. Fried. Hofer vergantet wurde, und somit als Gemeinderathsmitglied nicht mehr zuläßig ist, da ferner bei einer so geringen Bürgerzahl wie es hier der Fall ist, das Gemeinderathscolegium nicht vollständig kann besetzt werden, so wird von dem Gemeinderath beschloßen:
das Gemeinderathscollegium auf 5 Mitglieder zu bestimmen.
Bei der heutigen Loosziehung ist Adam Hofer im Loos durchgefallen, jedoch mit der Bestimmung, daß nach dem Gesetz welcher nach dem Loos auszutreten hätte wieder gewählt werden kann.
Gewählt wurden:
Matheis Ziefle mit 9 Stimmen
Johannes Mast mit 8 Stimmen
Adam Bohnet mit 7 Stimmen
Adam Hofer mit 6 Stimmen
Martin Seeger mit 6 Stimmen
Es sind somit die vornen aufgeführten 5 Mitglieder wieder als neu gewählt zu betrachten, und es haben sich die 5 aufgeführten zur wiederholten Annahme der auf sie gefallenen Wahl bereit erklärt.
Welches sie unterschriftlich anerkennen
Hofer, Ziefle, Mast, Bohnet, Seeger
Vorstehende Verhandlung beurkundet mit dem beifügen, daß keine Einwendungen erhoben wurde.
Gemeinderath Schultheiß Braun
Bürgerausschuß G. Frey 

Obermusbach Oberamt Freudenstadt Verhandelt den 25. September 1852
Die Gemeindepflege Obermusbach kauft unter dem heutigen Datum von Peter Pfeffer von Bittelbronn und Simon Levi von Rexingen Oberamt Horb folgende auf Obermusbacher Markung liegende Waldungen:
Primärcataster Parzellen Nr.
347/1 – 1 5/8 Morg 42,5 Ruth.
347/2 – 1 5/8 Morg. 42,5 R.
351/1 – 4 5/8 Morg. 10,0 R.
351/2 – 4 5/8 Morg. 10,0 R.
Wald im Reichenbacher Wald
Von und um die Summe von 1000 f Eintausend Gulden
Kaufsbedingungen sind folgende:
1. Steuer und sonstige Abgaben gehen vom 1. Juli 1852 an auf die Käufer der Gemeindepflege Obermusbach über.
2. Der Kaufschilling wird von heute an in einem 1/4 Jahr von der Gemeindpflege Obermusbach an den Verkäufer des Waldes baar bezahlt, und ist bis dahin der Kaufschilling unverzinslich, nach Verfluß eines 1/4 Jahres aber wenn der Kaufschilling nicht bezahlt wäre, ist betreffender Posten mit 5 % vom Hundert zu verzinsen, oder der Überrest, wenn betreffende Schuld nicht ganz bezahlt ist.
3. Acis und Erkenngeld bezahlt allhier die Gemeindepflege als Käufer des Waldes.
4. Wird sich die höhere Genehmigung des fraglichen Kaufs vorbehalten.
Fernerda durch einen Vertrag vom 15. Deib. 1842 die Besitzer der ertheilten Gemeindewaldungen 2500 f zu bezahlen hatten, und genannte Summe als Grundstock für die Gemeinde angelegt wurde, so wird beschloßen:
daß fraglich erkaufter Wald ebenfalls statt dieser 1000 f tausend Gulden für die Gemeinde als Gemeindewald verbleiben soll. Nach erfolgter höherer Genehmigung wird vorstehender Kaufvertrag steif und fest zugesagt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun
Bürgerausschuß
Randbemerkung: Gegen den Ankauf dießer Waldung aus Grundstockmittel wird von Oberamtwegen nicht eingewendet.
Freudenstadt, den 16 Oktober 1852 Königl. Oberamt Romminger 

Abschrift Obermusbach Verhandelt den 3. November 1852
Unter dem obigen Datum verkauft die Gemeindepflege Obermusbach mit Zustimmung des Gemeinderath und Bürgerausschußes die aus dem Gante des Johann Adam Kleiß, Hirschwirth in Herzogsweiler erkaufte Ligenschaft, wie solche die Gemeindepflege dahier übernommen hat, und solche in dem Kaufbuch Herzogsweiler beschrieben sind an Gottlieb Hindenach und Johann Georg Schuler, beede in Herzogsweiler von und um die Summe von 860 f und neunzig Gulden Pachtgeld zusammen neunhundert fünfzig Gulden.
Mit dieser Summe ist auch der auf den 1. Januar 1853 verfallene und noch rückständige Pacht begriffen und bezahlt.
Dem Kauf hat man noch weitere Bedingungen zu Grunde gelegt.
1. Steuern und Abgaben wie solche auch heißen mögen gehen vom 1. Juli 1852 auf die Käufer über, und es darf die Gemeindepflege mit keinen Kosten weiter in Anspruch genommen werden, nahmentlich haben die genannten Käufer auch die beanspruchten Verkaufsgebühren dem dortigen Schultheißenamt zu bezahlen.
2. Der Kaufschilling ist in einem 1/4 Jahr baar an die hießige Gemeindepflege zu bezahlen, jedenfalls aber ist der ganze Kaufschilling vom Tage des gerichtlichen Erkennntnißes an, welches in 4 Wochen zu geschehen hat mit 5 % von Hundert zu verzinsen, und im Fall das gerichtliche Erkennen länger verzögert wird, oder der Kaufschilling nicht auf die bemelte Zeit bezahlt wird, sind von den Käufern 5% an die Gemeindepflege dahier zu bezahlen. 
3. Zehneten und sonstige Abgaben übernehmen die Käufer.
4. Acis und Erkenngeld bezahlen die Käufer allein.
5. Wird sich die k. Oberamtliche Genehmigung ausdrücklich vorbehalten.
6. Wegen Bezahlung des Kaufschilling machen sich die Käufer Schuler und Hindenach als solidarisch haftend verbindlich, und Schultheiß Rauschenberger von Herzogsweiler macht sich noch als Bürg Selbstschuldner und Selbstzähler verbindlich bis Capital und Zinsen bezahlt sind.Zudem wird sich
7. Das Eigenthumsrecht von Seiten der Verkäufer bis zur gänzlichen Bezahlung vorbehalten.
8. Nach erfolgter höherer Genehmigung wird betreffender Kauf steif und fest zugesagt, und es verzichten Käufer und Verkäufer auf die gesetzliche Stauzeit, Irrthum und Verletzung.
Kraft unserer Unterschriften
Verkäufer Gemeindepfleger Mast
Käufer Joh. G. Schuler, Gottlieb Hindernach, Bürg und Schuldzähler Rauthenberger
Vorstehendes wird von dem Gemeinderath und Bürgerausschuß genehmigt
Gemeinderath Braun, Ziefle, Bohnet, Hofer, Seeger
Bürgerausschuß G. Frey, Frey, Seeger 

AbschriftDie königl. Württembergische Regierung des Schwarzwaldkreißes an das k. Oberamt Freudenstadt
Auf den Bericht vom 26.d.M. wird der Verkauf der von der Gemeinde Obermusbach aus dem Gante des Hirschwirth Adam Klaiß von Herzogsweiler an Zahlungsstatt übernommene Güter im Betrag von 860 f gegen die gesetzlichen Sportel von 5 f 9 x hiermit genehmigt. Das k. Oberamt hat für die Sicherheit dießes Kaufschillings in gesetzlicher Weiße Sorge zu tragen.
Reutlingen den 13. Dezember 1852
Ziffer 10578, Sprotel 5 f 9 x
Autenrieth – Muff 

Abschrift
Obermusbach Verhandelt den 21. Oktober 1852 vor dem Gemeinde & Stiftungsrath
Da der Verwaltungsakteur Treffz in Pfalzgrafenweiler, welcher seit einigen Jahren auch das Verwaltungsgeschäft hier besorgt einige andere Orte zur Verwaltung übertragen wurde, und somit mit Geschäften voraussichtlich überhäuft ist, da ferner der Sitz des Verwaltungsakteur in Pfalzgrafenweiler für die Gemeinde  ganz ungelegen ist, da die Gemeindecasse dahier den Tranzport der Rechnungsakten von Freudenstadt nach Pfalzgrafenweiler besonders zu bezahlen hat u.s.w., so wird von dem Gemeinde und Stiftungsrath einstimmig beschloßen:
Das Verwaltungsgeschäft für Obermusbach dem kl. Verwaltungsackteur Bukenberger in Freudenstadt zu übertragen, wo man noch beizusägen hat, daß man die Belohnung des Verwaltungsacktuar bei der bisherigen belaßen wolle.
Dießer Beschluß soll dem köngl. Oberamt zur Genehmigung vorgelegt werden.
Zur Beurkundung Gemeinde & Stiftungsrath Pfarrer Barth, Braun, Hofer, Seeger, Mast, Bohnet, Ziefle 
Randbemerkung:
An das Schultheißenamt Obermusbach
Dem Verwaltungsakteur Trusch ist eine vorschriftsmäßige Aufkündigung zu schicken, und daß dieß geschehen am nächsten Battentag? wieder zurück zu geben.
Freudenstadt den 23. Oktober 1852
Königl. Oberamt Romminger
Den 1. November die Aufkündigung dem Verwaltungsackteur Treffz angezeigt, worauf derselbe erwiderte, daß er das Verwaltungsgeschäft noch ein 1/2 Jahre besorgen wolle. 

Abschrift
Königl. Oberamtsgericht Freudenstadt
Geschehen den 9 März 1848
In der Rechtssache des Joseph Schäfer, Löwenwirth von Dettlingen gegen die Bannwaldbesitzer von Obermusbach Holzgerechtigkeits Rückstände betreffend ist unter dem heutigen eine Verhandlung gepflogen worden, welche dem betreffenden Actenfaßikel einverleibt ist. Zu dieser Verhandlung erschien auch Benedickt Dettling von Bittelbronn, mit welchem hier auf die in dem vorhin allegirten? Protokoll bemerkten Beklagten einen sogenannten Vergleich abgeschloßen haben, und hierüber wird nun gegenwärtiges Protokoll aufgenommen.
Der Vergleich, welcher von allen anwesenden Beklagten unter Haftung der Genehmigung der Abwesenden abgeschloßen ist geht dahin, die Ansprüche des Dettling bestehen
1. In den Holzrückständen von 1826 bis jetzt.
2. In der Holzgerechtigkeit selbst daher in dem Recht für Neubau und Reparationen seines Anweßens das benöthigte Holz aus Obermusbacher Bannwaldungen zu beziehen.
Für diese Rückstände und zur Ablößung der Holzgerechtigkeit selbst erhält Dettling als Abfindungssumme 1400 f in 3 Tagen baar 400 f. Den Rest von 1000 f nach ein 1/4 jährigen Aufkündigung, jedoch von heute an verzinslich.
2. Dieße Summe hat Dettling aus der Hand des Kaufmann Münster dahier, Kronenwirth Fetzer von Pfalzgrafenweiler, Schultheiß Ziefle von Obermusbach an welche er ganz allein sich zu halten hat, zu empfangen.
3. Unter dießer Summe sind die Rückständigen 18 f Prozeßkosten nicht begriffen.
4. Hiermit ist Dettling vollkommen zufrieden.
Durch dießen Vergleich sind beide Theile völlig abgefunden, und es darf kein Theil weitere Ansprüche aus dem alten Holzrechte, welcher Art sie auch sein mögen erheben, und es wollen beede Theile dießen Vergleich stat und fest wißen, und verzichten auf alle Einreden gegen dießen Vergleich. Die aus 375 f auf 2 f 23 kr berechneten Sportel übernehmen die Beklagten.
Unterschrift Benedickt Dettling, Münster, Schubert, Braun, Hofer, Seeger, Mast, Bohnet, Ziefle, Bauklacher, Wurster, Hofer, Fetzer, Seeger, Henf, Müller, Pfeifle, Müller, Hofer, Klumpp
Zur Beurkundung Königl. Oberamtsgericht Leygold
Zur Beurkundung Gemeinderath Schultheiß Braun 

Abschrift
Obermusbach Gerichtsbezirks Freudenstadt
Ablößungs-Vertrag mit dem Löwenwirth Schäfer von Dettlingen K. Preußisches Oberamt Glatt und den Bannwaldbesitzern Obermusbach.
Verhandelt den 18. November 1850
Bemerkung: Diese Abschrift ist gestrichen. 

Verhandelt den 4. Janner 1853 vor dem Gemeinderath
In der Schuldklagsache des Lehrer Biekart in Rexingen als Bevollmächtigter für Hr. Kaufmann Carl Neff in Stuttgart gegen Johann Martin Wurster dahier Forderung im Betrag von 310 f 25 kr. betreffend.
Beschließt der Gemeinderath, daß da Wurster trotz der abgelaufenen Zahlungsbefehlen nicht bezahlte, die Forderung des Carl Neff eine Pfandschuld ist, und schon seit dem 17. Febr. 1851 eingeklagt und betrieben wird. Daß dem Wurster so viel Vieh zum Verkauf ausgesetzt werde, als zur Deckung fraflicher Schuld erforderlich seie, auch zum Verkauf deßelben Dienstag den 8. Febr. 1853 Morgens 8 Uhr zum Verkauf anberaumt seie.
Gemeinderath Braun Mastz Ziefle Bohnet Hofer  

Obermusbach Verhandelt den 28. Janner 1853
In Betreff der Executions-Arbeiter, welche von dem Oberamtweegmeister Pfeifer im Monath December 1852 auf der Weegstrecke des Weegknechts Wurster von Untermusbach gearbeitet haben, und deren Kosten sich auf 49 f 4 kr. beläuft, wird von dem Gemeinderath folgendes beschlossen:
Da gedachter Wurster betreffende Weegstrecke erst seit 3/4 Jahren übernommen hat , und im Ganzen etwa 18 f Belohnung eingenommen hat, da es ferner bewiesen ist, daß gedachter Wurster doch auch eine geraume Zeit auf betreffender Straße arbeitete, so wird beschlossen, daß der Weegknecht Wurster von Untermusbach der Gemeindecaße Obermusbach wieder 10 f als zu viel empfangen zurück zu bezahlen habe, die Überigen 39 f 4 kr. auf die Gemeindecaße zu übernehmen seien, jedoch behält sich die Gemeindepflege den Regreß an den vormaligen Weegknecht Schmelzle von Hallwangen und deßen Bürgen bevor wegen genannten 39 f 4 kr.
Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger  

Verhandelt den 28. Janner 1853 vor dem Gemeinderath
Da der Schäfer Veit welcher im Jahr 1851 die Schaafherde in Untermusbach hütete um 16 f  gestraft wurde, und da derselbe seine Strafe vor seinem Abgang in Untermusbach nicht bezahlte, so wendete man sich an den damalige Pächter Johannes Blöchle von Untermusbach, daß er falls der Schäfer kein Vermögen besitze die Strafe zu bezahlen habe. Die betreffenden 16 f Strafe wurde nun auch dahier bei Joh. Adam Bohnet mit Beschlag belegt, und derselbe angewießen betreffende 16 f der hießigen Gemeindepflege zu bezahlen, was auch geschehen ist. Auf mehrmalige Klage aber des Johannes Blöchle von Untermusbach bei dem k. Oberamtsgericht Freudenstadt hat daßelbe verfügt, daß dem Blöchle betreffende 16 f wieder von der Gemeindepflege zurück zu bezahlen seien, und der Gemeinde der Regreß an den Blöchle zustehe.
Es wird nun von dem Gemeinderath beschlossen:
Dem Blöchle betreffende 16 f wieder zu ersetzen, jedenfalls aber ist der Gemeindepfleger angewießen betreffende 16 f bei dem Schultheißenamt Untermusbach einzuklagen, und jedenfalls sich an den Pächter Blöchle auf alle mögliche Weiße zu regreßieren.
Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger 

Verhandelt den 25. Febr. 1853 vor dem Waißengericht
Aus Veranlaßung der Realtheilung des Peter Braun, Leibgedingbauers dahier, wurde Martin Seeger, Bauer dahier als Pfleger für folgende Kinder des Braun aufgestellt und verpflichtet:
a. für den blödsinnigen Sohn Gottlieb Braun, und
b. für den nach Amerika ausgewanderten Sohn Peter Braun, von dessen Tod, Leben oder Aufenthalt seit einigen Jahren nichts mehr bekannt ist.
Unterschrift Martin Seeger
Zur Beurkundung Waisengericht Ziefle Mast Bohnet
Randbemerkung: Da der Pfleger nebenstehender Kinder des Peter Braun Nahmens Johann Martin Seeger unter dem 7. August 1858 mit Tod abgegangen ist, so wird heute Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier als Pfleger für dießelben bestellt und sogleich verpflichtet.
den 10. Sebt. 1858
Unterschrift Johann Adam Seeger
Zur Beurkundung Waißengericht Mast Bohnet Ziefle, Amtsnotar x 

Verhandelt den 10. März 1853
Gottfried Frey, Bauer dahier schuldet dem Würtembergischen Creditverein in Stuttgart 8333 f 20 kr. für welche Summe dem Darlehner das ganze Freysche Gut verpfändet ist. Durch einen Erlaß des königl. Forstamt Freudenstadt vom 5. Febr. d.M. ist dem Gottfried Frey auf sein Ansuchen bei der höheren Forstbehörde gestatten worden seine etliche 60 Morgen Waldungen abzuholzen, obgleich der Gemeinderath den 27. Janer d.J. dagegen protestierte. Da nun der Pfandgläubiger der Würtembergsche Creditverein von dem Vorhaben des Frey benachrichtigt wurde, gab dießer die Erklärung, daß es ihr zustehe, daß zu ihrer Sicherheit für die dargeliehenen 8333 f 20 kr. die Unterpfänder in ihrem ganzen Wesen erhalten werde und bitten, daß dem Besitzer ihres gedachten Unterpfandes eine Ausdehnung des Holzhiebes, wodurch jener Schätzungswerth von 4600 f vermindert, und wodurch also ein Theil der aus durch Eintrag in daß Unterpfandsbuch bestellten Eigenthum veräußert würde und somit für aus verlohren ging dem Frey zu verbieten, und dem Verbot den gebührenden Nachdruk zu geben.
Dem Frey wurde nun betreffendes Decret heute mündlich erklärt, und demßelben von dem Gemeinderath alle außerordentlichen Holznutzungen in den verpfändetenWaldungen aufs strengste untersagt, mit dem Anfügen, daß im nicht befolgenden Fall das gehauene Holz zu Gunsten des Pfandgläubiger verkauft würde.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun 

Verhandelt den 23. März 1853 von sämtlichen bürgerlichen Colegen
In der hießigen Gemeinde ist schon seit vielen Jahren das Farrenhalten in der Art im Umlauf geweßen daß ein Bauer die Farren für die Gemeinde 2 Jahre lang unentgeltlich anschaffen und unterhalten mußte, nach Verfluß der 2 Jahre ein anderer Bauer u.s.s..
Da nun gegenwärtig das Farrenhalten an Adam Hofer dahier ist, und derselbe schon unter den 2. August 1852 den größten Theil seines Besitzthums verkaufte, so glaubt derselbe sich von dießer Verbindlichkeit ausschließen zu dürfen, und hat sich bei dem Schultheißenamt dafür erklärt, daß er den Farren für die Gemeinde nicht länger mehr unterhalten wolle. Zudem kam es bei dem häufigen Wechsel der Farrenhalters oft vor, daß die Gemeinde nicht mit einem tüchtigen Zuchtthier versehen war, und deßwegen für die Viehbesitzer von großer Wichtigkeit ist, daß dem Übelsrand abgeholfen werde. Aus Veranlaßung deßen wurde heute die gesammte Bürgerschaft versammelt, und beschloßen:
Das Farrenhalten nunmehr auf eine Reihe von Jahren an den wenigstfordernden zu verpachten, und das Pachtgeld jährlich auf die Gemeindecaße umzulegen.
Bei dießer Verhandlung wurde man dahin einig und zum Beschluß erhoben, daß
1. Das Farrenhalten vom 23. April 1853 an auf die Dauer von vorläufig 3 Jahren bestimmt also bis zum 23. April 1856.
2. Dem Pächter wird zur Bedingung gemacht einen ganz tüchtigen Farren anzuschaffen und zwar auf seine Kosten, und es darf die Gemeindepflege wegen Beschaffung des Farren um keinen Beitrag angenommen werden, sondern es hat der Pächter den Farren aus seinen eigenen Mittel abzuschaffen, weiter wird auch beschloßen, daß dem Pächter zur Pflicht gemacht wird, einen  ganz tüchtigen Farren anzuschaffen, und im Fall derßelbe der Gemeinde nicht entspricht, beziehungsweiße dem nunmehr wieder aufgestellten Schaugericht so hat der Pächter es sich selbst zuzuschreiben, wenn der Farren als untauglich gar nicht als tauglich erkannt wurde, und die Anschaffung eines anderen tauglicheren Farren verlangt würde, und es hat auch in dießem Fall der Pächter keine Entschädigung an die Gemeinde anzusprechen.
Unter solchen Bedingungen wurde zur Abstreichverhandlung geschritten. Es fordert jährlich: Johannes Mast 60 f, Matheis Ziefle 59 f, Johannes Mast 58 f 30 kr, Adam hofer 58 f, Johanmnes Mast 57 f 30 kr, Matheis Ziefle 57 f, Johannes Mast 56 f 30 kr, Adam Hofer 54 f, Johannes Mast 53 f, Adam Hofer 50 f, Johannes Mast 49 f 30 kr, Adam Hofer 49 f, Johannes Mast 48 f 30 kr, Adam Hofer 48 f, Johannes Mast 47 f 30 kr, Adam Hofer 47 f, Johannes Mast 46 f 30 kr, Adam Hofer 46 f, Johannes Mast 38 f 30 kr.
Nach öfterem Ausrufen wurde kein Minderangebot mehr erziehlt, und es wurde beschloßen dießer Verhandlung allseitig zu genehmigen, jedoch solle dieße Verhandlung dem k. Oberamt zur Genehmigung vorgelegt werden.
Dieser Vertrag steif und fest zu halten bekräftigt mit ihren Unterschriftender Pächter Mast
Schultheiß Braun Hofer Ziefle Bohnet Seeger Wurster Frey 

Verhandelt den 1. April 1853
Unter dem 11. November 1851 wurde Jakob Fried. Hofer auch als Waißenrichter gewählt. da aber demßelben der 3. November 1852 vergantet wurde, wobei ein großer Theil der Gläubiger durchfielen so wurde derßelbe von seiner Stelle als Waißenrichter entlaßen.
Damit nun das Waißengericht x wieder vollständig wird, so wird heute die Wahl eines Waißenrichter vorgenommen.
Mit großer Stimmenhoheit wird neu gewählt Johann Adam Bohnet, Gemeinderath und es besteht somit das Waißengericht x ohne den Schultheißen aus Gemeinderath Ziefle, Gemeinderath Mast und Gemeinderath Bohnet.
Es wird der neu gewählte Waißenrichter auf seinen schon früher als Gemeinderath abgelegten Eid verwießen und verpflichtet.
Die Annnahme der Wahl: Unterschrift Bohnet
zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Mast 

Verhandelt den 6. April 1853 vor dem Gemeinderath
Gottfried Frey dahier schuldet der Waldrechnung Prozeßkosten 84 f welche schon längst hätten bezahlt sein, da auch Frey die neueren Termine hat fruchtlos ohne Bezahlung seiner Schuldigkeit hat verstreichen laßen, so wird von dem Gemeinderath beschlossen:
Dem Gottfried Frey in deßen Waldungen so viel Holz hauen zu laßen als zur Deckung fraglicher Schuld erforderlich ist.   
Da endlich derßelbe auch mit 30 f Steuer von 1851/52 schuldet, so wird so viel Holz gehauen, daß zur Deckung fraglicher Schuld ebenfalls erforderlich ist.
Zum Verkauf fraglichen Holzes hat man Donnerstag den 14. d.Monaths festgesetzt.
Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger 

Verhandelt den 18. April 1853
Zufolge K. Oberamtlichen Erlaßes vom 14. April d.J. dem Ochsenwirth Seeger ein Prädikats und Vermögenszeugniß und Vorstrafenzeugniß ausgestellt werden.
Der Gemeinderath beschließt demßelben zu bezeugen:
1. Daß Ochsenwirth Seeger ein gutes Prädikat besitzt.
2. An Vermögen 5000 f und zu hoffen 3000 f.
3. Gestraft wurde derßelbe den 18. Febr 18533 durch K.Oberamtlicher Erkenntniß um 1 f wegen Weinführens ohne Ladschein, sonsten ist von Seeger keine Strafe bekannt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Ziefle 

Verhandelt den 6. May 1853
Königl. Oberamtgerichlicher Auftrag vom 3. d.M. soll in der Schuldensache des Gottfried Frey Bauer dahier ein Güterpfleger bestellt werden. Hierzu wurde gewählt
Johann Adam Bohnet, Gemeinderath,
und demßelben die k. Oberamtsgerichts Verordnung vom 3. d.M. in Beziehung seiner Pflegschafts-Verwaltung eingeschärft.
die Annahme der Pflegschaft Unterschrift Bohnet
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Seeger 

Verhandelt den 9. May 1853
In Folge der heute gegen Gottfried Frey dahier vorgenommenen Vermögensuntersuchung wird wegen deßen Vermögensverfall folgendes vom Gemeinderath beschloßen zu bezeugen:
1. Daß gedachter Frey wegen Bürgschaften und Verlust an Holz
2. Wegen den schon einigen Fehljahren, wo für Früchten u.s.w. nahmhafte Summen ausgegeben wurden
3. Das die Freysche Eheleute nicht sparsam und arbeitsam waren.
Zur Beurkundung Braun Ziefle Bohnet  

Verhandelt den 4. Juli 1853
In Folge der Vergantung des Gottfried Frey dahier, welcher schon seit mehreren Jahren die Stelle als Obmann des Bürgerausschußes bekleidet, und den gesetzlichen Bestimmungen gemäß wurde heute, nach dem Gottfried Frey seiner Stelle entlaßen wurde, die Bürgerausschußwahl auf die gesetzliche Weiße vorgenommen.
Johann Adam Seeger wurde mit Ausnahme seiner eigenen Stimme einstimmig als Obmann des Bürgerausschußes gewählt, Johannes Frey wurde ebenfalls wieder gewählt und endlich wurde Johannes Wurster, Leibgedingbauer in den Bürgerausschuß gewählt und aufgenommen, so daß jetzt auf den Stand vom 1. Jui 1853 der Bürgerausschuß besteht aus
1. Johann Adam Seeger als Obmann
als weiter Mitglieder
Johann Frey,
Johannes Wurster.
Betreffende Personen wurden sogleich aufs neue verpflichtet, nachdem sie sich zur Annahme der auf sie gefallenen Wahl erklärt haben.
Unterschrift Seeger, Frey, Johannes Wurster
Vorstehende Verhandlung beurkundet Gemeinderath Braun Ziefle Seeger Mast Bohnet 

24. August 1853
Das königl. Oberamt Freudenstadt wird auf den Erlaß vom 17. August d.J. Amtsblatt Pos. 66 gehorsamst berichtet, daß heute nach Anhörung des Gemeinderaths das Postamt hiermit ermächtigt wird dem Amtsbotten auf Risiko des Gemeindraths Geld und Werthsendungen bis zu dem Betrag auf 100 Gulden aufzugeben.
Gemeinderath Braun Mast Ziefle Bohnet Seeger 

Verhandelt den 13. Oktober 1853
Gottlieb Weidelich, Waldschütz und Gemeindediener hier trägt vor, daß er verlange, daß die Verköstigung von Seiten seiner Herrschaften aufhören möge, und er sich nunmehr selbst verköstigen wolle.
Dem Wunsch des Weidelich wird recht gerne entsprochen, und man ist nun dahin  überein gekommen, daß
1. Betreffender Weidelich sich vom 15. Okt. 1853 sich selbst zu verköstigen hat, und also von der Bauerschaft lediglich keine Vergütung an Kost anzusprechen hat.
2. Erhält gedachter Weidelich vom 15. Okt. 1853/54 für die Selbstverköstigung 50 f fünzig Gulden.
Das gegenseitige Einverständniß und die Festhaltung dießes Vertrags bekräftigt mit ihren Unterschriften
Gemeindediener & Waldschütz Waidelich
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet
Bürgerausschuß Seeger 

Verhandelt den 25. Juli 1853
Es wird von dem Gemeinderath und Bürgerausschuß beschloßen, daß in Betracht, daß die Weegknechte welche bisher angestellt waren ihre Schuldigkeit nicht gethan haben, und ferner, daß die Regel in welcher bisher die Straße unterhalten wurde äußerst kostbillig ist, und demnach der zweck nicht erreicht wird, daß unßere Straße auch ordnungsmäßig hergestellt wird, und Überdies die möglichste Ersparniß in unßerem Gemeindehaushalt erzwecken wird
beschloßen
Daß die hießige Straße in etwa 18 Abtheilungen mit je cirka 100 Ruthen auf die Dauer von 10 Jahren zu Unterhaltung soll öffentlich versteigert werden. Den Übernehmer solchen Weegcompleten soll aufgedungen werden, daß sie das nöthige Material selbst anzuschaffen haben, die Gräben nach der Ordnung herstellen, den nöthigen Baumsatz jederzeit in Ordnung erhalten, und den Morast abziehen, Überhaupt die Straße in Ordnung erhalten bleibe.
Dieße Verhandlung soll aber im Anstand bleiben bis auf den nächsten Herbst etwa bis den 1. Okt.
Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast 

Verhandelt, den 21. Sebtember 1853
Nach vorheriger Bekanntmachung im hießigen Ort, und durch 2 maliges Einrüken in den Gränzer No. 72 und 73 wurde heute zur Abstreichverhandlung geschritten und dabei folgende Bedingungen zu Grunde gelegt:
1. fraglicher Akkord fängt den 1. Oktober 1853 an, und endigt den 1. Oktober 1863.
2. Jeder Übernehmer hat für das erforderliche Material selbst zu sorgen, welches in harten Steinen bestehen muß. Dießelben müßen vorschriftsmäßig verkleinert werden und bei geeigneter Witterung wo es nöthig ist eingebracht werden, ferner das Morast abziehen, und wegschaffen deßelben, sowie auch das Graben aufschlagen, Nebenweege absteischen?, auch den Baumsatz, dießes alles ist in dem Akkord mit begriffen, und es hat der Übernehmer einer Weegstrecke hierfür keine besondere Belohnung anzusprechen.
3. Jeder Übernehmer hat einen tüchtigen Bürgen zu stellen, für die eingegangene Verbindlichkeit als solidarisch haften, und im Fall einer der Übernehmer eines Weegcomplex seine Schuldigkeit nicht hat, der Akkordant sowohl als der Bürge belangt werdn kann.
4. Wenn ein Übernehmer eines Weegcomplex seine Schuldigkeit nicht thut, so daß Execucion erforderlich ist, so hat der Akkordant, oder deßen Bürge alle Kosten zu bezahlen ohne Einrede.
5. Der Ortsvorsteher wird sich von Zeit zu Zeit auch über die Beschaffenheit der Straße erkundigen, und da wo er Mängel antrifft dem Akkordanten eine angemeßene Frist zur Beseitigung deßelben ertheilen, und nach fruchtlosem Ablauf die nöthige Execution anordnen.
6. Die Ausbezahlung des Steigerungspreißes geschieht alle Jahr auf den 1ten Oktober, und zwar auf den 1ten Oktober 1854 das erste mal. Jedoch wird der Ortsvorsteher hierzu die Anweißung ertheilen.
7. Der Gemeinderath behält sich die Zusage unbedingt vor, ob er an den wenigst nehmenden oder einen anderen als Akkordante annehmen will, dagegen ist jeder Steigerer an sein Wort gebunden, bis die Entschließung welche in 4 Tagen erfolgt geschehen ist.
Unter dießen Bedingungen wird ausgebotten
von Pos. 0 bis Pos. 4 nebst die Zweigstraße gegen Untermusbach sind es 90 Ruth. Steine liegen noch da 89 Hauf.
Erforderlich sind jährlich 60 Haufen a 12 kr. Der Überschlag betregt jährlich zu unterhalten mit Einschluß der Steinbeifuhr 16 f.
Johannes Bäuerle von Untermusbach fordert 18 f.
Unterschrift Bäuerle Bürg und Selbstzahler Schultheiß Braun 
ferner
von Pos. 4 an bis Pos. 8 sind es 83 Ruth. Steine liegen noch da 72 Haufen. Erforderlich sind jährlich 50 Haufen, der Überschlag beträgt jährlich im Ganzen zu unterhalten 16 f.
Hat erhalten Martin Ziefle von Untermusbach um 15 f 30 kr. Hat erhalten Matheis Ziefle hier unter den vornen angeführten Bedingungen
Unterschrift Ziefle.
Johannes Mast ist Bürg und Selbstzähler Unterschrift Mast
ferner
von Pos. 8 an bis Pos. 12 sind es 83 Ruth. Liegen auch Steine da 30 Haufen. Erforderlich sind hirher jährlich 66 Haufen, der Überschlag beträgt im Ganzen zu unterhalten mit Einschluß der Steinbeifuhr jährlich 18 f.
Johann Martin Wurster hier 21 f. Hat erhalten unter vornen angeführten Bedingungen jährlich um 21 f, Unterschrift Wurster
Friedrich Hofer v. Untermusbach ist Bürg und Selbstzähler, Unterschrift Friedrich Hofer
ferner
Von Pos. 12 an bis zur obern Brüke bei dem Hause des Schultheiß Braun sind es 78 Ruth. Steine liegen noch da, größten theils geschlagen, 20 Haufen. Erforderlich sind jährlich 60 Haufen. Der Überschlag beträgt im Ganzen jährlich zu unterhalten 15 f.
Joann Adam Seeger erhalten um 22 f 30 kr.
Hat erhalten unter den vornen angeführten Bedingungen jährlich um 22 f 30 kr. Unterschrift Adam Seeger
Martin Seeger ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift fehlt
ferner
Von dießer obren Brüke an bis zu Pos. 13 sind es 39 Ruth. Steine liegen noch da, 21 Haufen. Erforderlich sind jährlich 40 Haufen. Der Überschlag zur völligen Unterhaltung beträgt jährlich 15 f.
Hat erhalten Adam Bohnet hier um 17 f 30 kr. unter den vornen angeführten Bedingungen,
Unterschrift Bohnet
Ochsenwirth Seeger ist Bürg und Selbstzähler, Unterschrift Adam Seeger 
ferner
Von Pos. 13 an bis Pos. 19 sind es 130 Rzth. Steine liegen noch da, 24 Haufen. Erforderlich sind jährlich 100 Haufen. Der Übertrag beträgt jährlich im Ganzen zur völligen Unterhaltung 26 f.
Hat erhalten um 35 f Johann Adam Seeger unter den vornen angeführten Bedingungen, Unterschrift Adam Seeger
Matheis Ziefle ist Bürg und Selbstzähler, Unterschrift Ziefle
ferner
von Pos. 19 an bis Pos. 24 sind es 108 Rzth. Steine liegen da 70 Haufen. Erforderlich sind jährlich 80 Haufen.
Der Überschlag beträgt im ganzen zur völligen Unterhaltung 20 f.
Johannes Bäuerle v. Untermusbach um 30 f. Unterschrift Accordant Bäuerle
Bürg und Selbstzähler Schultheiß Braun
ferner
von Pos. 24 an bis Pos. 31 sind es 150 Ruthen, hierauf liegen noch 86 Haufen. Der Überschlag beträgt zu völligen Unterhaltung jährlich 30 f.
Johannes Mast hier um 31 f 30 kr. unter den vonen angeführten Bedingungen also um dreisig ein Gulden 30 kr.
Unterschrift Mast
Matheis Ziefle ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Ziefle
ferner
von Pos. 31 an bis Pos. 37 sind es 133 Ruth. hierauf liegen noch Steine 35 Haufen. Erforderlich sind jährlich 100 Haufen. Der Überschlag beträgt für die nöthige Unterhaltung mit Einschluß der Steinezufuhr jährlich 22 f.
Johannes Mast hier um 31 f 30 kr. Hat erhalten um dreysig ein Gulden 30 kr. unter den vornen angeführten Bedingungen. Unterschrift Mast
Matheis Ziefle hier ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Ziefle
ferner
von Pos. 37 an bis Pos. 43 sind es 112 Ruth. Steine liegen noch da 45 Haufen. Erforderlich sind jährlich 100 Haufen. der Überschlag beträgt im Ganzen zu unterhalten mit Einschluß der Steinbeifuhr 28 f.
Joh. Martin Wurster hier um 25 f jährlich unter den vornen aufgeführten Bedingungen um fünf und zwanzig Gulden. Unterschrift Wurster
Friedrich Hofer v. Untermusbach ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Friedrich Hofer
ferner
von Pos. 43 an bis Pos. 48 sind es 130 Ruth. Steine liegen noch da 64 Haufen. Erforderlich sind jährlich 100 Haufen. Der Überschlag beträgt jährlich zur völligen Unterhaltung 22 f.
Johannes Bäuerle um 30 f. Unterschrift Accordant Bäuerle
Schultheiß Braun ist Bürg und Selbstzähler Unterschrift Schultheiß Braun
ferner
Von Pos. 48 an bis Pos. 54 sind es 135 Ruthen. Der Bedarf an Steinen beläuft sich 120 Haufen jährlich. Der Überschlag beträgt im Ganzen zu Unterhalten nebst Steinbeifuhr 30 f.
Hat erhalten Matheis Ziefle hier jährlich um 30 f. Dreysig Gulden. Unterschrift Ziefle
Johannes Mast ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Mast
ferner
Von Pos. 54 an bis Pos. 60 sind es 132 Ruth. Steine liegen noch da 30 Haufen. Erforderlich sind jährlich 110 Haufen. Der Überschlag beträgt zum unterhalten mit Einschluß der Steinbeifuhr jährlich 33 f.
Michael Müller v.Hallwangen jährlich um 28 f.
Hat erhalten unter den vornen angeführten Bedingungen an Johannes Frey hier jährlich um acht und zwanzig Gulden. Unterschrift Frey
Matheis Ziefle ist Bürg und Selbstzähler Unterschrift Ziefle
ferner
Von Pos. 60 bis Pos. 65 sind es 111 Ruth. Hierauf liegen Steine 28 Haufen. Erforderlich sind jährlich 100 Haufen. Der Überschlag beträgt 29 f.
Hat erhalten Martin Wurster hier um 29 f. Zwanzig Neun Gulden.
Unter den aufgeführten Bedingungen. Unterschrift Wurster
Friedrich Hofer v. Untermusbach ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Friedrich Hofer
ferner
Von Pos. 65 bis Pos. 70 sind es 100 Ruth. Darauf liegen 70 Haufen Steine. Der Überschlag beträgt 38 f.
Martin Hayer Schuhmacher in Untermusbach um 34 f. Hat erhalten um 29 f.  Zwanzig Neun Gulden Johann Martin Wurster hier unter den angeführten Bedingungen. Unterschrift Wurster
Friedrich Hofer v. Untermusbach ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Hofer 

Vorstehende Verhandlung wird von dem Gemeinderath & Bürgerausschuß genehmigt den 23. Sebt. 1853
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet Seeger
& Bürgerausschuß Seeger Frey
Nach beendigter Verhandlung erklärt Johannes Bäuerle von Untermusbach, daß er für? drey Weegcomplex für den Schultheiß Braun in Obermusbach gesteigert habe. Unterschrift Bäuerle
Randbemerkung: Duplikat
Das Oberamt hat nichts gegen vorstehenden Weegakkord einzuwenden. Wenn aber der Weeg nicht besser als bisher unterhalten, und der Baumsatz nicht bleibend verbeßert wird, so wird das Oberamt von Aufsicht wegen Execution anordnen.
Freudenstadt den 15. Okt 1853 K. Oberamt Rominger 

Verhandelt den 22. Septb. 1853
Der mit Anlegung der hießigen Güterbuchs beauftragte Comißär Weyrich trägt heute vor, daß er das Geschäft nicht fortsetzen könne, wenn nicht zuvor Inde?e über die vorhandenen Kaufbücher von 1816 an gefertigt, durch das Register über die Inventuren und Theilungen n. 1814  ergänzt werden.
Von der Notwendigkeit dieser Arbeiten überzeugt, hat man den Comißär Weyrich die Besorgung derselben übertragen und ihn hierfür eine Entschädigung von 2 f. zwei Gulden so aus der Gemeindepflegcase zu bezahlen sind, verwilligt.
Gemeinderath  Braun Ziefle Mast Bohnet 

Verhandelt den 4 November 1853
Thender Kindervatter hat im Vollmachtsnehmen der Gebrüder Johannes und Jakob Friedrich Mast von hier, aber seit längeren Jahren in Amerika um Ausfolge des Vermögens fraglicher Brüder angesucht, da derßelbe Kindervatter sich durch beglaubigte Vollmachten nachgewießen hat, daß er nicht nur zur Empfangnahme fraglichen Gelder befugt seie, sondern daß auch betreffende Bebrüder Mast noch am Leben seien. Da aber deren Vetter Johann Adam Mast hier noch am Leben ist, und die Nutznießung von fraglichen Vermögen bezieht, so wurde derßelbe heute vorgefordert, und zur ausdrücklichen Erklärung aufgefordert, ob er auf die Nutznießung fraglichen Geldes verzichte, derßelbe erklärt, daß er für wirklich noch nicht auf die Nutznießung verzichte, und somit Einspreche gegen die Ausfolge fraglichen Vermögens mache.
Unterschrift X? Mast 

Verhandelt den 6. Dezber 1853 vor dem Gemeinderath
In der Streitsache des Johannes Frey, Taglöhner dahier gegen die Gemeinde Obermusbach Waldnutzung Betrefz:
Sind die Parteien auf den 21. d.M. vor das K. Oberamtsgericht Freudenstadt citiert: Als Bevollmächtigter für die Gemeinde zur Führung dießes Rechtsstreits wurde heute Schultheiß Braun aufgestellt und hat derßelbe unumschränklte Vollmacht den fraglichen Streit zu führen und zu beenden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Ziefle Mast Bohnet Seeger 

Obermusbach Oberamt Freudenstadt, Verhandelt den 18. Dezber 1853
Zufolge Gesetzes vom 6. Juli 1849 Regblt. Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jedesmal im Dezember vorzunehmen durch Beschluß beeder Coölegien wurde unter dem 24. November 1851 Gemeinde? Blt. 20 der 18.. Dezember festgesetzt.
Nach vorheriger Anfertigung der Wählerliste hat man nun heute auf die vorgeschriebene Weiße die Gemeinderathswahl vorgenommen, und zuerst beschlosse, daß da Gemeinderath Hofer dießen Herbst mit Tod abgegangen und bei der geringen Bürgerzahl das Gemeinderaths-Colegium auf 4 Mitglieder zu bestimmen.
Bei der Verloßung hätte nun blos ein Gemeinderathsmitglied durch das Loos auszutreten, jedoch mit der Bestimmung, daß der auszutretende wieder gewählt werden darf.
Durch das Loos ist durchgefallen Matheis Ziefle.
Gewählt wurden Matheis Ziefle wieder mit 5 Stimmen,
Johannes Frey mit 1 Stimme.
Es ist somit Matheis Ziefle wieder als neu gewählt zu betrachten. So daß das Gemeinderathscolegeum ohne den Schultheißen besteht aus: Johannes Mast, Adam Bohnet, Martin Seeger, Matheis Ziefle.
Die richtige Abzählung der Stimmzettel beurkundet Schultheiß Braun und Obman des Bürgerausschußes Seeger
Die Annahme der auf ihn gefallenden Wahl, Unterschrift Ziefle
Zur Beurkundung
Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger Ziefle
Bürgerausschuß Seeger Frey 

Verhandelt den 16. Janner 1854
Zufolge königl. Oberamtgerichtlichen Erlaßes vom 27. Dezber 1853 Amtsblt. Nor. 104, die Feststellung der Gebühren des Gemeindediener betreffend, hat der Gemeinderath zu beachten, daß der jeweilige Gemeindediener durch eine fixe Belohnung von 10 f aus der Gemeindecaße belohnt wird, und derßelbe für die Eröffnungen von Ladungen, Verfügungen und Beschlüßen an die Parteien in Schuldsachen, sowie für die Bemühungen bei den den Gemeinderäthen überlaßenen Rechtsgeschäften der streitigen und nicht steitigen rechtspflege nichts anzusprechen hat, sondern fragliche Geschäfte zu seinen ordentlichen Verrichtungen gehören.
Für seine übrige Bemühungen aber wurde heute durch Beschluß des Gemeinderaths folgendes Regulativ festgesetzt, daß der Gemeindediener aus Anlaß von Theilungen, Inventuren, Vermögensübergabe, des Pfandwesens, Pflegerechnunggebühren u.s.w. ein Taggeld also bei einem vollen Tag 24 Kr. als Belohnung ausgesetzt seie, ferner bei gerichtlichen Erkenntnißen über Ligenschaftsverkäufe von jeden Kauf unter 100 f, 4 Kr. über 100 f, 6 Kr., über 1000 f 12 Kr. von jedem Tausend.
Zur Beurkundung
Gemeinderath Braun Ziefle Seeger Mast Bohnet  

Verhandelt den 10. März 1854
Johannes Hofer, Müller von Grünthal welcher schon seit einigen Jahren Pfleger der Jak. Friedrich Hoferschen Kinder hier war, hat schon oftmals um die Entlassung seiner Pflegschaft gebetten. Deßen Wunsch entsprechend wurde heute die Wahl eines neuen Pfleger vorgenommen hierzu wurde mit großer Stimmengleichheit gewählt, Johann Adam Seeger, Ochsenwirth und sogleich verpflichtet.
Da in neuerer Zeit von dem verganteten Jak. Friedrich Hofer auffallend viel Gegenständ  verschleudert wird, welche Eigenthum der Hoferschen Kinder sind, so wird dem neuen Pfleger Seeger aufgegeben derartigen Unfug mit allem Nachdruck zu begegnen.
Zur Beurkundung Waißengericht Braun Mast Ziefle Bohnet
Randbemerkung: Die Eröffnung des nebenstehendem, daß alle Veräußerungen von Hofer ohne Zustimmung des neuen Pfleger als nichtig angesehen werden und keine Gültigkeit hat.
Unterschrift Hofer
Die Annahme der Wahl, der Pfleger Unterschrift Adam Seeger 

Verhandelt den 6. April 1854 vor dem Gemeinderath & Bürgerausschuß
Schon seit meheren Jahren haben die hisigen Güterbesitzer die Mulwürfe und Feldmäuße auf ihre Lasten durch einen hirzu Verständigen fangen laßen. Da aber seit 2 Jahren durch einige Gantungen und durch einen Verkauf eines der Größten Bauerngüter hier sehr viele Güterstücke an Auswärtige verkauft wurden, so ist seit neuerer Zeit in dießer Beziehung ein auffallender Schaden entstanden, da die auswärtigen Feldbesitzer hier jegliches äußerst schadhaftes Ungeziefer nicht fangen laßen, und somit bedeutender Schaade an den Gütern verursacht wird. Man hat sich nun von der Notwendigkeit überzeugt, daß ein Mann aufgestellt werde, dem die Säuberung der Mäuße und Maulwürfe auf der ganzen Rats-Markung übertragen werde, hirzu hat sich gemeldet, Matheis Wähele von Carlsbach, und man ist mit demßelben dahin überein gekommen, daß er bei einem Fleiß und angewandter Mühe bei Vertilgung genannten Ungeziefer jährlich eine fixe Belohnung von 15 fünfzehn Gulden aus der Gemeindecaße alle Jahr auf Martini erhalten solle. Dießer Beschluß solle dem K-Oberamte zur Genehmigung vorgelegt werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Ziefle Bohnet, Bürgerausschuß Seeger 

Verhandelt den 13. April 1854 vor dem Waißengericht
Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier als Pfleger der Jak. Friedrich Hoferschen Kinder wird hiermit ermächtigt von H. Schultheiß Kappler von Igelsberg 300 f aufzunehmen  und davon nachstehende Schuld zu bezahlen.
1. 250 f nebst Zins dem Waldhornwirth Stikel in Freudenstadt welcher betreffende Summe behufs der Auswanderung des Joh. Adam Hofer nach Amerika angelehnt hat.
2. Steuern Brandcaßengeld und Zehenden im Betrag von cirka 35 f der Gemeindepflege, der Rest zur Saatfrucht.
Dieße Anweisung ist so lang gültig bis der Pfandschein ausgestellt ist und dem Schultheißen Kappler eingehändigt.
Die Einwilligung des Pflegers Unterschrift Joh. Adam Seeger
Waißengericht Braun Ziefle Bohnet Mast 

Verhandelt den 10. Juni 1854
Königl. Oberamts-Auftrag Folge soll dem Martin Wurster ein Prädikatzeugniß ausgestellt werden.
Beschluß zu bezeugen:
1. Daß gedachter Wurster wegen Genuß geistreicher Getränke und auch wegen Bürgschaften phisisch und moraliz zu Grunde gerichtet ist und namentlich sich in neuerer Zeit dem Schnapstrinken so auffallend ergeben hat, so daß er nicht nur für seine Umgebung äußerst gefährlich ist, sondern sich es angewöhnt hat, daß derßelbe in solchem Zustand seinen alten Vatter und seiner Ehefrau tätlich angreift und mißhandelt begleitet mit den schräklichsten Flüchen.
2. Wurde gedachter Wurster vom 27. Febr. bis 1. Merz 1851 nach der Strafliste Blt. 45 wegen notorischen Saufen und beständigen Händeln mit seinem Eheweib und seinen Eltern zu 2tägigen Arrest im Oberamtsgefängniß verurtheilt, welche Strafe er dorten erstanden hat.
3. An Vermögen besitzt derßelbe 0.
4. Zu hoffen 0.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Ziefle 

Verhandelt den 19. Sebt. 1854
Zufolge Erlaßes des K.Oberamt Freudenstadt vom 11 d.M. betreffend die Unterstützung der Hagelgeschädigten der Gemeinde Glatten Loßburg Rodt Lombach Dieterwiler beschließt der Gemeinderath & Bürgerausschuß daß neben einer zu veranstalteten Haußcoleckte 8 f aus der Gemeindecaße hier zu verwilligen seien.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Bohnet Ziefle Mast
& Bürgerausschuß Seeger Frey 

Verhandelt den 19. Sept. 1854
Heute wurd von dem OberamtsRichter das von dem Güterbuch Commißär Weyrich erfertigte neue Güterbuch bestehend aus 2 Bänden geprüft u. nachdem dasselbe als durchaus den betreffenden Vorschriften genau? gefertigt erfunden? worden war, durch Gemeinderath zu sorgfältiger Aufbewahrung übergeben.
Sodann wollte? zur Wahl neuer Waißen Richter geschritten werden, es ergab sich aber, daß von den 5. GemeindeRathsMitglieder einer Adam Hofer gestorben, welcher noch nicht ersetzt ist. Abwesend war bei der heutigen Verhandlung Gemeinde Rath Joh. Mast, Darselb geben die übrigen drei Gemeinde Räthe einstimmig die Erklärung ab, daß sie die bisherigen drei provisorischen Waisen Richter Gemeind Rath Ziefle, Bohnet u. Mast als solche für die nächste dreijährige Periode definitiv gewählt haben wollen?, worauf die beiden x vor dem Oberamts Richter auf ihre als Gemeind Räth geleisteten Diensteid verwiesen worden sind u. dem Schultheißen aufgegeben wurd, dem abwesenden Gemeind Rath Mast unter Hinweißung auf seinen Diensteid die ? Fristung zu nehmen.
Zur Beglaubigung Oberamts Richter Bauer
Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger
Bemerkung der Redaktion: Dieses Protokoll wurde vom Oberamtsrichter geschrieben mit einer schwer lesbaren Schrift. 

Verhandelt den 2. Okt. 1854
Durch Beschluß der bürgerlichen Colegien soll die Wald und Feldschützenstelle und Flegenschätzstelle erledigt, und zwar soll dieße Stelle auf längere Zeit erledigt bleiben.
Es wird daher von den bürgerlichen Colegen beschloßen
1. Da sich Schultheiß Braun auserbetten hat die Ortsschätzstelle selbst zu übernehmen, und durch seine Ehrhalten pflichtgemäß besorgen zu laßen, wofür demßelben für seine Bemühnung als Schätz jährlich 10 f vom 10. Okt. 1854 an aus der Gemeindecaße bewilligt wird, jedoch aber in stets wiederruflicher Weiße.
2. Das Läuten des Morgens, Abends und Mittags soll ebenfalls verakkondiert werden an den Wenigstnehmenden, hierzu hat sich gemeldet Johann Adam Bohnet, Bauer hier, welcher das Läuten auf besagter Zeit auf 1 Jahr übernimmt um 8 f. Acht Gulden, welche ebenfalls aus der Gemeindecaße bewilligt werden.
Die Einwilligung Unterschrift Bohnet
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet
Bürgerausschuß Seeger 

Verhandelt den 28. Oktober 1854
Die Bachfaßung durch den Ort  ist mit gegenwärtig so mit Morast angefüllt, daß die Häußer des Martin Seeger und Matheis Ziefle ganz im Naßen stehen, und es haben dießelben bei dem Schultheißenamt, um Abhilfe gebeten.
Dieße Sache wurde nun heute vor dem Gemeinderath zur Sprache gebracht und beschloßen die Reinigung betreffender Bachfassung im Weege des Abstreichs zu verakkondieren.
Auf Ausschreiben ist erschienen Gottlieb Schöttle aus Untermusbach und man wurde mit denßelben einig, daß derßelbe die Bachfassung um 9 f auszuputzen habe. Der ganze Gemeinderath hat in vorstehenden Akkord eingewilligt.
Zur Beurkundung Braun Bohnet Ziefle Seeger
Randbemerkung mit Bleistift geschrieben:
Bis hierher Ruggericht vom 2. November 1854 

Verhandelt den 8. Dezember 1854 
Zur Herstellung der Candel durch den Ort, ist ein Kostenvoranschlag zur Beiführung der Steine von Freudenstadt, pro Quadratruth zu 3 f 30 kr festgesetzt.
Da aber dieße Beifuhr der  Steine für die Gemeinde große Kosten verursachen würde, so hat sich Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier, welcher Steine vorrätig hat, anerbotten die Quadratruthe Steine um 1 f 36 kr anzuschaffen. Dabei wird die Bestimmung nach aufgenommen, daß man sich vorbehält, an den Überfahrsstellen heute Steine aus der Freudenstadt, oder sonst woher zu beziehen.
Die Einwilligung Unterschrift Joh. Adam Seeger

Ferner wurde man mit dem Pflasterer Kecht von Freudenstadt laut Akkord dahin einig, daß derßelbe die laufende Ruthe, wie solche im Überschlag ausgeschrieben ist mit Einschluß der Planierungsarbeiten um 1 f 45 kr fertigt.
Ferner
Wurde heute zur Wahl eines Orts und Waldschützen geschritten, und da Gottlieb Benz 46 Jahre alt, gebürtig aus Rodt, ein gutes Prädikat aufzuweißen hatte, und derßelbe mit den ortlichen Verhältnißen schon ziemlich bekannt ist, so wurde derßelbe von der versammelten Bürgerschaft einstimmig gewählt. Demßelben wird die unentgeltliche Bewohnung des Rathhaußes eingeräumt, dafür hat aber derßelbe das Läuten Morgens, Mittags und Abends zu versehen, und überhaupt auch das Mäßnergeschäft wovon demßelben bei Leichen der Bezug der Regulatievmäßigen Bebühren zukommt.
Als Belohnung erhält derßelbe bei der Selbstverköstigung
1. als Ortsdiener 10 f
2. als Nachtwächter 10 f
3. als Feld und Waldschütz 50 f,
zusammen 70 f jährlich, als Ortdiener hat derßelbe den Regulatievmäßigen Bezug für besondere Bemühungen und Aufwartungen. Als Feld und Waldschütz den 1/3tel der einbringlichen Strafen.
Der Dienst beginnt am 10. Dezember 1854 und ist gültig auf 1 Jahr. Dabei aber wird die Bestimmung nach aufgenommen, daß gedachtem Benz eine 4 wöchige Aufkündigung zusteht, und umgekehrt der Dienstherrschaft.
Dem Benz wird zur Pflicht gemacht, die ihm anvertraute Ämter mit aller Gewißenhaftigkeit zu versehen, indem bei groben Verfehlungen deßen Dienstentlaßung herbeigeführt würde.
Der angestellte Schütze Gottlieb BenzDießes
BeurkundetGemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast
Bürgerausschuß Frey Schneider
Randnotiz: ferner da in neuester Zeit der Bettel auf die bedauerlichste Weiße überhand nimmt, so hat Benz die Verpflichtung, auf Verlangen seiner Vorgesetzten dießelben aus dem Ort zu jagen. 

Verhandelt d. 27 Dezb. 1854
Auf den Grund ausgestellter Geburtsbriefe des Johann Michael Schneider von Reichenbach welchem neben einem guten Prädikat und Vermögen von 4000 f und seiner Ehefrau Chatarina eine gebohr. Kühnle von Egenhausen welche gleichfalls neben einem guten Prädikat ein Vermögen von 2200 f bezeugt ist und welche sich hier ein Hofgut durch Kauf erworben haben, werden solche hiermit in das hießige Bürgerrecht auf und angenommen gegen die Entrichtung der Bürgeraufnahmegelder für den Mann 12 f, für die Frau 6 f und Erteilung der Sportel im Betrag von 3 f. Regblt. vom Jahr 1833 Art. 32, Seite 521.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast
Nachträglich hat der Bürgerausschuß sein Gutachten betreffender Bürgeraufnahme abgegeben. Bürgerausschuß
Randbemerkung mit Bleistift: C/O Bürgerausschuß Uebergabe an den Gemeinderath 

Verhandelt den 27. Dezember 1854
Da die Anschaffung von Feuerlöschgerätschaften schon seit einigen Jahren die Gemeindecasse nicht unbedeutend in Anspruch nimmt, so wird von dem Gemeinderath beschlossen daß jeder neu eintretende Bürger 1 Gulden zu den Feuerlöschgerätschaften beizutragen habe, und der Betrag von dem Gemeindepfleger zum Einzug zu bringen seie.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast
1. Randbemerkung: Den 30 Decber 1854 dem Gemeindepfleger zum Einzug übergeben
1. Randbemerkung mit Bleistift: Bürgerausschuß Uebergabe an den Gemeinderath 

Verhandelt den 27. Dezber 1854
Da es wegen der geringen Bürgerzahl hier an Mitgliedern des Bürgerausschußes mangelt, da gegenwärtig zwar noch drey Bürgerausschußmitglieder bestehen, wovon aber ein Mitglied beständig krank ist, so wird heute der neu eingetretene Bürger hier, Johann Michael Schneider in den Bürgerausschuß aufgenommen und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Michael Schneider
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast 

Verhandelt den 24. Feber 1855
Bei dem am 3. November 1854 abgehaltenen Ruggericht hat das königl. Oberamt unter anderem zum Regeß gelegt,
– das gemeinderäthliche Erkenntniß über die Versicherung beweglichen Vermögens gegen Brandschaden ist auch in daß Gemeindeprotokoll aufzunehmen. –
Dem zu Folge hat man schon längst die Antragebogen des Matheis Ziefle und Friedrich Braun von hier von dem Agenten der Württembergischen Mobiliarversicherungsgesellschaft H. Kaufmann Beiteman in Freudenstadt zurück erbeten.
In den Antragsbogen des Matheis Ziefle Par. 1567 hat derselbe in seinem Wohnhaus Nr. 3 folgende Gegenstände zur Versicherung angegeben:
Pätreit 7 Gulden
Bettgewand und Leimweißzeug 600 Gulden
Kleider 150 Gulden
Schreinwerk 250 Gulden
Zinngeschirr 25 Gulden
Kupfergeschirr 12 Gulden
Stubenuhr 3 Gulden
Messing 25 Gulden
Küchengeschirr 15 Gulden
Fuhr und Bauerngeschirr 200 Gulden
Gläser 15 Gulden
Bücher 24 Gulden
Scheuergeschirr 34 Gulden
sonstiger Hausrath 250 Gulden
Fass und Bandgeschirr 30 Gulden
Heu und Stroh 800 Gulden
Früchten 600 Gulden
Früchte Mundvorrat zum Gebrauch 260 Gulden
in Summe 3300 Gulden 
Wir die unterzeichneten Mitglieder des Gemeinderaths hier beurkunden hiermit, daß Matheis Ziefle, Schultheiß hier unzweifelhaft noch im Besitz des angegeben Werthes fraglicher Gegenstände ist.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Mast Seeger
1. Randbemerkung: Abgeändert Eingetragen dießes Buchs auf Blatt 75.
2. Randbemerkung: Den 12 März 1861 auf Johann Martin Ziefle als neuen Besitzer übertragen jedoch unverändert, da Ziefle bei der Übernahme des Guts im Besitz der ganzen Fahrniß gebleben ist 

d.d. 24. Febr. 1853
Deßgleichen hat Jakob Fried. Braun, Bauer in der Versicherungsurkunde Par. 1048 f, folgende Gegenstände bei der Würtemberg Mobilar -Versicherungsgesellschaft versichert.
Bette und Bettgwand 200 f
Bücher 20 f
Kleider und Laibweißzeug 200 f
Leinwand und Tischzeug 200 f
Schreinwerk 200 f
Küchengeschirr 40 f
Gemeiner Hausrath 100 f
Fuhr und Bauerngeschirr mitEinschuß der Wägen Pflüge
Egen und Schlitten 100 f
Mundvorrath 200 f
Früchte 300 f
Stroh 40 f
Futter 100 f
Flachs & Hanf 50 f
Handwerkszeug 50 f
zusammen 1800 f
ab 1/4 zur Selbstversicherung mit 450 f
Restversichert 1350 f
Beglaubigt mit 1800 f
.Obermusbach den 24 Febr 1855 Gemeinderath Ziefle Mast Seeger Bohnet 

Verhandelt den 23 Merz 1855
Zur Herstellung der Candeln über den Überfahrstellen zwischen dem Hauße des Johannes Mast und dem Bach, ferner zwischen dem Hauße des Johannes Mast und Martin Wurster, und bei dem Hauße des Gottfried Frey zusammen 3 Quadrathruth an Pflästerer Hecht von Freudenstadt gibt die Steine per die laufende Ruthe um 30 Kr. welche aber in der Freudenstadt im dortigen Steinbruch abgeholt werden müßen.
Unterschrift Hecht
Ferner wurde heute fragliche Steine der laufende Ruthe auch von Freudenstadt hirher zu führen verakkondiert mit der Bestimmung, daß betreffende Steine längstens in 8 Tagen hier an Ort und Stell sein müßen etwa 7 laufende Ruthen welche im Akkord vorgeschrieben sind.
Es fordert für die Ruthe
Johannes Mast 3 f 30 kr
Michael Schneider 3 f
Fried. Braun 2 f 42 kr
Michael Schneider 2 f 39 kr
Ziefle 2 f  33 kr
Schneider 2 f 30 kr
Mast 2 f 27 kr
Schneider 2 f 24 kr
Mast 2 f 21 kr
Schneider 2 f 18 kr
Ziefle 2 f 15 kr
Verbleibt dem Matheis Ziefle um 2 f 15 kr. die laufende Ruthe
Unterschrift Ziefle
Dießen Akkord genehmigt Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger
& Bürgerausschuß Schneider Seeger 

9. April 1855
Zu den 2 Dohlen von der Straße an gegen das Rathhaus also eine Dohle mit 20 Fuß lang bei dem Hause des Gemeinderath Bohnet und mit 16 Fuß lang bei dem Hause des Gemeindepfleger Mast wurde heute die Beschaffung der Steine zu den Wiederlager im Abstreich verakkoddiert.
Es fordert Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier für den auf beiden Seiten meßenden Fuß laufend 15 Kreuzer, so daß beide Dohlen für das Steinbeifahren und anschaffen derselben 9 Gulden beträgt.
Unterschrift der Akkordant Seeger
Randbemerkung: mit einem Auszug 
ferner
Wurde heute im Akkord mit dem Maurermeister Hornberger von Reichenbach über Herstellung betreffender Dohlen abgeschloßen in der Art, daß die Dohle bei dem Hause des Adam Bohnet mit Steindeckel gedeckt werden solle, dagegen die Dohle bei dem Hause des Gemeindepfleger Mast solle mit Fleggen bedeckt werde, welche der Akkordant nicht driken darf.
Ferner wird das ausgraben ebenfalls damit in Akkord vergeben.
Bei der Abstreichverhandlung wurden selbige Dohlen heute um 12 Gulden im Akkord gegeben.
J.Heintal
Genehmigt Gemeinderath Braun Mast  Ziefle Bohnet
& Bürgerausschuss  Seeger Schneider                                    
Randbemerkung: mit einem Auszug 

Verhandelt den 17ten April 1855
Durch Beschluß der bürgerlichen Colegien soll auf dießes Jahr wieder ein gemeinschaftlicher Maulwurffänger und Mäußefänger auf die hießige Ortsmarkung bestellt werden.
Hirzu hat sich gemeldet Joh. Georg Rothfuß von Grömbach
und es wurde beschloßen demßelbe den Mäuse und Maulwurffang für dießes Jahr von heute an bis Martini d.J. zu übertragen, daß  wenn derßelbe die Felder von betreffenden Ungeziefer gehörig säubert derßelbe bis Martini d.J. erhält als Belohnung 16 f sechszehn Gulden.
Wenn derßelbe aber seine Schuldigkeit nicht thut, so bekommt derßelbe Abzug. Die Kost hat derßelbe von der Bauernschaft unentgeltlich in der Art, daß derßelbe 3 Tag bei einem Bauer in Kost geht. Die Bezahlung geschieht auf Martini d.J., es wird aber auch eine entsprechende Abschlagszahlung bewilligt, in 3 bis 4 Wochen, wenn ein großer Theil des Ungeziefer gefangen ist.
Den Akkord steif und fest zu halten. Unterschrift Rothfuß
Gemeinderath Braun Mast Ziefle Seeger
Randbemerkung in Blei: Gemeinderath 

Obermusbach verhandelt den 9. Juli 1855
Zufolge K. Oberamts-Erlaßes vom 1. Juli d.J. zu Folge die Bürgerausschuß-Wahl betreffend. Wird durch den gehorsamst Unterzeichneten folgender Bericht erstattet, daß bei einer solchen geringen Bürgerzahl, wie solches hier der Fall ist, eine förmliche Wahl nicht vorgenommen werdn kann.
Der Bürgerausschuß besteht gegenwärtig aus folgenden Mitgliedern:
Joh. Adam Seeger als Obmann.
Weiter Mitglieder sind
Johann Frey, Taglöhner
Michael Schneider, Bauer
Dießelben haben erklärt, daß sie auch fernerhin im Bürgerausschuß verbleiben.
Unterschriften Seeger Frey Schneider
Zur Beurkundung Schultheiß Braun
1. Randbemerkung in Blei: Beeidigung
2. Randbemerkung: Betreffende Bürgerauschußmitglieder wurden auf ihren früheren Diensteid ausdrücklich hingewiesen. 

Die Felder von betreffenden Ungeziefer Gehörig gesäubert wird, derßelbe in Besagter Zeit bis Martini als Belohnung erhält. 

Verhandelt den 13 Juli 1855
Johann Mast, Gemeindepfleger hier hat schon mehrmals um Entlaßung seines Amtes gebetten. Es hat sich nun heute die Bürgerschaft versammelt um eine Wahl eines Gemeindepflegers vorzunehmen.
Auf eindringliches Anhalten des Schultheißen und der überigen Bürgerlichen Colegien hat sich der Gemeindepfleger Mast dahin erklärt, daß wenn mit der Besoldung aufgebeßert werde, er sich dazu entschließen wolle, die Gemeindepfleger Stelle wieder auf 2 Jahre anzunehmen.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß hat nun das Vorbringen des Mast in Erwägung gezogen, und es wurde allseitig anerkannt, daß der Gemeindepfleger gegenwärtig mehr als noch zu viel zu thun und zu besorgen hat, als die früheren Gemeindepfleger in der Zeit als die Gemeindepfleger Besoldung auf 21 f reguliert wurde, was hauptsächlich dem Geldeingang bei den so vielen auswärtigen Steuerpflichtigen zuzuschreiben ist.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß beschließt nun,
daß die Besoldung des Gemeindepfleger vom 1. Juli 1855 an statt bisher auf 21 f auf 30 f dreizig Gulden erhöht werden soll.
Das K. Oberamt soll durch einen Protokollauszug um die gütige Genehmigung gebetten werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Seeger Ziefle
& Bürgerausschuß Seeger Schneider Frey
1. Randbemerkung in Blei: Nach dem Gesetz vom Juli 1849 ist der Gemeindepfleger erwählt auf 2 Jahr auf x. In Ablös Rezeß? von 1858.
2. Randbemerkung: Die Annahme der Wahl auf 2 Jahre Unterschrift Mast 

Verhandelt den 28. Juli 1855
In Betreff der Caucionsleistung des Gemeindepflgers Mast, welcher im Etatsjahr 1854/55 die Gemeindepflegestelle hier verwaltete, wird von dem Gemeinderath beschloßen, denßelben von der Einlegung einer Caucionsleistung zu entbinden und sich mit der Intersession seiner Ehefrau sich zu begnügen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger 

Verhandelt den 25. August 1855
Da die 2jährige Dienstzeit des Gemeindepfleger Mast am 1. Juli 1854 zu Ende gewesen ist, der Rechner aber das Amt eines Gemeindepfleger noch länger zu verwalten sich entschloßen hat, so wird von dem Gemeinderath beschlossen, den Rechner Johannes Mast auch auf das nächste Jahr vom 1. Juli 1854/1855 zu belaßen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Seeger
Randbemerkung in Blei: Sollte immer wenigsten auf 2 Jahr gewählt werden. Gesetz v Ju 1849. 

d.d. 1. Okt. 1855 vor dem Gemeinderath
Auf dem Gemeindeeigenthum bei der sogenannten Beehwiesen befinden sich seit vielen Jahren 2 Kohlplatten welche alljährlich von Einheimischen und Fremden zum Kohlen benützt werden.
Da seither kein Kohlplattenzinß entrichtet wurde, so wurde unter dem heutigen beschloßen,
daß jeder der einen Kohlhaufen auf unßerem gedachten Gemeindeeigenthum brennt oder brennen läßt, der Eigenthümer des Holzes von jedem Kohlhaufen in die Gemeindecaße hier sogleich zu entrichten hat den Betrag mit 40 Kr. Vierzig Kreutzer. Dießer Vertrag muß fest gehalten werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet  

Obermusbach Verhandelt den 22. Okt. 1855
Aus Veranlaßung mehrfacher Aufforderungen und nahmentlich des K. Gemeinschaftl. Oberamt Freudenstadt vom 6. d. Monats. Amtsblt. No. 81 die Sparsamkeit der ärmeren Volksklassen betreffend. Wurde heute die gesammte Bürgerschaft versammelt und genannter Erlaß nicht nur publiciert, sondern auch die hiesigen Bauern dazu aufgefordert die Dienstboten zum Sparen anzuhalten.
Dabei wurde von sämtlichen Bauern welche immer 3 bis 6 Dienstboten Jahr aus und ein halten müßen die Verpflichtung aufgenommen und bewilligt, keinen Dienstboten seie er mänlichen oder weiblichen Geschlechtes mehr auf und anzunehmen, der sich nicht beim Dienstantritt verpflichte einen Theil seines Lohnes in die Sparkasse zu legen.
Der Schultheiß oder ein Gemeinderathmitglied sind recht gerne bereit dieße Ersparnisse zu übernehmen und anden Ort der Bestimmung an die Oberamtspflege einzusenden, und dem Sparer den Sparkassenschein zur Hand zu schaffen.
Zur Beurkundung Schultheiß Braun Ziefle Mast Bohnet Wurster 

Verhandelt den 30. Novber 1855
Zufolge des im Regierungsblt. Par. 22 vom 27. Okt. 1855 erschienen  Gesetzes und zu Folge K.Oberamts-Erlaßes in Par. 93 d. Amtsblt. wurde heute nachdem die Regelung der Jagd der Bürgerschaft gehörig zubliciert wurde zur Verpachtung der Jagd unter den im Regblt. enthaltenen Vorschriften verpachtet. Dießes Vorhaben hat man hier und der Umgebung in benachbarten Orten bekannt gemacht und sofort zur Verpachtung unter folgenden Bedingungen Geschritten.
1. Der Pachtschilling muß alle Jahr nach der Verfallzeit in die Gemeindecaße bezahlt werden.
2. Der Pacht fängt an den 1. Dezember 1855 und endet den 30. November 1858 also auf 3 Jahre gültig.
Unter dießen Bedingungen bietet jährlich Johann Adam Bohnet, Bauer in Obermusbach 2 f zwey Gulden.
Der Pächter Unterschrift Johann Adam Bohnet
Beschluß
da Bohnet in keinem der Art 8 und 9 des Gesetzes ausgesprochenen Mängel leidet, vilmehr ein gutes Prädikat besitzt, demßelben die Jagd zu übertragen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Mast Seeger
1. Randbemerkung neben 2.: Gültig vom 1 Decber 1855/58
2. Randbemerkung/Protokoll

Verhandelt den 1. December 1858
Da mit dem heutigen Tag der Jagdpacht zu Ende geht, und der Gemeinderath auf erstatteten Vertrag des Jagdpächter Johann Adam Bohnet demßelben die Jagd noch bis zum 1. Juli 1859 gegen das bisherige Pachtgeld welches pro Jahr auf 2 f sich beläuft also auf 7 Monathe noch 1 f 10 Kr. beträgt aus dem Grund eingegangen ist, weil in der Regel die Jagdscheine vom 1. Juli zu 1. Juli lauten, auch in der Gemeindepflege schiklicher ist. Beschloßen dem Bohnet die Ausübung der Jagd noch bis zum 1. Juli 1859 um 1 f 10 Kr. zu belaßen.
Beurkundet Gemeinderath Braun Seeger Ziefle
Die Einwilligung Unterschrift Bohnet

Verhandelt den 18. Decber 1855
Zufolge des Gesetzes vom 6. Juli 1849 Regblt. Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jede 2 Jahre im Monath Dezember vorzunehmen.
Durch Beschluß der beeden Colegien wurde unter 24. November 1851 der 18. Dezember zur Ergänzung der Gemeinderathswahl jede 2 Jahre festgesetzt.
Nach vorheriger Anfertigung der Wählerliste hat man nun heute auf die vorgeschriebene Weiße die Gemeinderathswahl vorgenommen, und dabei zuerst beschlossen, daß wegen der geringen Bürgerzahl  das Gemeinderathscolegium bis auf weiteres auf 4 Mifglieder zu bestimmen.
Es hätte sich um 1/3tel also 1 Gemeinderath dem Loos auszutreten zu unterwerfen, mit Ausnahme des Matheis Ziefle, welcher unter dem 18. Dezember durchs Loos ausgetreten war aber sogleich wiedergewählt wurde, deßen Dienstzeit somit auf 6 Jahre gültig ist. Der austretende darf wiedergewählt werden.
Im Loos ist durchgefallen Johannes Mast.
Derßelbe wurde aber wieder mit allen, mit Ausnahme seiner eigenen Stimme, wiedergewählt.
So daß das Gemeinderathscolegium wie bisher besteht aus: Matheis Ziefle, Joh. Adam Bohnet, Joh. Martin Seeger und Johannes Mast.
Randbemerkung: Johannes Mast hat sich auch zur ferneren Annahme der Wahl bereit erklärt. Unterschrift Mast 

Verhandelt den 21 Dezber 1855
Es wird von dem Gemeinderath beschloßen, daß von nun  an bis auf weiteres folgende Lokalfeuerschauer gewählt sein sollen.
1. Schultheiß Braun hier.
2. Maurermeister Joh. Georg Hornberger von Reichenbach.
Die Belohnung wird folgendermaßen reguliert. Dem Maurermeister Hornberger erhält mit Einschluß der Reißeentschädigung per Umgang oder Tag 1 f 30 Kr.
Schultheiß Braun pro Umgang oder Tag 36 Kr.
Laut Rezeßes vom 2. August 1858 gebührt dem Schultheiß 1 f.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Mast
1. Randbemerkung in Blei: Beeidigung
2. Die Beeidigung durch den Gemeinderath Unterschrift Schultheiß Braun, Maurermeister Hornberger 

Verhandelt den 10. Janner 1856
Für die Kinder der Wittwe der Dorethea Bauer für welche Jak. Fried. Hofer als Pfleger bestellt war, welch letzterer aber vor 2 Jahren nach Amerika ausgewandert ist wird heute Matheis Ziefle Gemeinderath als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet.
Zur Beurkundung Waißengericht Braun Mast Bohnet
Die Annahme der Wahl Unterschrift Ziefle 

Verhandelt den 1. Feber 1856
Auf den Grund ausgestellten Vermögenszeugniss wonach dem Joh. Martin Döttling, Schuhmacher von Durrweiler, welcher hier sich ein Gut durch Kauf erworben hat und sich hier gänzlich niedergelassen hat ein Vermögen von 700 Gulden bezeugt ist, wird solcher heute als Bürger auf und angenommen gegen das gesetzliche Bürgergeld und Entrichtung von 3 Gulden
Gemeinderathssportel Regblt: vom Jahr 1835 Art 32 Seite 521.
Gemeinderath Braun Mast Bohnet Ziefle
Randbemerkung in Blei: Bürgerausschuß 

Verhandelt den 23 Feber 1856
Heute an obigen Datum wurde ein Wald Feldschütz und Nachtwächter gedingt in der Person des Jakob Schübel von Haiterbach unter folgenden Bedingungen:
1. Wird derßelbe als Wald und Feldschütz für die ganze Ortsgemarkung angestellt und demßelben die Gewißenhafte Obhut über dießelbe anvertraut.
2. Als Orts und Polizeidiener wird demßelben alle Geschäfte zur möglichsten Gewissenhaftigkeit zur Pflicht gemacht.
3. Als Nachtwächter hat derßelbe von Martini an von Abends 11 bis Morgens 3 Uhr zu wachen bis Georgi, von Georgi aber bis Martini von Abends 10 Uhr bis Morgens 4 Uhr zu wachen.
4. Als Mößner hat derßelbe Morgens, Mittags und Abends zu läuten, wobei demßelben keine besondere Belohnung gebührt, dagegen aber das Wohnrecht unentgeltlich auf dem Rathshauße eingeräumt ist, dagegen gebührt demßelben bei Leichen die Regulativmäßige Gebühr, wie solche im Stiftungsprotokoll beschrieben ist.
Die Belohnung wird folgendermaßen reguliert wobei sich Schübel selbst zu verköstigen hat, und von seiner Dienstherrschaft sonsten nichts anzusprechen hat.
Als Waldschütz 60 f,
Feldschütz 10 f,
Amtsdiener 10 f,Nachtwächter 10 f,
zusammen 90 f.
Der Dienst beginnt den 1. April 1856 und ist vorläufig gültig auf 1 Jahr.
Bedingungen sind folgende:
Dem angestellten Waldschützen wird zur Pflicht gemacht die ihm anvertrauten Ämter mit möglichster Gewißenhaftigkeit zu versehen ferner hat Schübel das Recht seinen Dienst auf 4 Wochen zu kündigen, dagegen haben die Vorgesetzten Bauerschaft das Recht dem Schübel auf 4 Wochen zu kündigen. Schübel darf seine Familie unter keinen Umständen hier Aufenthalt geben. Ferner gebührt dem angestellten Wald & Feldschützen die Hälfte der einbringlichen Strafen und als Ortsdiener die Regulativmäßigen Gebühren. Das nöthige Brennholz erhält Schübel unentgeltlich.
Unterschrift der Waldschütz Jacob Schübel
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet Seeger
& Bürgerausschuß Seeger Schneider Frey
1. Randbemerkung: Das nöthige Brennholz erhält Schübel unentgeltlich
2. Randbemerkung: Der angestellte Jakob Schübel wird der Vorschrift gemäß bei seiner Verpflichtung an den Art. 408 des Strafgesetzbuches ausdrücklich belehrt. Unterschrift Schübel 

Verhandelt den 24. May 1856
Da der Pacht des Farrenhalten bis zum 23. April d.J. abläuft, auch der gegenwärtige Farren dem Schaugericht nicht entsprochen hat, so wird das Farrenhalten wieder auf Georgii 1856 bis Georgii 1860 also auf 4 Jahre unter den vom 23. May 1853 Gemeindeprotokoll blt. 40 enthaltenen Bedingungen verpachtet, mit der Ausnahme, daß der Gemeinderath nicht mehr den Wenigstnehmenden als Farrenhalter annehmen wird, sondern denjenigen, von welchem zu erwarten steht, daß er einen tauglichen Farren anschafft, und die geeignete Fütterung und Behandlung zu erwarten ist.
Unter dießen Bedingungen fordert:
Matheis Ziefle jährlich 80 f,
Joh.Adam Seeger 70 f,
Joh. Martin Wurster 65 f,
Michael Schneider 60 f,
Joh. Martin Wurster 58 f,
Ochs. Adam Seeger 57 f,
Ziefle 56 f,
Schneider 55 f,
Adam Seeger 54 f,
Michael Schneider 53 f,
Martin Wurster 52 f,
Michael Schneider 50 f,
Martin Wurster 49 f.
Da von dem letzten Steigerer Johann Martin Wurster die geeignete Anschaffung und Behandlung eines tauglichen Farren zu erwarten steht, so wird von dem Gemeinderath & Bürgerausschuß beschloßen, dem Martin Wurster das Farrenhalten auf die 4 Jahre von Georgii 1856 bis Georgii 1860 zu übertragen um jährlich 49 f neun und vierzig Gulden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Seeger Bohnet
& Bürgerausschuß Seeger Frey Schneider 
Der Farrenhalter Unterschrift Wurster 

Verhandelt den 7. April 1856
Durch Beschluß der Bürgerlichen Colegien soll dies Jahr wieder für die hiesige Ortmarkung ein Maulwurf und Steudelmäusfänger (Wühlmausfänger) aufgestellt werden, hierzu hat sich gemeldet Gottlieb Binz von Rodt, und da derselbe mit diesem Geschäft umzugehen weiß, so wird beschlossen demselben betreffendes Geschäft auf das Jahr 1856 unter folgenden Bedingungen zu übertragen.
Binz hat mit dem Geschäft sogleich zu beginnen, und solange damit fortzufahren, bis die Felder von besagtem Ungeziefer völlig gereinigt sind.
Die Belohnung wird folgender Maßen reguliert.
Neben dem, daß gedachter Binz, solange er hier mit besagtem Geschäft zu thun hat die Kost unentgeltlich von den hiesigen Bauern erhält, erhält derselbe aus der Gemeindcasse bis Martini 16 Gulden, wovon die Hälfte bis 1. Juli, die andere Hälfte bis Martini d. Jahres ausbezahlt wird.
Da endlich die auswärtigen Güterbesitzer keine Kost reichen, so ist der angestellte Mauser Binz befugt, von denselben eine Fanggebühr von der Steudelmaus 2 Kreuzer und vom Maulwurf 3 Kreuzer einzuziehen.
der angestellte Mauser Unterschrift G. Benz
Gemeinderath Braun  Ziefle Mast Bohnet 
& Bürgerausschuß  Seeger   Schneider    Frey   

Randbemerkung: Vorstehender Vertrag mit dem Mäusefänger Binz wird auf 1857 hiermit verlängert 

Nachtrag am 27.März 1861
Die unentgeltliche Verköstigung ist den Bauern lästig, so das der Mäusefänger Binz sich selber verköstigen soll und hierfür 20 Gulden zusätzlich erhält. 

Obermusbach den 9. März 1856
Da Matheis Ziefle hier unter den 22. Febr. d.J. der Württembergsch-Privat-Feuer-Versicherungsgesellschaft zum Behuf seiner Versicherung gegen Feuerschaden seiner frühere Versicherung gegen Feuerschaden welche auf Seite 62 d. Protokoll eingetragen ist, weßentlich abgeändert hat, so wird nach dem Antragsbogen Pos. 527 Urkunde Pos. 105, 941 deßen Gegenstände zur Versicherung hier neu aufgenommen wie folgt:
2. Bücher 24 f,
3. Gemälde, Kupferstich 7 f,
4. Betten und Bettgewand 350 f,
5. Kleider und Leibweißzeug 280 f,
6. Leinwand & Tischzeug 150 f,
7. Schreinwerk 250 f,
8. Küchengerschirr 78 f,
9. Faß und Bandgeschirr 30 f,
10. Gemeiner Hausrath 250 f,
11. Fuhr und Bauergeschirr Pflüge Eggen und Schlitten 200 f,
12. Getränke 0 f,
13. Mundvorrath 260 f,
14. Brennholz 0 f,
15. Hornvieh 0 f,
Transport (Zwischensumme) 1879 f
16. Pferde 0 f,
17. Schaffe 0 f,
18. Schweine 0 f,
19. Frücht 600 f,
20. Stroh 400 f
,21. Futter 400 f,
Summe 3279 f.
Hiervon wie vorstehend bemerkt 1 Viertel in Selbstversicherung.
Genehmigt 3279 f
Gemeinderath Braun Seeger Mast Bohnet 

Verhandelt den 14. Juli 1856
Zufolge K. Oberamts-Erlaßes vom 9. d.M. und den bestehenden Bestimmungen gemäß die Bürgerausschußwahl betreffend hat der gehorsamst Unterzeichnet zu berichten, daß bei einer solchen geringen Bürgerzahl wie solche hier besteht eine förmliche Wahl des Bürgerausschußes nicht vorgenommen werden kann.
Der Bürgerausschuß besteht gegenwärtig aus folgenden Mitgliedern:
1. Johann Adam Seeger als Obmann
2. Johannes Frey
3. Michael Schneider
Dießelben haben sich heute zu Protokoll erklärt, daß sie auch fernerhin im Büergerausschuß verbleiben.
Unterschrift Seeger Frey Schneider
Zur Beurkundung Schultheiß Braun
1. Randbemerkung in Blei: Beeidigung,
Gemeinder auf den früher abgelegten Eid.
2. Randbemerkung: Betreffende Bürgerausschußmitglieder wurden auf ihren früher abgelegten Diensteid hingewießen. 

Verhandelt den 1. Sept. 1856
vor dem Gemeinderath & Bürgerausschuß
Jakob Schübel, unter dem 25. Febr. d.J. gedingte und am 1. April in Dienst eingetretene Wald und Feldschütz u.s.w. erscheint heute vor dem Gemeinderath und trägt vor, daß er mit seiner Besoldung von jährlichen 90 f sich nicht betrogen könne, vielweniger seiner Familie welche besteht in einer Frau und  drey Kinder einige Unterstützung zu geben möge.
Der Gemeinderath & Bürgerausschuß hat nun heute das Vorbringen des Schübel geprüft, und seinen Vertrag als begründet befunden, da er begreiflich ist, daß ein Mann mit täglichen 14 – 15 Kr. nicht wohl bestehen kann, zumalen die Nebeneinkünfte so gering sind, daß dießelbe vast nicht berechnet werden dürfen.
Man hat sich nun dahin verständigt und beschloßen, da Schübel in jeder Hinsicht ein Man ist, dem die Waldungen, wie auch seine übrigen Ämter mit Ruhe anvertraut werden dürfen vom 1. Sept 1856 an statt jährlich 90 f nunmehr 110 f also 20 f mehr aus der Gemeindecaße zu bewilligen. Im Übrigen aber soll es bei den Bedingungen vom 25. Febr. 1856 Blt 72 sein Verbleiben haben.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger
& Bürgerausschuß Seeger Schneider Frey 

Verhandelt den 28. Okt. 1856
Da in dem Ruggerichtsbuch für hier unter Seite 3 die Viehschau aus 2 Sachverständige Männer zu bestellen sind, so wurden heute zu diesem Zweck aufs neue gewählt
Gemeinderath Ziefle und Jahannes Mast, Gemeinderath und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Ziefle Mast
Ferner für die hiesige Ziegelhütte wurde zur Ziegelschau ebenfalls Gemeinderath Ziefle und Gemeinderath Mast bestellt.
Unterschrift Ziefle Mast
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet
Randbemerkung in Blei: Beeidigung, „sogleich verpflichtet“ wurde mit Blei unterstrichen 

Bemerkung der Redaktion: Es folgt 8 Monate Protokollpause. Grund unbekannt. 

Verhandelt den 24. Juni 1857
Da auf den kommenden Juli die Wahl des Bürgerausschußes wieder gesetzlich zu geschehen hat, so wird dem königl. Oberamt Freudenstadt, durch dießen Protokoll-Auszug angezeigt, daß wegen der geringen Bürgerzahl hier eine förmliche Wahl nicht stattfinden kann, vielmehr die drey alteren Ausschußmitglieder im Bürgerausschuß verbleiben, blos der neu eingetretene Bürger Johann Martin Döttling, Schuster 33 Jahre alt wurde heute in Bürgerausschuß aufgenommen und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Döttling
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Mast
Randbemerkung: wie oben wurde „sogleich verpflichtet“ mit Blei unterstrichen. 

Verhandelt den 24. Juni 1857
Da die 2 jährige Dienstzeit des Gemeindepflegers Mast mit dem 1. Juli d.J. abläuft, so wurde heute die Wahl des Gemeindepflegers vorgenommen, zuvor aber die Besoldung auf die nächsten 2 Jahre folgender Maßen reguliert:
Da die Besoldung seit 2 Jahren auf 30 f festgesetzt war und die Einnahmen und Ausgaben sich jährlich gegen 2000 f belaufen, auch der Geldeingang bei den vielen Auswärtigen Steuerpflichtigen viele Mühe kostet, so wird beschloßen von dem Gemeinderath und Bürgerausschuß. daß die fixe Besoldung des Gemeindepflegers auch ferner bei 30 f zu belaßen seie.
Einstimmig wurde der seitherige Gemeindepfleger Joh. Mast wieder gewählt, und auf seinen früheren Diensteid hingewießen.
Annahme der Wahl auf 2 gestrichen neu 3 Jahre Unterschrift Mast
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Ziefle
& Bürgerausschuß Seeger Schneider Döttling Frey
1. Randbemerkung: Die nachträgliche Annahme der auf den Gemeindepfleger gefallene Wahl auf drey Jahe bis 1. Juli 1860. Unterschrift Mast
Die Ausdehnung der Wahl auf 3 Jahre beurkundet
Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet,
Bürgerausschuß Seeger Döttling Schneider Frey
2. Randbemerkung in Blei: Cautions versättx?  

Verhandelt den 29. Juni 1857
In Betreff des projektierten Straßenbaues durch das Glattthal nach Sulz wurde heute nach Anhörung des Gemeinderaths und Bürgerausschuß einstimmig beschlossen.
Daß das vom königl. Oberamt Freudenstadt unter dem 27. d. Monats bei der Amtsversammlung gestellten Antrag, wonach die hiesige Gemeinde zum Neubau dieser Straße einen Beitrag von 150 Gulden geben soll, aus der Gemeindecasse unter der ausdrücklichen Bedingung zu bewilligen seie, daß man sich hiermit von allen weiteren Kosten, nahmentlich den Unterhaltungskosten verwahrt wissen will.
Zur Beurkundung
Gemeinderath Braun Ziefle  Mast  Bohnet  
& Bürgerausschuß  Seeger  Schneider  Döttling   Frey 

Obermusbach Gerichtsbezirks Freudenstadt Verhandelt den 11. August 1857
Für die 2 zwey minderjährige Kinder des Johann Adam Bohnet, Bauer und Wittwer hier:
1. Johann Adam Bohnet, geb. den 12. Dezember 18372. Christina geboren den 15. Januar 1845 wurde heute Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet. Unterschrift Seeger
Zur Beurkundung Waißengericht Braun Mast Ziefle 

Verhandelt den 18. Sept 1857
In Betreff des K. Oberamts-Erlaßes vom 2. diß Monaths den Straßenbau durch das Glattthal betreffend hat der Gemeinderath von betreffenden Erlaß Kenntniß genommen und sich damit einverstanden erklärt.
Die bewilligten Beiträge von 150 f sollen folgender Maßen aus der dißeitigen Gemeindecaße bezahlt werden.
50 f auf den 1. Juli 1858, 50 f auf den 1. Juli 1859 und 50 f auf den 1. Juli 1860.
Zur Beurkundung Braun Ziefle Bohnet Mast Seeger 

Verhandelt den 9. Novber 1857
Königl. Oberamtlichen Auftrag vom 6ten d.M. zufolge soll dem Johann Adam Bohnet ein Prädikats-Vermögens und Vorstrafenzeugniß ausgestellt werden.
Der Gemeinderath beschließt zu bezeugen:
1. daß gedachter Johann Adam Bohnet, ein ganz gutes Prädikat besitzt,
2. derßelbe an Vermögen 30000 f besitzt und noch mehr zu hoffen hat,
daß 3tens derßelbe noch nie gestraft wurde auch in dem dießeitigen Strafregister nicht vorgemerkt ist.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Ziefle Seeger 

Verhandelt den 18. Dezber 1857
Zufolge des Gesetzes vom 6. Juli 1849 Regblt. Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jede 2 Jahre in Monath Dezember vorzunehmen.
Durch Beschluß der beeden Colegien wurde unter den 24. November 1851 der 18. Dezember zur Ergänzung der Gemeinderathswahl festgesetzt. Nach vorheriger Anfertigung der Wählerliste hat man auf heute die Gemeinderathswahl festgesetzt, und dabei zuerst beschloßen, daß wegen der geringen Bürgerzahl hier das Gemeinderaths-Colegium auf 4 Mitglieder zu belaßen. Es hätte nun 1/3tel also 1 Mitglied aus dem Gemeinderaths auszutretten mit der Bestimmung, da0 der ausgetretende wieder gewählt werden darf, und deßen Diensteid auf 6 Jahre gültig ist.
Durch das Loos hat auszutreten Johann Adam Bohnet.
Mit großer Stimmenmehrheit 8 Stimmen wurde wieder gewählt Johann Adam Bohnet, so daß das Gemeinderaths-Colegium außer dem Schultheißen besteht aus folgenden Mitgliedern, Matheis Ziefle, Johannes Mast, Joh. Martin Seeger Johann Adam Bohnet. 
Vorstehende Verhandlung beurkundet Gemeinderath Braun Mast Seeger Bohnet Ziefle
& Bürgerausschuß Seeger Frey Schneider Döttling
Randbemerkung: Bohnet hat sich zur Annahme der Wahl bereit erklärt und wurde auf seinen früheren Diensteid hingewießen. Unterschrift Bohnet 

Verhandelt den 18. Dezber 1857
Es wird heute von den bürgerlichen Colegen einstimmig beschloßen eine Schäferei aufs nächste Jahr zu entrichten unter gewißen Beschränkungen wo der Schäfer hüten darf und daß vorläufig die Zahl der Schaafe 90 bis 100 St. betragen darf. Der Pacht geschieht vorläufig auf 1 Jahr vom 1. Januar 1858/59 und soll an den Meistbietenden verpachtet werden jedoch unter der Bedingung daß sich der Gemeinderath die Wahl vorbehält, welchem Steigerer der Gemeinderath die Schaafweide übertragen wird.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Ziefle Bohnet Seeger
& Bürgerausschuß Schneider Frey Döttling
Randbemerkung in Blei: Ist die Schaeferei? x verpaßt? 

Verhandelt den 24 Feber 1858
Aus Veranlaßung der heute stattfindenden Inventualtheilung der am 17. Januar d.J. gestorbenen Ehefrau des J. Fried. Braun Schultheiß hier Rosina geb. Mast wurde für die 4 minderjährigen Kinder daßelben
1. Elisabethen 16 Jahre alt,
2. Joh. Martin 13 Jahre alt,
3. Jak. Friedrich 5 Jahre alt,
4. Christina 3 1/2 Jahre alt,
Johann Martin Seeger Bauer und Gemeinderath hier als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Seeger
Zur Beurkundung Waißengericht Ziefle Mast Bohnet
Randbemerkung in Blei: bis hirher Ruggericht vom 2 August 1858 

Obermusbach Verhandelt den 24 August 1858
In Folge des am 1. d.M. erfolgten Ableben des Gemeinderathsmitglied Johann Martin Seeger Bauer hier erscheint dem Gemeinderath der Ersatz eines Mitgliedes wieder als gebotten zumalen der Gemeinderath schon einige Jahre nur aus 4 Mitglieder ohne den Schultheißen besteht.
Man hat nun der versammelten Bürgerschaft zur Wahl aufgefordert und es haben die Wahlpflichtigen Bürger alle abgestimmt. Das Ergebniß ist folgendes:
Johann Adam Seeger erhielt 8 Stimmen,
Michael Schneider erhielt 1 Stimme.
Es ist somit Johann Adam Seeger bisheriger Obmann des Bürgerausschußes als gewählt zu betrachten.
Die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl Unterschrift Seeger 

ferner
Da der Obmann des Bürgerausschußes Johann Adam Seeger zum Gemeinsrath gewählt wurde, so wurde sogleich zur Wahl eines Obmann des Bürgerausschußes geschritten.
Das Ergebniß ist folgendes:
Michael Schneider erhielt als Bürgerausschußobmann 7 Stimmen und Johann Martin Döttling 2 Stimmen, es ist somit Schneider als gewählt zu betrachten.
Die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl Unterschrift Schneider
Vorstehende Verhandlungen beurkunden Gemeinderth Braun Ziefle Mast Bohnet
& Bürgerausschuß Seeger Schneider Döttling Frey
Den 6. Sebtember 1858 wurde der Bürgerausschußobmann beeidigt. z.B. Schultheiß Braun 

Randbemerkung: Verhandelt den 6. September 1858
Nachdem in der gesetzlichen Frist von 8 Tagen keine Einwendungen gegen die gültigkeit betreffender Wahl vorgebracht wurde, so wurde heute der neu gewählte Gemeinderath Johann Adam Seeger in der vollen Sitzung des Gemeinderaths und Bürgerausschußes vorschriftsmäßig beeidigt.
Unterschrift Seeger
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Bohnet Mast
& Bürgerausschuß 

Den 25. August 1858
Aus Veranlaßung eines beabsichtigten Holzhiebes im dißeitigen Gemeindewald beschließt der Gemeinderath, da das ausgege? Holz großtheils eine Durchforstung bildet den angemeldeten Hauer Adam Haist von Reichenbach und Johannes Bäuerle v. Untermusbach für das Clafter Buchenholz 1 f 12 Kr. Holzmacherlohn zu bewilligen. Ferner für das Stimmele? einer Buche werden 5 Kr. bewilligt.
Zur Beurkundung Braun Mast Seeger Ziefle Bohnet 

Der 2. Teil von 1859 bis 1864 auf der nächsten Seite.

Ermittelt und aufgeschrieben von Hans Rehberg.