Gemeinderat Protokoll 1864 Teil 1

Gemeinderats-Protokoll von 1864 bis 1891
– von 1864 bis 1874 –

Die Jahre 1875 bis 1884 sind auf der nächsten Seite.

Im Gemeinderats-Protokollbuch sind die Beschlüsse des Gemeinderates und des Bürgerausschusses protokolliert.
Wir haben hier die in altdeutscher Handschrift (Kurrentschrift) geschriebenen Original- Niederschriften wiedergeben um einen Überblick über die Tätigkeiten des Gemeinderates in der Zeit von 1864 bis 1891 darzustellen. Zur Kürzung der Seitenlänge haben wir das Buch in drei Teile aufgeteilt.
Der Originaltext ist Kursiv geschrieben. Ein x entspricht einem nicht leserlichen Wort und ein ? ein nicht sicher gelesenem Wort. Vor einer Unterschrift im Protokoll ist immer ein Kurzzeichen, wir haben an Stelle dessen das Wort „Unterschrift“ geschrieben. Beschrieben ist im Protokollbuch immer nur eine Seitenhälfte, auf der leeren Seitenhälfte sind teilweise Ergänzungen geschrieben die wir als Randbemerkungen tituliert haben.

Verhandelt am 7. November 1864 vor dem Gemeinderath
Christian Friedrich Hofer Ziegeleibesitzer hier, Bürger und Schmiedmeister in Untermusbach erscheint vor dem Gemeinderath und trägt vor, daß er beabsichtige oberhalb der Ziegelhütte in seine eigenthümliche Wiese ein Bauernhaus zu erbauen, und da solches auf die hiesiger Markung kommt, so bitte er hierzu um die Gemeinderäthliche Genehmigung.
Die Gemeinderäthe Schultheiß Braun, Adam Bohnet, Johannes Mast, Martin Ziefle, auch der Gemeindepfleger Schneider gibt seine Zustimmung, letzterer mit der ausdrücklichen Bestimmung daß seine nahe liegenden Felder niemals auf irgend eine Art dürfen beschädigt werden, auch der Gemeinderath Joh. Adam Seeger gibt seine Zustimmung unter obigen Bedingungen, nahmentlich macht aber der Gemeinderath Seeger noch die ausdrückliche Bedingung, daß seine Wässerung an dem oberen Graben niemals dürfe verletzt oder geschmälert werden, und im Fall dieser Wässerungsgraben sollte überbaut werden, so ist derselbe so zu überwölben, daß derselbe so oft als nöthig ausgeputzt werden kann.
Es wird nun von dem Gemeindrath dem Wunsch des Hofer unter den besagten Bedingungen entsprochen mit dem Beisatz, daß derselbe niemals durch dieses Bauwesen irgend eine Nutzung der Gemeinde eingeräumt werde, sondern man sich dagegen ausdrücklich verwahrt wissen will.
Zur Beurkundung
Gemeindrath  Braun Seeger Schneider Mast Bohnet Ziefle

Den 30. Januar 1865
Auf Ansuchen der Eva Ziefle, Tochter des verstorbenen Matheis Ziefle, welche die Absicht erklärt hat, sich in Grünthal häußlich niederzulaßen wird von dem Gemeinderath bezeugt, daß sie an elterlichen Vermögen besitzt, welches durch Georg Dölker Bauer von Wittlensweiler Pflegschaft verwaltet wird baar Geld und Ausstände 9800 f, an sonstigen Fahrniß und Kleider Weißzeug 200 f, zusammen zehntausend Gulden. Daß unßeres Wißens hinsichtlich eines Prädikats an keinem der in dem revidierten Bürgerschaftsgesetzt vom 4. Dezember 1833 Art. 19 bezeichneten Mängel leidet, daß ihrem Austritt aus dem dißeitigen Staats und Gemeindeverband unßeres Wißens kein Hinderniß im Weege steht.
Beurkundet Gemeinderath Braun Ziefle Mast Schneider Seeger Bohnet

Den 13. April 1865
Auf Ansuchen der Chatarina Frey welche den 16. Juni 1829 geboren ist, und welche die Absicht erklärt hat sich in Edelweiler gänzlich niederzulaßen wird bezeugt, daß sie an elterlichen Vermögen besitzt 300 f, Eigenanspartes 100 f, Kleider und Weißzeug Fahrniß 200 f, zusammen 600 f. Daß unseres Wißens hinsichtlich ihres Prädikats an keinem der in dem revidierten Bürgergesetz vom 4 Decber 1833 Art 19 bezeichneten Mängel leidet, daß ihrem Austritt aus dem dießeitigen Staats und Gemeindeverband unßeres Wißens kein Hinderniß im Weege steht.
Beurkundet Gemeinderath Braun Ziefle Mast Schneider Seeger Bohnet

Verhandelt den 17 April 1865
Der Gemeinderath beschließt in heutiger Sitzung den Mäußefänger Binz auf das Jahr 1865 mit dem Fang der Maulwürfe und Streudelmäuße auf wieder zu beauftragen, gegen die vorjährige Belohnung von 40 f welche demselben aber nur dann bezahlt werden, wenn die Felder der Ortsmarkung von dießem Ungeziefer gereinigt sind. 
Ferner, da die Bachfassung von dem Hauße des Martin Ziefle an bis unter das Ochsenwirthshauß mit Morast wieder ganz angefüllt ist, so wird beschloßen, dießelbe wieder durch 2 oder 3 Arbeiter ausputzen zu laßen, deren Taggelder aus der Gemeindecaße bewilligt werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger Schneider

Verhandelt den 1 Juni 1865
Der ledigen Christina Bohnet, Tochter des Gutsbesitzer und Gemeinderath Bohnet, welche vor 6 Wochen ein uneheliches Kind geboren hat wird von dem Unterzeichneten Gemeinderath bezeugt, daß dießes ihr erstes Unzuchtsvergehen ist, und an Vermögen 10.000 f besitzt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Schneider Ziefle

Verhandelt den 5 Juni 1865
Bei dem Ausheben und Ausputzen der Bachfaßung durch den Ort hat sich ergeben, daß ein großer Theil des Holzes total faul ist, und wieder mit neu Holz bedeckt werden muß.
Da der Gemeinderath der Ansicht ist, daß das Holz aus dem Gemeindewald, welches im bestens Wuchs und auch mit Schaden gehauen werden müßte, und somit dorten nicht gehauen werden soll, so wird heute beschloßen den Holz Bedarf zu dießem Zweck anderwärts zu kaufen, und hirfür pro Kubikfuß 12 Kr aus der Gemeindecaße zu bewilligen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Bohnet Ziefle Mast

Verhandelt den 5 Juli 1865
Da den Pacht der hießigen GemeindeJagd  auf den 1 Juli d.J. wieder abläuft, so wird beschloßen solche wieder auf die nächsten 3 Jahre vom 1 Juli 1865/68 zu verpachten.
Bei dießer Verhandlung bringt der Ortsvorsteher zur Sprache, daß nach dem Gesetz vom Jahr 1855 RegBlt. Seite 225 Art. 5, und auch zu Folge K. Oberamtl. Rezesses Bl.10 die Verpachtung der Jagd nach vorhergehender Bekanntmachung im Amtsblatt zu geschehen hat.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß bringt aber einstimmig den Wunsch vor, es möchte doch von dießen Vorschriften Umgang genommen werden, es möchte vielmehr die Jagd an hießige Bürger wie seither verpachtet werden, überdieß sind sieben Grundbesitzer an der Ortsmarkung beteiligt, welche mehr als 50 Morgen Waldungen an einem Stük also zusammenhängend besitzen und nach Art 3 des vorerwähnten Gesetzes zur Ausübung der Jagd berechtigt sind. Überdieß wird es auch nicht gerne gesehen, wenn von Auswärtigen die Ortmarkung durch Jagdliebhaber durch streift wird, da hirdurch nicht nur bedeutender Schaden entstehen könnte, sondern sonsten auch zu unerträglichkeiten und Wiederwärtigkeiten führen könnte.
Nachdem nun dem Gesuch der bürgerlichen Colegien entsprochen wurde aber mit der ausdrücklichen Bestimmung, daß das K. Oberamt hirzu die Genehmigung zu dießer Verpachtung ertheile, wird, nach dem Jagdgesetz vom 2. Novber 1855 Regblt Seite 223 den erschienen Liebhaber deutlich vorgelesen wurde, und ebenfalls die Königl. Verordnung Regblt v. Jahr 1862 Seite 155 betreffend die Hegezeit des Wildes wird die Jagd ausgebotten vom 1 Juli 1865 bis 1 Juli 1868 und erhielt dießelbe im Aufstreich um jährlich 2 f zwei Giulden dem Johann Adam Bohnet hier.
Unterschrift Bohnet, Bürg und Selbstzähler Unterschrift fehlt
Vorstehende Verhandlung wird von dem unterzeichneten Gemeinderath genehmigt
Braun Seeger Schneider Ziefle Bohnet
Randbemerkung: ungiltig laut K.Oberamtl. Erlaßes vom 6 Juli 1865

Verhandelt den 7. Juli 1865
Der Ortsvorstand theilt dem Gemeinderath mit, daß durch Erlaß des K.Oberamt nebenstehende Jagdverpachtung da solche im Amtsblatt nicht bekanntgemacht wurde, ungiltig seie.
Es wird daher beschloßen die Jagd im öffentlichen Blatt auf nächsten Freytag wieder zu verpachten.
Gemeinderath Braun Bohnet Ziefle Mast

7. Juli 1865
Auf eine Anfrage des hl. Pfarrer Dasselberger in Grünthal was für die Armen abgebrannten in Besenfeld geschehen seie wurde hier eine Hauscoleckte veranstaltet, welche 8 Gulden eintrug.
Da aber die Noth der Abgebrannten groß ist, so wird von dem Gemeinderath und Bürgerausschuß beschlossen 8 Gulden für dieselben noch aus der Gemeindecasse zu bewilligen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Schneider Bohnet Ziefle
& Bürgerausschuß Kappler Döttling Mast

24. August 1865
Da man bei dem Schäfereiwesen welches seit einigen Jahren hier besteht die Feststellung gemacht hat, daß selbige nichts taugt, an dem Rind-Vieh welches auf die Weide getrieben wird großen Nachtheil bringt, auch die Pfärchnutzungen beinahe wertlos, ja sogar oft schadhaft sind, so wird in heutiger Sitzung beschloßen mit dem heurigen Jahresschluß die Schäferei ganz aufzugeben, und die Pfärchgerätschaften zu verkaufen, welche ohne dies beinahe wertlos sind.
Zur Beurkundung
Gemeinderath Braun Mast Seeger Schneider Ziefle

11.November 1865
Christian Fried. Hofer, welcher von seinem Vatter Fried. Hofer von Untermusbach ein Wohnhaus und Ziegelhütte nebst einem ordentlichen Garten an obigen Datum kaufte und überdies ein Vermögen von 4600 Gulden beibringt, hat um die Aufnahme in das hiesige Bürgerrecht nachgefragt.Es wird deshalb in heutiger Sitzung beschlossen dem Gesuch des Christian Fried. Hofer zu entsprechen, und denselben hier als Bürger aufzunehmen gegen die Entrichtung von 12 Gulden Bürgergeld, 1 Gulden Beitrag zu den Feuerlöschgerätschaften, 3 Gulden Sportel für den Gemeindrath. Regblt. v. J. 1833 Seite 521
Gemeinderath Braun Schneider Bohnet Ziefle Mast
Bürgerausschuß Kappler Mast Döttling

Verhandelt den 18 Decber 1865
Zufolge des Gesetzes vom 6 Juli 1849 Regblt Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jede 2 Jahre im Monath Decber vorzunehmen. Durch Beschluß beeder Colegien wurde der 18 Decber zur Ergänzungswahl der Gemeinderäthe festgesetzt.
Nach vorangegangener Anfertigung der Wählerliste hat man auf den heute den 18 Decber die Gemeinderathswahl festgesetzt, und beschlossen, daß da wegen der noch bestehenden geringen Bürgerzahl blos 5 Gemeinderäthe ohne den Schultheißen bestehen, blos ein Mitglied des Gemeinderaths auszutreten hat mit der Bemerkung, daß derßelbe gesetzlich wieder gewählt werden darf. Auszutreten hat Johann Adam Seger Gemeinderath, welcher am 24 August 1858 erstmals gewählt und am 6 Sept 1858 beeidigt wurde.
Nach dem nun sämtliche wahlfähige Bürger abgestimmt hatten, fiel das Ergebniß dahin aus, daß Johann Adam Seeger mit allen mit Ausnahme seiner eigenen Stimme wieder gewählt wurde. Seeger hat sich zu der auf ihn gefallenen Wahl zur Annahme bereit erklärt, und wurde auf seinen früheren Diensteid ausdrücklich hingewiesen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneideer Bohnet Ziefle Mast Seeger
Obmann des Bürgerausschuß Kappler Mast

Verhandelt den 21 December 1865
Da durch einen K. Obermats.Rezeß und Weißung des Oberfeuerschauer Pfeifer die Besorgung der Ortsfeuerschau in Zukunft nicht mehr durch einen Zimmermann besorgt werden darf, sondern durch einen Maurermeister, so wird in heutiger Sitzung des Gemeinderath beschlossen, die Besorgung der Lokalfeuerschau neben dem Schultheißen dem Maurermeister Gruber v. Wittlensweiler zu übertragen, und demßelben per Umgang welches Herbst und Frühjahr zu geschehen hat 1 f, ein Gulden Belohnung aus der Gemeindecaße zu verwilligen.
Gemeinderath Braun Mast Schneider Bohnet

Verhandelt den 6 März 1866
Dem Mäusefänger Gottlieb Binz, welcher seit einigen Jahren die Maulwürf und Streudelmäuße der Ortsmarkung gefangen hat, und für deren Bemühung jährlich 40 f aus der Gemeindecaße erhalten hat, wird dießer Vertrag auf das Jahr 1866 verlängert.
Gemeinderath Braun Mast Schneider Bohnet

17. Mai 1866
Heute wurde der Ablösungsvertrag über die Armenkostenbeiträge der Staatsfinanzverwaltung zur ehemaligen Almosenpflege des früheren Klosteramtes Reichenbach nach voraus gegangener Beratung unterzeichnet, wobei zur Sprache kam, daß die Gemeinde Reichenbach an dem erwähnten Ablösungsvertrag nicht fest halte, vielmehr den Prozeß von neuen aufnehmen will. Mit der Ansicht der Reichenbacher ist auch Obermusbach nicht einverstanden, daher die Bürgerlichen Colegien beschliesen an die königl. Staatsfinanzverwaltung die Bitte zu stellen, auf den Grund der mehr erwähnten Vertrages vom 13. April 1866  die Gemeinde Obermusbach um ihre Ansprüche abzufertigen, auch wenn Reichenbach den seit 13 Jahren abschwebenden Prozeß aufs neue beginnen wolle.
Zur BeurkundungGemeinderath Braun Seeger Schneider Mast Bohnet Ziefle
Bürgerausschuß Kappler Mast Döttling

Verhandelt den 29 Juni 1866
Nachdem die 3jährige Dienstzeit des Gemeindepflegers Schneider am morgen Tag abläuft, so wurde heute zu einer Neuwahl geschritten.
Es wird beschloßen, da sich die Geschäften des Gemeindepflegers weder vermindert noch vermehrt haben, die Besoldung des Rechners beim Alten also jährlich 30 f zu belaßen.
Die Wahl geschieht zu Folge K. Oberamts-Rezesses vom 15 Merz d. J. auf unbestimmte Zeit.
Bei der heutigen Abstimmung fiel das Ergebniß dahin aus, daß der seitherige Gemeindepfleger Michael Schneider wieder mit Ausnahme seiner eigenen sonst mit allen Stimmen zum Gemeindepfleger erwählt wurde. Schneider hat sich zur Annahme der auf ihn gefallenen Wahl bereit erklärt. Derselbe wurde sogleich auf seinen früheren Diensteid ausdrüklich hingewießen.
Ferner wurde beschloßen dem Gemeindepfleger Schneider die Stellung einer Realcaution zu erlaßen und sich mit der Intercession seiner Ehefrau Chatarina zu begnügen da Schneider ein sehr vermöglicher Mann und guter Haushälter ist.
Hirnach verbindet sich die Ehefrau des Schneider Chatarina eine geb. Kühnle für alle Fordrungen welche die Gemeindepflege seit Übernehmen des Amts an denßelben etwa zu machen hat, als Selbstschuldner und Selbstzählerin.
Die Annahme der Wahl und den Hinweiß auf seinen früheren Diensteid. Unterschrift Schneider
Die Ehefrau als Selbstschuldner und Selbstzähler. Unterschrift Katharina Schneider
Die Echtheit der Unterschrift beglaubigt Schulth. Braun
Vorstehende ganzs Verhandlung beurkundet Gemeinderath Braun Mast Ziefle Seeger Bohnet
Bürgerausschuß Kappler Döttling Mast

Verhandelt den 29 Juni 1866
Es wird heute zur Ergänzungswahl des Bürgerausschußes geschritten, da das Bürgerausschußmitglied Fried. Schwemmle fortwährend abwesend ist, auch der den Austritt aus den Bürgerausschuß gewünscht und angemeldet hat.
Ein förmlicher Wechsel der Bürgerausschuß-Mitglieder kann wegen der geringen Bürgerzahl nicht stattfinden. Bei der heutigen Abstimmung erhielt der Bauer Johann Adam Bohnet 8 Stimmen, und ist somit mit großer Mehrheit in den Bürgeraussschuß gewählt, so daß jetzt der Bürgerausschuß besteht aus:
1. Georg Kappler als Obmann
2. Fried. Mast
3. Joh. Martin Dettling
4. Joh. Adam Bohnet.
Die Annahme der Wahl und die Beeidigung. Unterschrift Bohnet
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Ziefle Seeger Bohnet Schneider
& Bürgerausschuß Kappler Döttling Mast

24. Juli 1866
Zufolge Kl. Oberamts Erlaßes in Por. 84 d. Gränzer welcher die Hinweisung auf das Einquatierungsgesetz vom 18. Juni 1864 Art. 39 bis 42 Regblt. S. 91 enthält, wurden auch hier die Quartiercomision bestellt, und da es gegenwärtig nur 12 Bürger hier sind, wird beschlossen daß neben dem Schultheißen nur noch 1 Quartiermacher bestehen soll, welcher in heutiger Sitzung des Gemeinderaths gewählt wurde in der Person des Gemeindepfleger Schneider, denselbe wurde sofort die unverweilte Fertigung der Quartierlisten aufgegeben.
Die Einquatierungscomision besteht  sonach aus Schultheiß Braun und Gemeindpfleger Schneider, welches als genügend erscheint.
Zur BeurkundungGemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger Schneider Ziefle
Randbemerkung: Nachträglich wurde zu Folge K. Oberamts Anordnung noch weiter gewählt Joh. Georg Kappler.

19. November 1866
Aus Veranlassung der Testaments-Eröffnung der am 5. d. Monats gestorbenen Fried. Klumpp Witwe Eva geb. Mast wurde heute für die zwei abwesenden Erben Johannes und Jakob Friedrich Mast beide in Amerika ein AbwesenheitsPfleger bestellt in der Person des Gemeinderath Joh. Adam Seegerund sogleich verpflichtet.
Unterschrift Adam Seeger
Zur Beurkundung Waisengericht Braun Mast Bohnet

Verhandelt den 27 Decber 1866
Dem Johann Martin Braun, Sohn des Schultheißen Jo. Fried. Braun hier welcher sich nach Besenfeld verheurathen will wird bezeugt.
Daß derßelbe ein ganz gutes Prädikat besitzt, und an Vermögen von seinen Eltern 4000f viertausend Gulden erhält.
Zur Beurkundung Gemeinderath Mast Schneider Bohnet Ziefle

Verhandelt den 17April 1867
Auf Ansuchen des Gottlieb Binz welcher schon seit vielen Jahren die Ortsmarkung zum fangen der Streudelmäuße und Maulwürfe gepachtet hat, wird dießer Vertrag wie seither zu 40 f auf das Jahr 1867 verlängert.
Ferner, da die Auflage der Bachfaßung mitten im Dorf beim Hauße des Ochsenwirth Seeger wieder total verfault ist, so wurde im Einverständniß des Gemeinderaths beschloßen:
1. Daß nur so weit die Überfahrt über betreff. Bachfaßung nöthig ist dießelbe solle bedeckt werden, der nicht bedeckte Theil aber zur Sicherheit mit einem Geländer versehen sein muß;
2. Soll das hirzu nöthige Holz auf 64 bis 66 Fuß Länge und 6 Fuß Lichtweite wozu 24 Stük Flöggen aif 3 neue Zoll geschnitten 16 Fuß lang nicht dem Gemeindewald entnommen werden, sondern da es in unßerem Gemeindewald kein Forchen Holz gibt dießen Bedarf im Weege des öffentlichen Abstreichs an den wenigstnehmenden accondiert werden.
Dießes nöthige Bauholz hat jung Joh. Adam Bohnet per Cubikfuß zu 8 Kr akkondiert welches aus der Gemeindecaße zu bezahlen ist. Der Gemeindepfleger wird aufgestellt das Betreff. Holz abzumeßen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Bohnet Ziefle Schneider
Randbemerkung: nach der Aufnahme des Gemeindepfleger Schneider und Waldschütz Schneider sind es 440 Cubikfuß. 

Verhandelt den10 Juni 1867
Da mit dem 1 Juli der Pacht des Farrenhaltens wieder zu Ende geht, so wird in heutiger Sitzung des Gemeinderaths & Bürgerausschuß beschloßen, denßelben wieder auf eine Reihe von Jahren wieder zu verpachten. Auf den Wunsch des seitherigen Farrenhalter Georg Kappler bringt der Schultheiß zur Sprache, ob es nicht zweckmäßiger wäre, wenn dem Pächter des Farren überlaßen würde, den Ein & Verkauf des Farren selbst besorgen zu laßen, so daß sich die Gemeindepflege um den Ein & Verkauf des Farren nichts zu bekümmern hätte, sondern lediglich nur das Pachtgeld zu bezahlen hätte. Der Gemeinderath & Bürgerausschuß beschließt die Anschaffung des Farren dem künftigen Pächter zu überlaßen, doch in der Art, daß jederzeit ein tüchtiger Farren vorhanden sein muß. Georg Kappler erbietet sich den Farren unter obigen Umständen wieder auf 3 Jahren per Jahr um Einhundet Gulden nehmlich vom 1 Juli 1867 bis 1 Juli 1870 zu pachten, der vorhandene Farren wird unter den vorgetragenen Umständen den Pächter Georg Kappler um 115 f käuflich überlaßen.
Unterschrift Pächter Kappler

Ferner, da die Holländerbrüke wieder total verfault ist, so wurde beschloßen dießelbe wieder neu herzustellen, zu dießem Zweck wurde dem Johannes Mast hier 3 Clafter 8 Schuh langes starkes Rollenholz abgekauft per Clafter zu 6 f, zusammen 18 f, welche zur Ausbezahlung der Gemeindecaße angewiesen werden.
Ferner, das unter dem 17 April d. J. akkondierte Holz, welches zur Bachfaßung bestimmt ist, wurde heute zur Beifuhr auf die hießige Sägmühle akkondiert, und dieße Beifuhr von 39 Stük Sägklötzen dem j Johann Adam Bohnet um den Steigerungspreiß von fünf Gulden überlaßen. Unterschrift Bohnet
Vorstehende Verhandlungen beurkundet Gemeinderath Braun Mast Seeger Bohnet Schneider
& Bürgerausschuß Kappler Bohnet Döttling Mast 

Obermusbach verhandelt den 18 Decber 1867
Zufolge des Gesetzes vom 6 Juli 1849 Regblt Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jede 2 Jahre im Monath Decber vorzunehmen. Durch Beschluß beeder Colegien wurde der 18 Decber festgelegt. Nach Anfertigung der Wählerliste, welche von dem Schultheißen, Gemeindepfleger und ältesten Milglied des Gemeinderaths stattgefunden hat und 8 Tage lang zur Einsicht auf dem Rathhauß ausgelegt geweßen, wird beschloßen, daß Bei der noch bestehenden geringen Bürgerzahl die Zahl der Gemeinderäthe ohne den Schultheißen bei 5 Mitgliedern zu belaßen.Es hätten dießmal aus dem Gemeinderath auszutreten Michael Schneider, welcher im Jahr 1860 als Gemeinderath gewählt wurde, und alt Johannes Mast, welcher am 18 Decber 1861 wieder gewählt wurde. Letzterer erklärt sich, daß er eine auf ihn fallende Wahl durchaus nicht mehr annehme. Im Gemeinderath verbleiben und können nicht gewählt werden: Alt Adam Bohnet, Adam Seeger, Martin Ziefle.
Bei der nun vorgenommenen Abstimmung an welcher alle Bürger, mit Ausnahme des ungehorsam abwesenden Martin Ziefle beteiligt haben 9 Bürger fiel das Ergebniß dahin aus, daß der seitherige Gemeindepfleger Michael Schneider von 9 mit 7 Stimmen und Joh. Georg Kappler ebenfalls von 9 Stimmen mit 7 Stimmen gewählt wurde. Vorstehende Verhandlung beurkundet mit dem Anfügen, daß sich die gewählten zur Annahme der auf sie gefallenen Wahl bereit erklärt haben, und daß nach Art. 12 des vornen gedachten Gesetzes Beschwerden gegen die Gültigkeit vorstehender Wahl bei dem Ortsvorstand innerhalb 8 Tagen vorgebracht werden müßen.
Daß die Wahl in Anweßenheit des Ortsvorsteher, ältesten Gemeinderaths und Obmann des Bürgerausschußes vorgenommen wurde.
Beurkundet Wahlcomißion Schultheiß Braun, ältester Gemeinderath Mast, Bürgerausobmann Kappler
Die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl, Unterschrift Schneider Kappler
Wegen naher Verwandtschaft des neu gewählten Gemeinderath G. Kappler mit dem Ortsvorstand hat der Gemeinderath & Bürgerausschuß um Dispersacion dießes Hindernißes beim K. Oberamt nachgesucht. Worauf das K.Oberamt laut Erlaß vom 21 Decber 1867 folgendes ertheilte:
„An den Gemeinderath Obermusbach
Dem Joh. g. Kappler will man unter den in Obermusbach vorwaltenden eigenthümlichen Verhältnißen die Dispersacion von dem Verbot der Verwandtschaft als Hinderniß der Annahme einer Gemeinderathsstelle unter der Voraussetzung, daß er das Gesuch selbst auch gestellt habe gegen einer von ihm zu erlegenden Sportel von 8 f ertheilt haben. Regblt. 1828 Seite 534.“
K. Oberamt Sandberger

Verhandelt den 18 Decber 1867
Nachdem heute bei der Gemeinderathswahl der Bürgerausschußobmann G.Kappler in den Gemeinderath erwählt wurde, so wird heute eine Neuwahl des Bürgerausschuß-Obmanns vorgenommen unter Zugrundlegung der nehmlichen Wählerliste und Wahlcomißion wie bei der Gemeinderaths-Wahl.
Bei der Abstimmung betheiligten sich wie vornen 9 wahlfähige Bürger, und es sind mit Ausnahme des ungehorsam abwesenden Martin Ziefle sonsten alle Bürger betheiligt.
Bei der erfolgten Abstimmung erhielten jung Adam Bohnet 4 Stimmen, jung Joh. Mast 4 Stimmen, Martin Döttling 1 Stimme.
Wegen Gleichheit der Simmen ersterer wird die Wahl auf einen anderen Tag verschoben der älteste nehmlich jung Joh.Adam Bohnet geb. den 12 Decber 1837 als Obmann in den Bürgerausschuß gewählt.
Die Annahme der Wahl, Unterschrift Bohnet
Als weiteres Mitglied in den Bürgerausschuß wird mit allen Stimmen gewählt: Joh. Johannes Mast geb. den 17 April 1840 welcher die auf ihn gefallene Wahl angenommen. Unterschrift Mast
Es besteht somit der Gemeinderath außer dem Schultheißen aus Joh. Adam Bohnet, Joh. Adam Seeger, Michael Schneider, Martin Ziefle, Joh. Georg Kappler;
Bürgerausschuß Obmann, j Adam Bohnet, Martin Döttling, Fried. Mast, jung Joh.Mast.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Bohnet Schneider Ziefle Kappler
& Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast

Heute als den 27 Decber 1867
wurde der seitherige Gemeindepfleger und Gemeinderath Michael Schneider, welcher, welcher am 18. Decber wieder auf seinen früheren Diensteid ausdrüklich hingewießen, und der nun als Gemeinderath gewählte Bauer Joh. Georg Kappler feierlich in der Sitzung des Gemeinderath beeidigt.
Unterschriften Schneider Kappler
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Ziefle

Eingetragen den 18 Janer 1868
In Folge Wegzugs des Schultheißen Jak. Fried. Braun, Bauer & Schultheißen hier aus seinem Wohnhaus Nr. 1 in Nr. 16 Gebct. Blt. 23, erklärt der Schultheiß Braun der Würth.-Feuerversicherungsgesellschaft sein Mobilia unter kleiner Abänderung in Gemeinderathsprokl. v. 1848 unter Blt. 110 folgendes zur Versicherung:
1. Gold und Silber mit Inbegriff von Taschenuhren u.s.w. und Ausschluß von Geld – 50 f,
2. Bücher – 20 f,
3. Gemälde, Kupferstich u.s.w. – 10 f,
4. Betten & Bettgewand – 600 f,
5. Kleider und Leibweißzeug – 400 f,
6. Leinwand und Tischzeug – 300 f,
7. Schreinwerk – 400 f,
8. Küchengeschirr – 100 f,
9. Faß und Bandgeschirr . 30 f,
10. Gemeinder Hausrath mit ?griff v. Spiegel & Uhren – 100 f,
11. Gaisen, Wägen, Pflüge, Egen, Schlitten, Sattel und Reitzeug, Ochsengeschirr – 300 f,
12. Baumansfahrniß, nehmlich
Scheunen und Handgeschirr – 100 f,
Getränke – 0 f,
Mundvorrath – 300 f,
Brennmaterial Holz – 100 f,
19, Schweine . 40 f,
20. Früchte – 400 f,
21. Stroh – 200 f,
22. Futter – 400 f,
23. Saamen – 10 f,
24. Flachs und Hanf – 50 f,
Summe 3910 f.
Beglaubigt mit 3910 f.
Den 18 Janer 1868 Gemeinderath Seeger Schneider Kappler Ziefle

Verhandelt den 10 Febru 1868
Der seitherige Mäußefänger Gottlieb Binz ist gestorben, und da die Felder der Amtsmarkung fürchterlich mit Mäuße und Maulwürfe heimgesucht werden, so wird beschloßen auf das Jahr 1868 wieder einen gemeinschaftlichen Mäusefänger aufzustellen, deßen Belohnung mit 40 f aus der Gemeindecaße bezahlt wird. Hirzu hat sich gemeldet Johannes Seeger aus Untermusbach, und Gottlieb Schöttle, es wird beschloßen dem Johannes Seeger dieße Verrichtung auf das Jahr 1868 zu überlaßen, wobei noch angefügt wird, daß bei einem gehörigen Fleiß eine Aufbeßerung in Aussicht gestellt wird.

Ferner bringt der Ortsvorstand den Aufruf des K. Gemeinschaftl. Oberamts vom 29 v. M. die Bitte für die Heildorfer Abgaben unten zur Sprache, ob nicht aus der Gemeinde oder Stiftungscaße ein Beitrag für dießelben bewilligt werde. Es wird hirbei beschloßen daß zu oben genannten Zweck fünf Gulden aus der Stiftungscaße verwilligt werden.
Zur Beurkundung Gemeinde & Stiftungsrath Braun Seeger Schneider Bohnet Kappler
& Bürgerausschuß Bohnet Mast Döttling

Verhandelt den 20 März 1868
Bei der heutigen Sitzung des Gemeinderaths theilt der Schultheiß den Waißenrichtern zuerst mit, daß durch Erlaß des K. Oberamtsgericht Freudenstadt in Folge höherer Anordnung bei vorkommenden Theilungsfällen die Erben zur Erfüllung ihrer Obliegenheiten die Daionacionen von den gestorbenen Inhaber an den betreff. Ordensschatz zurück zu geben.
Ferner trägt der Schultheiß vor, daß in Folge unvorhergesehener Ausgaben bei der Gemeindepflege, worunter nahmentlich der mit Blech beschlage Thurm auf dem Rathhauß mit ca. 70 f und der Anschaffung von Beulion? der ganzen Ortsmarkung mit 50 f gehört ein Deficit vorhanden ist ob man nicht in dem Gemeindewald etwa 20 bis 30 Stamm Holz verkaufen könnte und nicht nur diese unvorhergesehene Kosten zu deken, sondern auch noch etwas auf die Güterweege, welche sehr schlecht sind etwas zu verwenden, der Gemeinderath und Bürgerausschuß beschließt, etwa für 200 f Holz fällen zu laßen, und hirzu den königl. Revierförster um deßen Auszeichnung zu ersuchen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Schneider Seeger Kappler
& Bürgerausschuß Bohnet Mast Döttling

Verhandelt den 8 Juni 1868
Zufolge des Gesetzes vom 26 März d. J. betreff. die Wahlen der Städte und Oberamts-Bezirke für den Landtag und der Vollziehungsverfügung hirzu vom 20 April d.J. Regblt. Par. 14 & 17 wurde gemäß Art 1 des Gesetzes die Ortswahlkommision bestellt.
Gesetzlich besteht dießelbe
a. aus dem Ortsvorsteher Schultheiß Braun und Gemeindepfleger Schneider.
b. von dem vereinigten Gemeinderath und Bürgerausschuß wurden auch folgende 3 Mitgliedr bestellt:
1. Georg Kappler Gemeinderath
2. Joh. Adam Bohnet Gemeinderath
3. Joh. Martin Ziefle Gemeinderath.
Vorstehende Verhandlung ?kundet
Gemeinderath Braun Schneider Ziefle Bohnet Kappler
& Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast

Verhandelt den 8 Juni 1868
Da mit dem 1 Juli der Accord der Straße über die Ortsmarkung von der Markungsgrenze Untermusbach bis zu der Gränze Reichenbach wieder abläuft, so wird in heutiger Sitzung beeder Colegien über die fernere Unterhaltung betreffender Straße Berathung gepflogen.
Nach reichlicher Überlegung kam man zu der Entschließung, daß die Aufstellung von 2 Weegknechten gar zu kostbillig wäre, es solle vielmehr die Straße, welche seither gut unterhalten wurde wieder auf eine Reihe von Jahren in Stüker wie bisher im öffentlichen Aufstreich verpachtet werden.
Die Verpachtung geschieht auf sechs Jahre vom 1 Juli 1868 bis 1 Juli 1874 und es soll dieße Accordverhandlung im Amtsblatt bekannt gemacht werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Kappler Bohnet Ziefle

Verhandelt den 10 Juni die Verpachtung der Jagd abläuft, so wird in heutiger Sitzung des Gemeindraths & Bürgerausschuß beschloßen, solche wieder auf die nächsten 6 Jahre nehmlich vom 1 Juli 1868/74 im Weege des öffentlichen Aufstreichs, welches Vorhaben im Gränzer bekannt gemacht werden solle am 24 Juni verpachtet werden soll, jedoch unter ausdrücklichem Genehmigungs-Vorbehalt des Gemeinderaths.

Ferner bringt der Schultheiß zur Sprache, daß das Sträßchen gegen dem Rathhauß schlecht seie, und zu deren Herstellung wieder 6 Roßlasten Kalksteine erforderlich seien.
Es wird beschloßen dieße Steine im Weege des Abstreichs am 24 Juni zur Beifuhr und Schlagen & Einwerfen zu vergeben.
Zur Beurkundung Gemeindrath Braun Bohnet Schneider Kappler
& Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast

Verhandelt den 24 Juni 1868
Nachdem unter dem 8 Juni d.J. beschloßen wurde die Straße über die Ortsmarkung in Accord zu geben, so wurde heute nachdem solches im Ort bekannt gemacht wurde zur Abschreichs-Verhandlung geschritten und folgende Bedingungen zu Grunde gelegt:
1. Betreffender Accord fängt den 1 Juli 1868 an und dauert bis 30 Juni 1874 also auf sechs Jahre.
2. Jeder Steigerer, welcher Straßentheile steigert und erhält hat für des erforderliche Material bestehend in Kalk oder Granitsteinen selbst zu sorgen auf seine Kosten, dießelben müßen jedes Jahr vorschriftmäßig nach Vorschrift des Kl. Oberamtsweegmeister oder auch des Schultheißen ausgeführt und auf die äußerste Gränze auf Haufen mit 7 Ct gesetzt werden, jedesmal so verkleinert werden, daß solche durch den Controllring fallen und bei geeigneter Witterung, jedesmal im Herbst etwa im Oktiober oder Anfand Novber jedes Jahr eingeworfen werden müßen.Ferner das Morastabziehen und wegschaffen deßelben, Gaubenausschlags, Nebenweege gehörig nach Vorschrift ganzustellen auch der Baumsatz ist in den Accord mit begriffen.
3. Jeder Übernehmer hat einen tüchtigen Bürgen als Selbstschuldner und Selbstzähler zu stellen welcher für die Pacht Verbindlichkeit eben so gut wie der Pächter zu haften hat.
4. Wenn ein Übernehmer eines Weegcomplex seine Schuldigkeit nicht thut, oder die vorgeschriebene Defegte nicht rechtzeitig erledigt daß daß Execucion angeordnet wurde, so hat der Bürge wie der Accorddant alle Kosten zu tragen.
5. Die Ausbezahlung des Steigerungspreißes geschieht wenn alle Defegte erledigt sind und die Straße in Ordnung ist jedes Jahr auf den 1. Juli und zwar am 1 Juli 1869 das erste mal.
6. Jeder Steigerer bleibt an sein Angebott gebunden, dagegen behält sich der Gemeinderath die Entschließung über die zu oder Nichtzusage noch unbedingt 4 Tage bevor, welche Entschließung auch dahin ausgedehnt wird, ob man den Wenigstnehmenden oder einen Vorgehenden als Accorddanten annehmen will.
Unter dießen Bedingungen, welche den erschienenen Liebhaber deutlich vorgelesen wurde, wird ausgebotten:
Anmerkung Redaktion: In der Regel gibt es drei Bieter, wobei die ersten zwei mit Bleistift am Rand geschrieben sind.
Ist dies nachträglich geschehen, um die Versteigerung nachvollziehbar zu machen?

Von par 0 bis Par 4 nebst der Zweigstraße gegen Untermusbach mit 92 Ruth
Joh. Georg Kappler 17 f
Adam Seeger v. Untermusbach 17 f
Kappler 16 f
Unterschrift Kappler Bürg Mast
Von Par 4 bis 8 sind es 83 Ruth
jung Fried Hofer v. Untermusbach 15 f
Daniel Haist 18 f
20 f erhalten Fried Hofer hier
Unterschrift Haist Bürg Hofer
Von Par 12 bis zur oberen Brüke durch den Ort sind es 78 Ruth
j Adam Bohnet 20 f
Braun 19 f 30
jung Adam Bohnet 16 f 30
Unterschrift j Bohnet Bürg Bohnet
Von der Brüke bis zu Par 14 sind es 59 Ruth 5 Schuh
Pächter Rentschler 22 f
20 f 30 Fried Hornberger
alt Adam Bohnet 21 f
Unterschrift A. Bohnet Bürg Bohnet
Von Par 14 bis par 19 sind es 109 1/2 Ruth
33 f Cheistian Seeger
Ad Seeger 30 f
Franziska Seeger Wittwe
Georg Kappler hier 33 f
Unterschrift Kappler
Mast
Von Par 19 bis 24 sind es 108 Ruth
Fried Kübler  28 f 30
Braun 29 f 30
Johannes Frey hier um 29 f 30
Unterschrift Frey Bürg Schulth. Braun
Von Par 24 bis Par 31 sind es 150 Rzth
30 f Georg Kappler
Döttling 29 f 30
Georg Kappler um 28 f
Unterschrift Kappler Mast
Von Par 31 bis 37 sind es 133 Ruth
32 f 30 K Joh Mast
alt Mast 34 f
jung Johannes Mast 34 f
Unterschrift Mast Kappler
Von Par 37 bis Par 43 sind es 112 Ruth
Die Sutterdohle muß der Accordant auf seine Kosten welche im Accord mit begriffen ist herstellen laßen.
Schwemmle 44 f
Fried Kappler 30 f
Rentschler 29 f
Pächter Rentschler 30 f
Unterschrift Rentschler Kappler
Von Par 43 bis Par 48 sind es 130 Ruth
Fried Kübler 30 f
Schulth. Braun 28 f
Johannes Frey 28 f
Unterschrift Frey Bürg Schultheiß Braun
Von Par 48 bis Par 54 sind es 135 Ruth
Braun 30 f
Johannes Frey um 30 f
Unterschrift Frey Bürg Schultheiß Braun
Von Par 54 an bis Par 60 sind es 132 Ruth
30 f Schwemmle hier
Ziefle 28 f
Mathäus Rentschler 27 f 30
Unterschrift Rentschler Kappler
Von Par 60 an bis Par 65 sind es 111 Ruth
35 f Fried Hofer hier
Kappler 37 f 30
Adam Schittenhelm v. Untermusbach 40 f
Unterschrift Schittenhelm Hornberger
Von Par 65 an bis Par 70 sind es 100 Ruth
33 f Adam Schittenhelm
Schneider 35 f
Anderens Schneider v. Reichenbach um 35 f
Unterschrift A Schneider Bürg Schulth. Braun
Vorstehende Verhandlung wird hirmit Genehmigt,
den 24 Juni 1868
Gemeinderath Braun Bohnet Schneider Kappler Ziefle
& Bürgerausschuß Bohnet Mast Döttling 

Verhandelt den 29 Juni 1868
In Folge des am 30 Mai d.J. erfolgten Ableben des Joh. Adam Seeger Ochsenw & Gemeinderath hier ist deßen Stelle als Gemeinderath, da es ohne den Schultheißen nur 4 Milglieder wären wieder zu besetzen.
Hirzu hat man den heutigen Tag bestimmt, und sämtliche wahlfähige Bürger hirzu eingeladen. Es wird beschloßen, daß ob es gleich eine Auserordentliche Wahl ist dießelbe doch auf die ordentliche Zeit auf 6 Jahre nehmlich bis zum 18 Decber 1873 gelten soll.
Bei der sofort erfolgten Abstimmung unter 9 Bürger war das Resultat, daß jung Joh Mast geb. 17 April 1840 mit 8 stimmen von 9 abgegebenen Stimmen gewählt wurde.
Die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl. Unterschrift Mast
Vorstehende Verhandlung und richtige Abzählung der Stimmen beurkundet
Gemeindepfleger Schneider Bürgerausschußobmann Bohnet

Verhandelt am gleichen Tage
Durch die Beförderung des Bürgerausschußmitglied Joh. Mast wird die telle eines Bürgerausschuß erledigt, deren Wahl sogleich vorgenommen wird.
Bei der sofort erfolgten Abstimmung erhielten Friedrich Hofer Bauer hier 8 Stimmen, alt Joh. Mast 1 Stim von 9 abgegebenen Stimmen, es ist somit Hofer in den Bürgerausschuß gewählt. Die Annahme des auf ihn gefallenen wahl. Unterschrift Hofer
Es besteht somit jetzt folgende Gemeinderäthe ohne den Schultheißen: Joh. Adam Bohnet, Joh. Martin Ziefle, Gemeindepf. Schneider, Georg Kappler, Johannes Mast.
Der Bürgerausschuß: Obmann Joh. Adam Bohnet, Fried. Mast, Martin Döttling, Friedrich Hofer.
Vorstehende Verhandlung beurkunden Gemeinderath Braun Schneider Bohnet Ziefle Kappler & Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast
Nachdem gegen die Gültigkeit dießer Wahl keine Einwendungen gemacht wurde, wurde Joh. Mast in heutiger Sitzung des Gemeinderaths feierlich beeidigt. Unterschrift Mast
Die Wahl ist gültig bis 18 Decber 1873
Zur Beurkundung den 25. Juli 1868
Gemeinderrath Braun Bohnet Kappler Schneider
2 Juli 1 Ausg K.Obe.

Verhandelt den 13 August 1868
Aus Veranlaßung der heute stattfindenen Inventualtheilung des + Ochsenwirth Johann Adam Seeger, wird für die sechs minderjährigen Kinder, nehmlich
Friederike Barbara geb. den 15 Juni 1854,
Johann Martin geb. 15 Mai 1856,
Maria geb. 2 August 1859,
Joh. Adam geb. 20 Mai 1862,
Carolina geb. 5 Juni 1865,
heute Christ. Fried. Hole, Kaufmann in Grünthal als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet. Unterschrift C. F. Hole
Zur Beurkundung Waißengericht Braun Bohnet Kappler

Verhandelt den 19 Oktber 1868
Der Ortsvorstand verliest der versammelten Bürgerschaft den Erlaß des Königl. Ministerium Abth. für Straßen und Wasserbau die Erbauung einer Straße von Freudenstadt über Igelsberg nach Besenfeld Betreffs.
Da nach einem K. Oberamth. Ausschreiben am Freitag den 30 d. durch den He. Oberbeamten eine Verhandlung deßwegen auf dem Rathhauß in Freudenstadt gepflogen wird, wozu von hier aus 3-4 Bevollmächtigte abgesendet werden sollen, so wurde in heutiger Sitzung dieße Personen gewählt, nehmlich Schultheiß Braun, Gemeindepfleger Schneider, alt Adam Bohnet, dießelben erhalten die Vollmacht, in dießer Angelegenheit zu handlen nach ihrem Gutdünken, deßen Ergebniß von den sämtlichen Colegien hirmit zum Voraus genehmigt wird.
Zur Beurkundung die bürgerlichen Colegien, Schultheiß Braun Bohnet Bohnet Schneider Kappler Mast Mast Döttling

13. November 1868
In der heutigen Sitzung beider Colegien verlies der Ortvorstand verschiedene Aufruf der Cannstatter zur Errichtung eines Standbildes für den höchstseeligen König Wilhelm.
Im Hinblick auf die Motive wie den edlen Zweck den die Cannstatter im Auge haben beschließt der Gemeinderath im Einverständnis des Bürgerausschusse zu gedachten Zweck fünf Gulden aus der Gemeindecasse zu bewilligen.
Zur Beurkundung
Gemeinderath Braun Schneider Bohnet Kappler Mast
Bürgerausschuß Bohnet Döttling

Verhandelt den 13 Novber 1868
Nach einem Ausschreiben des K. Amtsnotariat Dornstetten vom 10. d. M. soll für den in Amerika wohnenden Jakob Fried. Mast von hier ein Pfleger aufgestellt werden, nachdem der frühere Pfleger Ochsenwirth Joh. Adam Seeger schon vor einem halben Jahr gestorben ist.
Bei der heute erfolgten Abstimmung erhielt Gemeinderath Johannes Mast die meisten Stimmen, und ist somit als Pfleger gewählt, derßelbe wurde sogleich verpflichtet. Unterschrift Mast
Zur Beurkundung Waißengericht Braun Bohnet Kappller Schneider

2. Februar 1869
Durch das Ableben der Adam Hofer Witwe ist den Kindern des Joh. Adam Hofer auf dem Frutenhof hier bürgerlich eine bedeutende Erbschaft angefallen. Die Kinder sind aber beinahe noch alle minderjährig und es muß deshalb für diesselben ein Pfleger bestellt werden, dem die Gelder zur Verwaltung übergeben werden können.
In heutiger Sitzung wurde nun als Pfleger gewählt
Michael Schneider, Gemeindepfleger welcher sogleich verpflichtet wurde.
Unterschrift Schneider
Zur Beurkundung Gemeinderath & Waisenausschuß Braun Bohnet Kappler

24. Februar 1869
Der Güterweg bei dem Hause des Joh. Adam Bohnet, welcher auch zugleich zur Sägmühle führt ist gänzlich unfahrbar. Es wurde beschlossen 12 Roßlasten Kalkstein beizuführen zu lassen, welche heute im öffentlichen Abstreich verakkondiert wurden, wobei die Hälfte die Sägmühlgesellschaft die Hälfte die Gemeindecasse bezahlt.
Dieselbe hat zur Beifuhr erhalten Joh. Adam Bohnet, den Haufen zu 7 lt um 29 Kreuzer.
Unterschrift Bohnet
Zugleich wird das schlagen und einwerfen im Accord gegeben, und erhällt solche den Roßlast zu 10 Kreuzer Jakob Schneider hier.
Unterschrift Schneider
Weiter wurde beschlossen, den Accord des Mäusefängers Johannes Seeger von Untermusbach zum fangen der Maulwürfe und Steudelmäuse auf das Jahr 1869 mit 40 Gulden zu verlängern.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Kappler Ziefle Mast

Den 20 Mai 1869
Aus Veranlaßung der heute stattfindenden Inventualtheilung des am 22 April 1869 gestorbenen Friedrich Mast geweßener Bauer hier wird für das noch minderjährige Kind
Catarina geboh. den 8 August 1868
der Gemeinderath j Johannes Mast als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet. Unterschrift Johannes Mast
Zur Beurkundung Waißengericht Braun Bohnet Schneiderden

21 Mai 1869
Der Christina Bohnet, welche sich nach Hallwangen verheurathen will, wird bezeugt daß dießelbe ein freies Vermögen von 10.000 f besitzt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Mast Kappler

22. Juni 1869
Bei der heutigen Sitzung der bürgerlichen Colegien bringt der Schultheiß zur Sprache, daß 1 Farren nicht genüge, und daß es der Wunsch der meisten Bürger ist, das ein großer und kleiner  oder jüngerer Farren nebeneinander bestehe.
Die bürgerlichen Colegien welche heute dieser Wunsch vorgetragen wurde beschliessen, daß ein zweiter Farren hier angeschafft werden soll, jedoch nicht auf gänzliche Gemeindekosten, sondern ein jeder Bauer hier soll gehalten sein 2 Jahre lang einen Farren zu halten, dem ein jährliches Wartgeld mit 15 Gulden aus der Gemeindecasse bewilligt wurde, und für den Sprung eines Stück Viehes 6 Kreuzer zu erheben berechtigt seie. Selbstverständlich ist, daß nach 2 Jahren die Unterhaltung eines solchen Farren wieder auf einen anderen übergeht.

Ferner bringt der Ortvorstand den schlechten Zustand der Schule in Untermusbach zur Spache, daß unßere Kinder nicht nur nichts lernen, sondern besonders zur Winterzeit die kleinen Kinder welche täglich den Weeg nach Untermusbach machen müßen voll zu Grunde gehen, Überdieß war die Kinderzahl hier als die Schule mit der in Untermusbach vereinigt wurde eben 5, während gegenwärtig 19 Kinder von hier die Schule in Untermusbach besuchen.
Die bürgerlichen Colegien beschliessen die Einleitung zu treffen, daß wieder eine Schule auf das Spätjahr hier errichtet wird, und wir mit einem tüchtigen Lehrer versehen werden.
Die Regelung der Besoldungsverhältnisse soll unter Mitwirkung unseres Hl. Pfarer Eyth geschehen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Kappler Mast & Bürgerausschuß Bohnet Döttling Frey

Verhandelt den 24 Juni 1869
Nach Anfertigung der Wählerliste, welche seit den 15 Juni auf dem Rathhauß somit 8 Tage öffentlich ausgelegt geweßen wurde unter dem Vorsitz des Ortsvorstehers, des Obmann des Bürgerausschußes, und zwey weiterer Mitglieder die Ergänzungswahl des Bürgerausschußes vorgenommen.
Da es aber gegenwärtig nur 12 Activbürger sind, so ist ein Wechsel des Bürgerausschußes hier gar nicht möglich, spondern die Wahl erstreckt sich nur, daß für den am 22 April d. J. gestorbenen Bürgerausschuß-Mitglied Friedrich Mast, ein anderer gewählt wurde.
Bei der sofort erfolgten Abstimmung, bei welcher sich 10 wahlfähige Bürger beteiligt haben war daß Ergebniß, daß
Joahnnes Frey, Taglöhner hier mit 10 Stimmen gewählt wurde. Die Annahme der Wahl und die Beeidigung. Unterschrift Frey
Es besteht somit der Bürgerausschuß:
1. Joh. Adam Bohnet, als Obmann
2. Joh. Martin Döttling
3. Crist. Fried. Hofer
4. Joh. Frey
Zur Beurkundung Schulrheiß Braun, ObM. des Bürgerausschuß Bohnet, Döttling

5. Oktober 1869
Für die durch Brand verunglückten im September d. Jahres in Dornstetten wurde in Folge mehrerer Aufrufs wonach 13 arme Familien obdachlos geworden sind und deren Noth notorisch groß ist, eine Unterstützung mit 7 Gulden aus der Gemeindecasse verwilligt.
Gemeinderath Braun Kappler Schneider Mast Ziefle
Bürgerausschuß Bohnet Döttling Hofer

30. November 1869
Zufolge K. Oberamts Anschreiben vom 20. November wonach zur  Erledigung der Diferenzen mit der Hirschkkopfstraße neben dem Schultheißen noch 2 weitere Mitglieder aus den bürgerlichen Colegien als Bevollmächtigte am Samstag, den 4. Dezember auf dem Rathhaus in Freudenstadt zu erscheinen haben wurde gewählt
Gemeindepfleger Schneider, Gemeinderath Kappler.
Diesselben erhalten die Vollmacht in dieser Angelegenheit nach ihrem Gutdünken zu handeln, deren Ergebnis von den bürgerlichen Colegien zum voraus genehmigt wird.
Zur Beurkundung
die bürgerlichen Colegien, Schultheiß Braun Mast Ziefle Bohnet Hofer Döttling

Verhandelt den 18 Decber 1869
Zufolge des Gesetzes vom 6 Juli 1849 Regblt Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jede 2 Jahr im Monath Decber vorzunehmen.
Nach Anfertigung der Wählerliste, welche von dem Schultheißen, Gemeindepfleger, ältesten Mitglied des Gemeinderaths Bohnet stattgefundenn hat und 8 Tage lang zur Einsicht auf dem Rathhauß öffentlich ausgelegt geweßen wird beschloßen, daß bei der noch bestehenden geringen Bürgerzahl die Zahl der Gemeinderäthe ohne den Schultheißen bei 5 Mitgliedern zu belaßen.
Nach abgelaufener 6 jährigen Dienstzeit haben dißmal auszutretten:
Johann Adam Bohnet und
Johann Martin Ziefle.
Nachdem nun sämtliche Wahlfähige Bürger alle abgestimmt haben fiel das Ergebniß dahin aus, daß alt Adam Bohnet mit 6 Stimmen, Martin Ziefle mit 7 Stimmen wieder gewählt werden.
Weitere Stimmen erhielten Fried. Hofer 2 Stimmen, jung Adam Bohnet Obmann des Bürgerausschußes 1 Stim.
Gegen die Gültigkeit der Wahl kann innerhalb 8 Tagen Einspruch erhoben werden, nach deren Ablauf die Gewählten beeidigt und in ihr Amt eingewiesen werden.
Wahlcomißion Schultheiß Braun, Oman Schneider OM Bürgerausschuß Bohnet

Dem 27 Decber 1869
wurden die 2 neu gewählten Gemeinderäthe Bohnet & Ziefle wieder auf ihren früheren Diensteid ausdrüklich hingewießen, da gegen die Gültigkeit der Wahl keine Einwendung gemacht wurde.
z. B. Schulth. Braun

21. Dezember 1869
Nachdem daß K. Oberamt angeordnet hat, daß für die Gemeinde hier wie in den überigen Gemeinden ein neuer Feuerfahne angeschafft werden mußte so wurde heute ein Fahnenträger welcher die Funktion als Rottmeister hat der Schreiner Johannes Mast gewählt und demselben den neuen Fahnen zur sorgfältigen Aufbewahrung übergeben.
bei einem etwaigen Brand hat der Fahnenträger die Mannschaft in Ordnung zu bringen und alles Nöthige anzuordnen.
Unterschrift Joh. Mast Schreinermeister
Zur Beurkundung
Gemeindrath Braun Schneider Kappler Mast Ziefle

3. Februar 1870
Bei der im vorigen Monath erfolgten Übergabe der 300 Rathen (1 Rath = 2,9 km) langen Hirschkopfstraße von der Stadtgemeinde Freudenstadt an die Gemeinde Obermusbach hat betreff. Stadtgemeinde noch 300 Roßlast Kalkstein zum ausführen auf ihre Kosten verabstreichen lassen, welche der Bauer Georg Kappler hier der Roßlast zu 7 Zentner um 42,5 Kreuzer zur Beifuhr erhalten hat.
Da die Stadtgemeinde nicht mehr bezahlt als betreff 300 Haufen die Steine aber bei weitem nicht zur Ausbesserung der Fahrleiße ausreichen, so stellt der Ortvorstand an den versammelten Gemeinderath das Ansinnen, den Fuhrleuten welche betreff. Kalksteine auführen das Mehrgewicht über 7 Zentner aus der hiesigen Gemeindecasse ebenfalls den Haufen zu 42,5 Kreuzer zu bezahlen. Der Gemeinderath ist aus Billigkeits einsichten nicht verstehenem Wartung einverstanden und bewilligt für das Mehrgewicht gleichfalls 42,5 Kreuzer.
Nach einem Bericht des Proffers Dr. Nagel in Tübingen vom 8 Febr. d. J. leidet der Fried. Bohnet von Frutenhof hier bürgerlich an eronischer  Krankheit beider Augen und soll in die Staatskrankenanstalt in Wennenthal aufgenommen werden an deren Kosten die Staatscasse die Hälfte der auf täglich 42 Kreuzer sich belaufenden Kosten leidet,
die andere Hälfte soll der Mittellosigkeit des Kranken auf die Gemeindecasse übernommen werden, wobei bemerkt wird, daß die Kur 4 Wochen gauert.
Dem Fried. Bohnet ist kürzlich eine Erbschaft angefallen, daß er seine Kurkosten selbst bestreiten kann, deswegen die Gemeinde sich für jetzt auch nicht verpflichtet hält für die Kurkosten einzustehen außer derselbe seie nicht im Stande solche zu bezahlen.
Zur Beurkundung
Gemeinderath Braun Schneider Kappler Ziefle

Verhandelt den 4 März 1870
Gemeindepfleger Gemeindrath Schneider wurde bei seiner Wiederwahl am 29. Juni 1866 auf unbestimmte Zeit gewählt. Dieß wird nun heute einer Anordnung des K. Oberamts gemäß dahin erläutert daß die Wahl des Gemeindepfleger Schneider auf lebensdauer gelten solle.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Kappler Mast Ziefle
& Bürgerausschuß Bohnet Döttling Hofer

19.April 1870
Der hiesige Taglöhner Johannes Frey erscheint vor dem Gemeinderath und trägt vor, daß er fest entschloßen seie mit seiner Familie bestehend aus Frau und 3 Kinder von 6 bis 11 Jahre alt nach Amerika auszuwandern, und bei desen Mittelloßigkeit seie er genötigt um eine Reise-Unterstützung aus der Gemeindecasse nachzusuchen, wogegen er für sich und seine ganze Familie auf das hiesige Bürgerrecht verzichte.
Dem Frey wurde vor etwa 6 Jahren vergantet, wobei allerdings durch den überaus günstigen Erlös seiner Liegenschaft noch für die Freysche Familie noch etwas übrig blieb. Übrigens hat sich bei dessen Vermögensuntersuchung ergeben, daß derselbe so lange er verheuratet und sein Gut betrieben 700 Gulden eingebüßt hat, und deswegen wird desen Auswanderung hier recht gerne gesehen und thunlichst befördert.
Da die hiesige Gemeinde vor etwa 2 Jahren 1260 Gulden als Armengelder oder zur Unterstützung der Armen als Ablößungssumme von dem Klosterverband von Reichenbach herrührend erhalten hat, so beschließt der Gemeinderath im Einverständniß des Bürgerausschußes der Freyschen Familie zum Zweck der Auswanderung nach Amerika und unter der Bedingung des ausdrücklichen Verzicht auf das Bürgerrecht für sich und seine Familie aus oben genannter Kasse eine Unterstützung von 200 Gulden zu bewilligen.
Vorstehende Verhandlung soll einem Köngl. Oberamt zur gütigen Genehmigung vorgelegt werden.
Zur BeurkundungGemeindrath Braun Schneider Ziefle Kappler Mast &
Bürgerausschuß Bohnet Döttling Hofer


Den 21 April 1 Ausz an das K. Oberamt eingesandt.28. April 1870
Da nach einem K. Oberamts-Erlaß vom 22.d. M. obenstehende 200 Gulden als Reiseunterstützung dem Taglöhner Johannes Frey welcher nach Amerika mit Familie auswandern will nicht genehmigt wurde sondern nur der verfallene Zins aus dem Capital von 1260 Gulden 45 Kreutzer welcher 107 Gulden 28 Kreuzer beträgt zu diesem Zweck verwilligt werden konnte, es beschließt der Gemeinderath die noch fehlenden 92 Gulden 32 Kreuzer aus der Gemeindecasse zu entnehmen, bis der Zinsgenuß aus betreff. Kapital obige 92 Gulden 32 Kreuzer wieder deckt, damit der Auswanderung der Freyschen Familie kein Hinderniß bereitet wird.
Zur BeurkundungGemeindrath Braun Schneider Ziefle Mast Kappler

Verhandelt den 30 Juni 1870
Da mit dem heutigen Tag der unter dem 10ten Juli 1867 auf 3 Jahre abgeschloßene Vertrag mit dem Farrenhaltern Georg Kappler abläuft so wird das Farrenhalten zufolge Beschlußes der bürgerlichen Colegien wieder auf eine Reihe von Jahren im Abstreich unter folgenden Bedingungen verakkondiert.
1. Der Pächter hat den Einkauf des Farren selbst zu besorgen, so daß derßelbe blos den Steigerungspreiß erhält sonsten aber nichts anzusprechen hat.
2. Muß immer ein tüchtiger Farren vorhanden sein, und wenn derßelbe nicht mehr als tauglich erfunden wird, muß der Pächter auf seine Kosten einen anderen tauglichen anschaffen.
3. Bei der heutigen Abstreichverhandlung erbietet sich Georg Kappler den Farren jährlich um 100 f mit Worten Ein Hundert Gulden jährlich zu unterhalten und anzuschaffen. Der Akkord gilt vom 1 Juli 1870 bis 30 Juni 1873.
Der Pächter Unterschrift Kappler
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Ziefle Mast & Bürgerausschuß Bohnet Döttling

Verhandelt den 1 Juli 1870
Da das Bürgerausschuß-Mitglied Fried. Mast hier gestorben ist, so wird in heutiger Sitzung der bürgerlichen Colegien wieder die Wahl eines Bürgerausschußes vorgenommen, bei der sofortigen Abstimmung wurde mit großer Stimmenmehrheit gewählt:
Johannes Mast, Schreiner 26 Jahre alt, welcher sich zur Annahme der auf ihn gefallenen Wahl bereit erklärt, und sogleich in Pflichten genomen wurde.
Die Annahme der Wahl. Unterschrift Johannes Mast
Zur Beurkundung Wahlcommision Schultheiß Braun Gemeindepfleger Schneider Obmann des Bürgerausschuß Bohnet 

Verhandelt den 25 Juli 1870
Zufolge Königl. Oberamts-Erlaßes in Par. 84 des Amtsblatt welcher die Hinweißung auf das Einquatierungsgesetz vom 18 Juni1864 Art 39-42 Regblt Seite 91 enthält, wurde auf hier die Einquartierungs-Commision bestellt.
Bei der geringen Bürgerzahl erscheint es genügend, daß neben dem Schultheißen noch 2 Quatiermacher bestehen.
Gewählt wurden in heutiger Sitzung neben dem Schultheißen noch Gemeindepfleger Schneider & Gutsbesitzer Schwemmle hier. Denßelben wurde sofort die unverweilte Fertigung der Quartierlisten aufgegeben.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Kappler Ziefle Schneider

Verhandelt den 25 Juli 1870
vor dem Gemeinde & Stiftungsrath
Durch die Beförderung des He. Verwaltungsakteur Bukenberger in Freudenstadt zum Oberamtspfleger und Sparkaßier daßelbst hat derßelbe unter dem 13. d. M. das Verwaltungsgeschäft für hier niedergelegt und bringt an seiner Stelle den He. Verwaltungsakteur Bauer in Freudenstadt als seinen Nachfolger in Vorschlag.
Nachdem nun heute dem Gemeinde & Stiftungsrath betreff. Vorschlag mitgeteilt wurde, wurde einstimmig beschloßen, daß es ausdrüklch unßer Wunsch ist, daß He. Verwaltungsakteur Bukenberger das hiesige Verwaltungsgeschäft beibehalten möchte, im Fall aber solches ganz unthunlich wäre, würde man das Verwaltungsgeschäft dem Verwaltungsakteur Bauer daßelbst übertragen.
Zur Beurkundung Geiende & Stiftungsrath Braun Ziefle Kappler Schneider
25 Juni 1 Ausz.

3. August 1870
Aus Veranlaßung der heute stattfinden Realabtheilung der am 7. Mai 1870 gestorbenen Witwe des Johannes Frey von hier wird für den nach Amerika ausgewanderten Sohn Johannes Frey von hier Johann Martin Döttling, Schuster hier als Abwesensheitspfleger bestellt und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Döttling
Zur Beurkundung Waisengericht Braun Schneider Mast

30 August 1870
Nach einem Ausschreiben des Kl. Oberamt Freudenstadt vom 28. d. Monats befinden sich unsere verwundeten Krieger in der gräßlichsten Noth und richtet an den Gemeinde und Stiftungsrath die dringende Bitte um rasche Bewilligung eines Beitrags aus der Gemeinde & Stiftungscasse.
Der Gemeinde & Stiftungsrath beschließt
aus der Gemeindecasse 8 Gulden
aus der Stiftungscasse 7 Gulde,
zusammen 15 Gulden zu verwilligen.
Gemeinde & Stiftungsrath Braun Mast Kappler Schneider

15. Sebt. 1870
Die Bachfaßung beim Ochsenwirths Hause und die Dohle hinter demselben ist total mit Morast angefüllt, es wird daher beschloßen diese Ausputzarbeiten gegen ein Tagegeld von 48 Kreuzer dem Joh. Martin Döttling von hier zu übertragen.
Unterschrift Döttling
Zur Beurk.
Gemeinderath Braun Schneider Kappler Mast

19. November 1870
Der Ortsvorstand trägt dem versammelten Gemeinderath & Bürgerausschuß vor, daß in allen Gemeinden für die im Felde befindlichen Krieger Unterstützungen nahmentlich an Flanelhemden gemacht werden, und beantragt dem einzigen Soldaten Fried. Mast von hier beim I.ten Reiterregiment gegenwärtig von Paris auch eines der feinsten Flanel-Hemden mit 6 Ehlen Zeug die Ehle zu 168 Kreuzer zusammen 4 Gulden 48 Kreuzer aus der Gemeindecasse zu bewilligen, was von dem Gemeinderath & Bürgerausschuß gut geheißen wurde.
Zur BeurkundungGemeinderath Braun Schnieder Masr Kappler
& Bürgerauschuß Bohnet Döttling Hofer Mast

Verhandelt den 27 Decber 1870
Zufolge Erledigung des Ruggerichtsrezeßes vom 4 Marz d. J. nach § 4 wird in heutiger Sitzung der bürgerlichen Colegien als Untergänger gewählt:
Schultheiß Braun, gemeindpfleger Schneider, Jak. Fried. Schwemmle, welche sogleich verpflichtet wurden.Unterschrift Braun Schneider Schwemmle
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Kappler Mast

Verhandelt den 25 März 1871
Auf das am 8 Febr d. J. erfolgte Ableben des Gemeinderath Joh. Martin Ziefle hier ist deßen Stelle erledigt und wieder neu zu besetzen hauptsächlich auch deßwegen weil das älteste Gemeinderathsmitglied Adam Bohnet wegen eines kranken Fußes nicht mehr ausgehen kann und in keinem Jahr das Rathhauß betretten hat, und zu den vorkommenden Verhandlungen 3 Gemeinderräthe ohne den Schultheißen als ungenügend erscheint.
Nach Anfertigung der Wählerliste hat man heute zur Wahl eines Gemeinderathsmitglied anberaumt und nach dem die Wahlberechtigten alle abgestimmt hatten fiel das Ergebniß dahin aus, daß Fried. Schwemmle, Bauer von 50 Jahr alt mit 7 Stimmen gewählt wurde, dagegen j Adam Bohnet 1 Stimme und Fried. Hofer 1 Stimme erhielt.
Die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl und die Hinweißung auf seinen früheren abgelegten Diensteid. Unterschrift J. F. Schwemmle
Zur Beurkundung Wahlcomißion Schultheiß Braun Gemeidepfleger Schneider Büegerausschuß Obmann Bohnet gewählt auf 6 Jahr

Den 25. März 1871
Dem Mäußefänger Johannes Seeger v. Untermusbach welchem die Ortsmarkung zum fangen der Maulwürfe und Streudelmäuße auf des Jahr 1871 wieder übertragen wurde derßelbe erhält von dem Maulwurf per Stük 6 K u. der Streudelmauß 4 K p Stük, derßelbe hat solche jedesmal Abends dem Gemeindepfleger zum abzählen zu überbringen, welcher von Zeit zu Zeit Zahlung für das gefangene Ungeziefer leistet.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schwemmle Schneider Kappler Mast

18. April 1871
Veranlaßung der heutigen Intentualabtheilung des am 8. Febr. d. J. verstorbenen Joh. Martin Ziefle Bauer hier wurde für die 3 minderjährigen Kinder des Ziefle
Johannes geb. den 15. März 1863
Maria geb. 18. Augst. 1864
Christian Ziefle geb. 6. May 1866
Johannes Eberhardt Gutsbesitzer von Unter-Ellenbogen als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Johannes Eberhardt
Zur Beurkundung Waisengericht Braun Kappler Schneider

Verhandelt den 5 Juni 1871
In heutiger Sitzung des versammelten Gemeinderaths und Bürgerausschußes kommt die Berathung zur Sprache auf welche Art das Bedürfniß an Schulholz, welches in früheren Jahren 8 Claft gemischtes Scheiter und Prügelholz betrug, und in dießem Jahr aus dem Gemeindewald nichts ausgenutzt werden darf.
Der Gemeinderath im Einverständniß des Bürgerausschußes beschließt, fragliches Holz im Weege des Aufstreichs zur Anschaffung und Beifuhr an den Wenigstnehmenden zu akkondieren unter folgenden Bedingungen:
1. Darf nur gesundes Holz, welches zur Hälfte Scheiter zur Hälfte in Prügel bestehen muß.
2. Die Beifuhr muß in 14 Tagen beendigt sein.
Unter dießen Bedigungen wird zur Abstreichsverhandlung geschritten. Es fordert Christian Seeger 70 f, jung Adam Bohnet 60 f.Schultheiß Braun erhält solches zu 50 f fünzig Gulden.
Ferner wurde das Spalten fraglichen Holzes im Abstreich verliehen. Es erbietet sich Jakob Schneider hier das Clafter Holz zu 48 Kr aufzubereiten. Verbleibt demßelben um 48 Kr.
Vorstehende Verhandlung xGemeinderath Braun Schwemmle Schneider Kappler Mast & Bürgerausschuß Bohnet Mast Döttling

23. Juni 1871
Nach einem K. Oberamts-Ausschreiben vom 17. d. wird am Mittwoch den 28. d. Vormittags 9 Uhr eine Verhandlung aud dem Rathhaus in Freudenstadt stattfinden wegen Erbauung der Hirschkopfstraße von Igelsberg nach Besenfeld und insbesondere wegen Unterhaltung derselben und es solle aus der hiesigen Gemeinde auch 2 Abgeordneten zu betreff. Verhandlung gewählt werden welche mit Vollmacht von den bürgerlichen Colegien versehen sind.
Bei der sofort erfolgten Wahl wurde zur betrff. Verhandlung gewählt.
Gemeindepfleger Schneider
Gemeinderath Schwemmle
dieselben erhalten die unbedingte Vollmacht in dieser Angelegenheit zu handeln nach ihrem Gutdünken, deßen Ergebniß von den bürgerlichen Colegien zum voraus genehmigt wird.
Dieselben erhalten 1 Tagegeld von je 2 Gulden 30 Kreuzer aus der Gemeindecasse.
Zur Beurkundung
Bürgerliche Colegien Braun Schneider Schwemmle Kappler Mast Seeger Bohnet Döttling Hofer

Verhandelt den 21 Juli 1871
Gemeindepfleger Schneider trägt der versammelten Bürgerschaft in heutiger Sitzung vor, daß er bei seiner geringen Besoldung nicht mehr bestehen könne, durch die gesteigerten Anforderungen, nahmentlich durch den Geldeinzug der so vielen Auswärtigen Steuerpflichtigen seie die seitherige Besoldung von nur 30 f in keinem Verhältniß zu der vielen Mühe.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß hat dießen Vorschlag geprüft und die Beschwerde des Gemeindepflegers als begründet erfunden. Es wird deßhalb beschloßen die Besoldung des Gemeindepfleger Schneider vom 1 Juli 1871 an folgender Maßen zu regulieren derßelbe erfällt fixum jährlich 8 f. Schreibmaterial-Entschädigung 2 f, sowie von jedem baar eingezogenen Gulden Staatssteuer Amts Gemeinde und Körperschaftsanlagen Einzugsgebühr 1 Kreutzer welche sich auf cirka 35 f belaufen womit sich der Gemeindepfleger Schneider zufrieden erklärt. Unterschrift Schneider
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Kappler Schwemmle & Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast Hofer

Verhandelt den 7 August 1871
In der heutigen Sitzung bringt der Ortsvorstand die Defegten des He. Oberamtsbaumeister Pfeifer zur Sprache wonach auf das neue Hirschkopfsträßchen 300 Roßlasten Steine binnen Kurzen sollen ausgeführt werden und auf 50 Meter 1 Nummerstein zusammen 20 Nummersteine sollen beigeschafft werden.
Der Gemeinderath beschließt,
1. die Straße in 6 Abtheilungen mit je 50 Ruth auf die Dauer von 3 Jahren also vom 1 Juli 1871/74 in Akkord zu vergeben.
2. die Nummersteine im Weege des Abstreichs an den Wenigstnehmenden mit Einschluß der Beifuhr und Setzen zu verabstreichen.
Die Akkordverhandlung solle am nächsten Samstag Abend stattfinden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Kappler Mast Schwemmle

Verhandelt den 7 August 1871
Wald und Feldschütz Schneider hat in einer Reihe von Jahren jährlich 1 Kronenthaler 2 f 42 K aus der Gemeindecaße bezogen wogegen derßelbe die Verpflichtung hatte das Wasser aus den Güterweegen so oft als nöthig besonders aber beim Schneeabgang abzukehren.
Dieße Verrichtung nebst der Belohnung von 2 f 42 k will man nun dem Frohnmeister Martin Döttling vom 1 Juli 1871 an übertragen haben, wogegen derßelbe aber für Frohndienste keine besondere Belohnung mehr erhällt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Kappler Mast

11. August 1871
Nachdem nunmehr hier ein neuer Lehrer in der Person des Schulmeister Bach angestellt ist, wurde demselben die Stelle eines Impfbuchführers, welche ersteren früher Schulmeister Glück v. Untermusbach bekleidet hat unter den gleichen Gehaltsverhältnißen übertragen, beginnend vom 1. Juli an.
Zur Beurkundung
Gemeinderath Braun Schneider Kappler Mast

Verhandelt den 16 Okt 1871
Der Ortsvorstand bringt in heutiger Sitzung beeder Colegien zur Sprache, daß das neue Hirschkopfsträßchen hießiger Markung wieder schlecht aussieht, daß nahmentlich auf einigen Stellen die Seitengräben ganz zugeworfen sind und das Wasser über die Straße fließt.
Es wird nun beschlossen, den Johann Martin Döttling von  hier als Weegknecht dießer Straße zu bestellen, und da eine Übersicht der Arbeiten nicht vorhanden ist, so erhällt derßelbe vom Tag Arbeit eine Belohnung von 48 K aus der Gemeindecaße. Derßelbe wird beauftragt die Gruben heuher auszuputzen, die Geleiße zu ebnen, die Steine einzulegen und überhaupt alle vorkommende Arbeiten Sommer wie Winterszeit zu verrichten.
Unterschrift Döttling
Ferner, da auf genanntes Hirschkopfsträßchen 300 Roßlasten Kalksteine zur Beifuhr vorgeschrieben sind, wovon aber Albert Beuklacher v. Freudenstadt schon eine Partie aufgeführt hat und auch cirka 60 Gulden aufführen wird, so wird der Rest mit 150 200 – 170 Roßlasten heute im Weege des Abstreichs zu Beifuhr verakkondiert, es hat dießelben im Abstreich erhalten Fried. Hofer hier den Roßlast zu 1 f und da ein Minderungebott nicht erziehlt wurde, verbleibt demßelben der Accord um die Roßlast zu 7 Ct. um 1 f. Unterschrift Acordant Hofer
Vorstehende Verhandlung beurkundet Gemeinderath Braun Schneider Mast Kappler Schwemmle & Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast

Verhandelt den 18 Decber 1871
Anwesend die Wahlcomißion, Ortsvorsteher Braun, erster Gemeinderath Schneider, Obmann des Bürgerausschußes Bohnet
Nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 6 Juli 1849 hat in dießem Jahr 1/3tel des Gemeinderaths bestehend aus Gemeinderath Schneider und Martin Ziefle welch letzterer aber verfloßenen Frühling gestorben ist, und für denßelben unter dem 25 März d. J. Fried. Schwemmle Ökonom als Gemeinderath gewählt wurde, es hatte deßwegen, da bei der geringen Bürgerzahl das Gemeinderaths-Colegeum ohne den Schultheißen nur aus 5 Mitglieder besteht nun 1 Mitglied nehmlich Gemeinderath Schneider welcher am 18 Decber 1865 gewählt wurde auszutretten und durch eine Neuwahl zu ersetzen. Für dieße Wahl ist durch Beschluß des Gemeinderaths und Bürgerausschußes der heutige Tag bleibend bestimmt.
Die Vornahme der Wahl wurde 8 Tage vor derßelben, nehmlich am 10 decber bekannt gemacht, die Wählerliste lag sether auf dem Rathhauß ausgelegt.
Nach den Wahlzettel haben Stimmen abgegeben und erhielt der seitherige Gemeinderath Schneider wieder mit Ausnahme seiner eigenen sonsten mit allen 8 Stimmen wieder gewählt wurde.
Die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl und die Hinweißung auf seinen früher abgelegten Diensteid Unterschrift Schneider
Zur Beurkundung Wahlcomißion Braun Mast & Obmann des Bürgerausschußes Bohnet

24. Febr. 1872
Heute wurde mit Hausuhrenmacher Streeb v. Frutenhof im Beisein der Gemeindräte Schulth. Braun Kappler Mast & Schwemmle wegen der Anschaffung einer Uhr aufs hiesige Schulhaus eine Verhandlung gepflogen und wurden dahin einig unter Vorbehalt der übrigen Gemeinderäthe und des Bürgerausschußes & des Königl. Oberamts als Aufsichtsbehörde.
1. Verpflichtet sich Streeb eine neue Maßiege Uhr mit Messing Räder und Schlagwerk herzustellen, kurz so herzustellen, daß auf Kosten des Accordanten Streeb die Uhr fertig hergestellt wird mit der Ausnahme pungt.
2. Die Uhrentafel die Einschalung der Uhr und des Schlagwerks mit Einschluß der Einschalung des Gewichtes ist nicht im Accord mit begriffen.
3. Auch das Gewicht hat Streeb sowie die nöthigsten Seiler nebst Gamen anzuschaffen.
4. Wird dem Accordanten Streeb eine Garantiezeit v. 2 Jahren bedungen, derselbe hat unter dieser Zeit das etwa nach gehen richtig zu stellen, kurz die Uhr so in Stand zu stellen daß dieselbe untadelhaft und richtig geht.
5. Wenn die Uhr fertig ist und richtig geht erhällt Accordant Streeb die heute beschloßene Belohnung mit 250 Gulden, wovon 100 Gulden aus der Stiftungs und 100 Gulden aus der Gemeindecasse  bewilligt werden, den noch fehlenden Betrag soll durch besondere Beisteuer hier aufgebracht werden.
6. Verpflichtet sich Streeb bis Jakobi 25. Juli d. J. die Uhr fertig und Gangbar herzustellen. Unterschrift Accordant Jakob Streb Uhrmacher
Zur BeurkundungGemeinderath & Bürgerausschuß Braun (die restlichen Unterschriften fehlen, siehe auch die neben dem Eintrag stehende Bemerkung)
Randbemekung: Nebiger Beschluß kam gar nicht zu Stande. Schultheiß Braun

Verhandelt den 22 März 1872
In der heutigen Sitzung der bürgerlichen Colegien bringt der Ortvorstand den schlechten Zustand der Feld und Nachbarsweege zur Sprache besonders seie die Eichholzgaße der Weeg gegen Erzgrube, welcher beinahe nicht mehr mit dem Fuhrwerk zu pazieren ist.
Da in der Nähe Steine gewonnen werden können, so wird beantragt auf Kosten der Gemeinde nach Bedürfnis graben zu laßen, die Steine aber nach Bedürfniß in der Gemeinde in der sogenannten Fenhe? an Ort und Stelle zu schaffen und ebenfalls in der Fenhe? verkleinern und einlegen laßen. Der Betrag für 2 Maurer je 2 Tag a 1 f 12 K mit 4 f 48 K auf die Gemeindecaße zu übernehmen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Kappler Mast Schwemmle & Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast Hofer

20. Mai 1872
Der Schultheiß bringt in heutiger Sitzung die Lieferung von 8 Clafter Schulholz zur Sprache und beantragt daß zur Ersparung im Gemeindehaushalt ein jeder Bürger welcher Wald besitzt das hiernach ergulierte Holz unentgeltlich beiführen wolle und zwar trifft es
Schultheiß Braun 1 1/4 Clafter
Wittwe Ziefle 1 Clafter
Ochsen Seeger W. 1 1/4 Clafter
Georg Kappler 3/4 Clafter
Gemeindepf. Schneider 1 Clafter
jung Bohnet 3/4 Clafter
alt Bohnet 3/4 Clafter
Johannes Mast 1 Clafter
Schwemmle 1/2 Clafter
Zusammen 8 Clafter
Betreffendes Schulholz wird dem Jakob Schneider hier zum aufspalten solches der Lehrer braucht zu 6 Gulden 24 Kreuzer im Accord gegeben.
Ferner bringt der Schultheiß zur Sprache, daß in nächsten 8 Tagen 100 bis 120 Roßlasten Kalksteine in die Güterweege erforderlich seien, und zwar in sog. Rank-Weeg gegen Hallwangen 50 Haufen, in die sog. Eichholzgasse Weeg gegen Erzgrube 50 Haufen, Weeg gegen Kälberbronn im sog. Hirtengäßle 20 Haufen,
Betreffende Steine werden dem Fried. Hofer den Roßlast zu 7 Zentner um 30 Kreuzer pr Haufen übertragen.
Unterschrift Hofer 
FernerWird beschlossen dem Mäußefänger Johannes Seeger v. Untermusbach die Ortsmarkung zum säubern der Maulwürfe und Streudelmäuße zu übertragen, derselbe erhällt für dieß Jahr von jedem Stub das er fängt 8 Kreuzer pro Stük derselbe hat aber von heute an dem Gemeindpfleger die Mäuse zum abzählen zu übergeben, welcher nach dem Abzählen den Lohn ausbezahlt.
Vorstehenden Verhandlung beurkundetGemeinderath Braun Schneider Mast Kappler Schwemmle
& Bürgerausschuß Bohnet Hofer Döttling

Verhandelt den 23 August 1871
Der Ortsvorsteher bringt bei der heutigen Sitzung beeder Colegien zur Sprache, daß eine neue Regulierung für das Führen der Feuerspritze bei Ausbruch eines Brandes nöthig seie.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß beschließt, daß der erste welcher 2 Pferde an die Spritze bringt 5 f erhalten und sollten 2 weitere Pferde nöthig sein soll derßelbe für die 2 letzten Pferde 3 f erhalten.
Zur Beurkungung Gemeinderath Braun Schneider Kappler Schwemmle & Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast

Verhandelt den 11 Okt 1872
Gemeindepfleger Schneider trägt vor daß das Betriebscapital bei der Gemeindepflege bei den bisherigen 250 f den damaligen Anforderungen an die Casse nach dem seit 2 Jahren wieder eine eigene Schule hier besteht der Aufwand auf Straßen sich bedeutend gesteigert haben, während die Steuern, ins besondere von den vielen Auswärtigen größtentheils erst nach dem Januar zum Einzug gebracht werden können, Gemeindeeinkünfte fast keine vorhanden sind, bei weitem nicht mehr genügen, indem zur Bestreitung des laufenden Aufwands bis 1 Januar und Lieferung der Steuern an die Oberamtspflege immerhin eine Summe von 6 bis 800 f nöthig seien, es sollten deshalb solches auf die Summe mit 600 f erhöt werden.Die bürgerlichen Colegien beschließen das Betriebscapital auf 600 f zu erhöhen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneuder Kappler Mast & Bürgerausschuß Bohnet Hofer Döttling

27. Dezember 1872
Zufolge K. Oberamts-Erlaßes vom 16. Dezember und hohen Erlaßes des Ministeriums des Inneren betreffend den Gehalt der Ortsvorsteher wurde in heutiger Sitzung Beratung gepflogen. Zuerst bringt der Ortsvorsteher die bei seiner am 28. März 1849 stattgefundenen Wahl als Ortsvorsteher zur Sprache, worauf die Besoldung folgender Maßen reguliert wurde.
Als Ortsvorsteher 30 Gulden, als Rathschreiber 10 Gulden, für Schreibmaterial 6 Gulden zusammen 46 Gulden jährlich.Nach dem Regblt. Seite 396 ist nun die Besoldung der Ortsvorsteher neu zu regulieren und beträgt bei Gemeinden unter 300 Ortsanweßenden Einwohner 50,10 Gulden a.s.f.
Auf erstatteten Vertrag wird nun beschlossen die Besoldung des Schultheißen folgender Maßen zu regulieren, zumalen da die oben aufgeführte Besoldung bei den vielen Anforderungen der Neuzeit in keinem Verhältniß zu den vielen Leistungen steht.
Als Schultheiß 50 Gulden
Als Rathschreiber 15 Gulden
für Schreibmaterial 10 Gulden
zusammen 75 Gulden vom 1. Januar 1873 an (gestrichen und neu vom 1. Juli 1872 an).
Zur Beurkundung Gemeindrath Braun Schneider Kappler Mast
& Bürgerausschuß Bohnet Döttling Hofer
Randbemerkung zum 1. Eintrag vom 27 Decber 1872, schlecht lesbar
Den 11, Janr. 1873
Aus Anlaß der heutigen Rechnungsabhör hat der Oberamtrat gemäs Ministerial Vorschrift v. 19. Decb. 1872 nebigen Beschluß der beiden bürgerlichen Collegien mit welcher der Schultheiß und Rathsschreiber Braun in Rüksicht auf die geringe Einwohnerzahl der hiesigen Gemeinde vollents? einverstanden ist, x vorgetragen mit der Ab?, daß die Besoldung Erhöhung vom 1. Juli 1872 be? fortgehalten werde.
Zur Beurkundung Gemeinderath Schneider Mast Kappler Schwemmle & Bürgerausschuß Bohnet Hofer Döttling Mast

27. Dezember 1872
Bei der heutigen Verhandlung bringt der Ortvorsteher den K. Oberamts-Erlaß vom 16. Dezember und die K. Verordnung Regblt. v. Jahr 1872 Seite 392 betreffend die Belohnung der Verwaltungsaktuere zur Sprache, nach welchem derselbe bei Verrichtung am Wohnort ein Tagegeld von 3 Gulden , bei Geschäften außerhalb des Wohnorts für Arbeit, Zehrungs und Reiseaufwand bei mindestens 8 Stunden 5 Gulden, bei kürzerem Zeitaufwand 4 Gulden berechnet werden darf.
Da deßen Besoldungsverhältniße aber erst vor einigen Jahren neu reguliert wurde, auch ein Antrag auf Aufbesserung bis jetzt nicht reingekommen ist, so wird beschloßen deßen Belohnung bis ein weiterer Antrag gestellt ist beim alten zu belaßen.
Gemeinde & Stiftungsrath Braun Schneider Kappler Mast

27. Dezember 1872
Der Ortsvorsteher verliest in heutiger Sitzung den K. Oberamts-Aufruf in Kar 151 d. Gränzer betreff eine Beisteuer für die Bewohner der Ostseeküste welche den Sturm vom 12./13. v. Monats auf schreckliche Weise heimgesucht hat.
Der Gemeinderath & Stiftungsrath beschließt betreffenden Verunglückten einen Beitrag von 5 Gulden und zwar zur Hälftig aus der Stiftung Hälftig aus der Gemeindecaße zu entnehmen.
Zur BeurkundungGemeinde & Stiftungsrath Braun Schneider Kappler Mast
Bürgerausschuß Bohnet Hofer Döttling

Verhandelt den 14 Janur 1873
Königl. Oberamth-Erlaß zu Folge im Gränzer Par 4 v. 1873 wird nach der Bauordnung Art 83 Instruktion § 57 und 58 folgende Personen zur Bauschau gewählt
Friedrich Bäuchen Zimmermeister v. Untermusbach, Gemeinderath Fried. Schwemmle von hier und wurden sogleich beeidigt.
Zur Beurkundung Schultheiß Braun
Randbemerkung: und 3tens Joh. Georg Kappler Unterschrift Schwemmle Kappler, als Ersatzmann Maurermeister Geißer hier Unterschrift fehlt

24 Febr. 1873
In heutiger Sitzung der bürgerlichen Colegien wurde beschloßen die sogenannte Eichholzgasse welche gar nicht mehr fahrbar ist neu herzustellen, zu dießem Zweck sind wenigsten 100 Waagen voll Steine nöthig, welche im Feld des Joh. Martin Döttling größtentheils gewonnen werden.
Döttling ist erbötig von seinem Feld 1/2 Viertel abzutretten und fordert für betreff 1/2 Viertel 40 Gulden, welche demselben von dem Gemeinderath und Bürgerausschuß bewilligt wird.
Unterschrift Verkäufer Döttling
Randbemerkung: 20 f auf den 1 Juli 1873 zur Ausbezahlung der Gemeindecaße angewiesen
Betreff der Steine sollen zum Brechen der Maurer Michael Geißer von hier gegen ein Taggeld von 1 Gulden übertragen werden, deßen Kosten, sowie der Ankauf des Feldes, von der Gemeindecaße getragen werden, alles Übrige aber die Steineabfuhr, schlagen und einlegen solle durch die Bürgerschaft unendgeltlich besorgt werden.
Zur Beurkundung
Gemeinderath Braun Schneider Kappler Schwemmle Mast
& Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast

Verhandelt den 25 März 1873
Da seit dem 30 Juni d. Jahres wieder der Pacht in Betreff der Farrenhaltung abläuft, so wurde in heutiger Sitzung der bürgerlichen Colegie beschloßen denßelben jetzt schon auf eine Reihe von Jahren zu verpachten, damit dem Pächter Gelegenheit gegeben wird den Einkauf deßelben rechtzeitig zu besorgen. Bedingungen sind folgende:
Der Pächter hat den Einkauf des Farren selbst zu besorgen, so daß derßelbe jährlich den Steigerungspreiß erhällt, sonsten aber lediglich nichts anzusprechen hat.
2. Muß immer ein tüchtiger Farren vorhanden sein, und wenn derßelbe nicht mehr tauglich erfunden wird, muß derßelbe auf seine Kosten einen anderen tauglichen anschaffen. Bei heutiger Abstreichverhandlung erhällt denßelben auf 3 Jahre vom 30 Juni 1873 bis 30 Juni 1876 Johann Georg Kappler Bauer hier um jährlich 125 f. Unterschrift Kappler
Genehmigt Gemeinderath Braun Schneider Mast Schwemmle & Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast

Verhandelt den 1 Mai 1873
Der Ortsvorstand trägt in heutiger Sitzung der bürgerlichen Colegien vor daß die Straße von Untermusbach bis zur Markungsgrenze Reichenbach auf den 30 Juni d.J. wieder zur Unterhaltung fällig wird.
Der Gemeinderath beschließt Betreffende Straße mit Einschlüße der neuen Hirschkopfstraße in Bälde wieder auf die Dauer von 6 Jahren vom 1 Juli 1873 bis dorthin 1879 im öffentlichen Abstreich an tüchtige Unternehmer in Akkord zu geben.
Gemeinderath Braun Schneider Kappler Schwemmle Mast

Verhandelt den 14 Mai 1873 
Nachdem unter dem 1 Mai d. J. beschloßen wurde die Straße über die Ortsmarkung von Untermusbach bis zur Markungsgrenze Reichenbach wieder auf die Dauer von 6 Jahren zur gehörigen Unterhaltung in Accord zu geben, so wurde heute, nach dem dießes Vorhaben im Gränzer Par:   zweimal und im hiesigen ort gehörig bekannt gemacht wurde zur Abstreichsverhandlung geschritten, und folgende Bedingungen zu Grunde gelegt:
1. Betrreffender Accord fängt an den 1 Juli 1873 und endet am 30 Juni 1879 ist also gültig auf 6 Jahre.
2. Jeder Steigerer welcher Straßentheile erhällt hat für das erforderliche Material bestehend in guten Kalksteinen auf seine Kosten selbst zu sorgen, dießelben müßen jeden Jahr nach Vorschrift des He. Amtsbaumeister oder auch des Schultheißen ausgeführt und auf die äußerste Seite der Straße auf Haufen mit je 7 Ct gesetzt werden, jedes mal so verkleinert daß selbige durch den Controllering fallen, und bei günstiger Witterung jeden Jahres aber im Herbst Oktober oder anfangs November eingelegt werden müßen.
Ferner das Morast abziehen, wegschaffen deßelben, Nebenweege gehörig herzustellen, sowie den Baumsatz an der Straße ist mit in den Accord begriffen.
3. Jeder Steigerer hat einen tüchtigen Bürgen als Selbstschuldner und Selbstzähler zu stellen, welcher für die Pachtverbindlichkeit so gut als der Pächter zu haften hat.
4. Wenn ein Acordant de Straße seine Schuldigkeit nicht gut, oder die vorgeschriebenen Defegte nicht erledigt, da 0 Execution angeordnet würde so hat der Bürge so gut als der Acordant dafür einzustehen.
5. Die Ausbezahlung des Steigerungspreißes geschieht wenn alle Defegte erledigt und die Straße in gutem Zustand ist jedes Jahr auf den 1 Juli und zwar am 1 Juli 1874 das 1te mal. Unter dießen Bedingungen welche den erschienenen Liebhaber deutlich vorgelesen wurde, wurde ausgebotten:
von Par 0 bis Par 4 nebst der Zweigstraße gegen Untermusbach mit 92 Ruth dießelbe hat erhalten zu 17 f Adam Seeger v Untermusbach,
v. Par 4 bis Par 8 sind es 83 Ruth hat erhalten Fried. Hofer hier um j 20 f,
von Par 8 bis 12 sind es 83 Ruth hat erhalten Ochsenwirth Schittenhelm in Untermusbach um jährlich 20 f,
von Par 12 durch den Ort bis zur oberen Brüke sind es 78 Ruth hat erhalten j Adam Bohnet um jährlich 20 f,
von der oberen Brüke bis zu Par 14 sind es 59 Ruth, hat erhalten Fried. Hornberger v. Untermusbach um 20 f 30 K,
von Par 14 – 19 sind es 109 1/2 Ruth hat erhalten Christian Seeger hier um 33 f,
von Par 19 bis 24 sind es 108 Ruth hat erhalten Joh. Bäuerle v.Untermusbach 28 f 30 K,
von Par 24 – 31 sind es 150 Ruth, hat erhalten Franz Ziefle v. Untermusbach 30 f,
von Par 31 bis 37 sind es 133 Ruth hat erhalten Joh. Mast hier um 32 f 30 K,
von Par 37 bis 43 sind es 112 Ruth hat erhalten Fried. Schwemmle hier um 34 f,
von Par 43 bis 48 sind es 130 Ruth hat erhalten Johannes Bäuerle v. Untermusbach 30 f,
von Par 48 bis 54 sind es 135 Ruth hat erhalten Johannes Bäuerle v. Untermusbach 30 f,
von Par 54 bis 60 sind es 132 Ruth hat erhalten Fried. Schwemmle hier um 30 f,
von Par 60 – 65 sind es 111 Ruth hat erhalten Fried. Hofer hier um 35 f,
von Par 65 bis 70 sind es 100 Ruth hat erhalten Adam Schittenhelm in Untermusbach um j 33 f,
vom neuen Hirschkopfsträßchen vom Staatswald aufwärts hat erhalten 100 Ruth Franz Ziefle v. Untermusbach 50 f,
den mittleren Theil mit 100 Ruth hat erhalten Fried. Schwemmle hier um 50 f,
den 3ten Theil mit 100 Ruth hat erhalten Anderens Schneider v Reichenbach um j 40 f.
Genehmigt Gemeinderath Braun Schneider Kappler Schwemmle Mast
Anmerkung der Redaktion: in Summe jährlich 495 Gulden 30 Kreuzer Straßenbaukosten. 

Den 2 Juni 1873
erklärt die Ochsenwirth Seegers Wittwe hier Franziska geb. Frey der Würtembergischen Feuerversicherungsgesellschft folgende Versicherung ihres Mobilars:
Gold Silber Schmuksachen 60 f,
Bücher 25,
Gemälde, Kupferstich 20,
Betten und Zubehör 400,
Kleider und Leibweißzeug 300,
Leinwand Tischzeug Teppiche 300,
Schreinwerk 200,
Musikalische Instrumente 200,
Küchengeschirr 250,
Faß & Bandgeschirr 300,
Gemeiner Hausrath mit inbegriff v. Spiegeln & Standuhren 300,
Mundvorrath 200,
Brenmaterial 100,
Halmfrüchte an Stroh 900,
Stroh ausgedroschen und ungedroschener Frucht 400,
Futter 1000,
Flachs & Hanf 100,
Gaisen Wagen Schlitten Sattel Reitzeug Pferd & Ochsengeschirr 400 f,
Summe 5455 f (9351 M 43 Pf).
Welcher Antrag genehmigt wird Gemeinderath Braun Schneider Kappler Mast Schwemmle

25. Juli 1873
Verhandelt vor dem Gemeinderath. 
Demselben wird in heutiger Sitzung der Königl. Oberamtsgerichtliche Erlaß im Gränzer 81 die Güterbuchsführung betreff vorgelesen, worauf die Wahl eines Güterbuch-Akteurs hier vorzunehmen wäre, da ein Pfandhulfsbeamter hier nicht vorhanden ist.
Es wird nun von dem Gemeinderath beschloßen die Führung der Güterbücher dem He. Verwaltungsakteur Bukenberger in Freudenstadt in Zukunft zu übertragen.
Ferner nach einem Erlaß des Königl. Oberamtgericht und K. Oberamt vom 21. Juli d.J. Gränzer 85 ist angeordnet, daß in den Güterbuch von der Gemeinde künftig das Metermaß anzuwenden ist, und daß die bisherigen Maßangaben in das neue Maas nach der in der Ministerilverfügung des Inneren und der Justitz vom 8. Juli 1873 näher angegebenen Vorschriften umgerechnet werden soll.
Es wird nun von dem Gemeinderath beschlossen, den He. Oberamtsgeometer Reinweiler von Böblingen welcher ohnedieß in Geschäften hierher kommt dieße Arbeit zu übertragen.
Randbemerkung: mit 2 Auszug, 18. August 1 an das K. Oberamt, 1 K. Oberamtgericht,
wurde nicht genehmigt sondern dem He. Amtspfleger Bukenberger in Freudenstadt übertragen.
Gemeinderath Braun Schneider Kappler Mast Schwemmle

Verhandelt den 15 August 1873
In der heutigen Sitzung bringt der Schultheiß zur Sprache, daß der Schulmeister seinen Bedarf an Brennholz noch nicht hat und dringt auf Beischaffung deßelben.
Es wird nun verabredet daß wieder wie fernd?
Schultheiß Braun 1 1/4 Claft,
Wittwe Ziefle 1,
Ochsenw Seeger 1 1/4,
Georg Kappler 3/4,
Gemeinepf Schneider 1,
jung Bohnet 3/4,
alt Bohnet 3/4,
Joh. Mast 1 Claft,
Schwemmle 3/4 Clafter
sogleich beiführet.
Ferner den Bedarf an Rathhaußholz kam man dahin überein daß der Ortsdiener & Waldschütz welcher das Rathszimmer bewohnt für Heizung mit Einschluß der Beischaffung von dem nüthigen Brennholz auf das Jahr 1873/74 4 f aus der Gemeindecaße erhält.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Kappler Schwemmle Mast

Verhandelt den 2 Oktober 1873
Nach einem Königl. Oberamts-Erlaß vom 17 Sebt Gränzer 110  soll in Gemäßheit des Artikel 7 des Gesetzes vom 28 April d. J. betreff. die Grund und Gewerbesteuer und Gebäudesteuer behufs der Berufung in die Bezirksschätzungskomißion für Betreff Gemeinde einen sachverständigen Ortsschätzer zur Grund Gebäude und Gewerbesteuer gewählt werden.
In heutiger Sitzung des Gemeinderaths wurde für alle 3 Quellen der Gutsbesitzer & Gemeinderath Fried. Schwemmle für hier gewählt.
Die Annahme der Wahl Unterschrift Schwemmle
als Ersatzmann Gemeinderath Georg Kappler Grenzer Par 124 Unterschrift Kappler
Z B Gemeinderath Braun Kappler Schneider Mast

Verhandelt den 12 Novber 1873
Dem ledigen hießigen Bürger Johannes Mast, welcher sich demnächst mit Christina Blocher v. Beuren O/a  Nagold verehlichen will wird bezeugt:
1. daß derßelbe ein gutes Prädikat besitzt2. an Vermögen 1000 f
3. noch nie gestraft wurde.
ZB Gemeinderath Braun Kappler Schneider Schwemmle Mast

29. November 1873
Die Wittwe des am 8. Febr. 1871 gestorbenen Martin Ziefle, Anna Maria geb. Schillinger welche sich im Laufe der nächsten Woche wieder zu verehlichen gedenkt wird Behufs ihrer dispensation in geschloßener Zeit sich mit Johannes Schanz, lediger Bauerssohn v. Thumlingen trauen zu laßen bezeugt.
1. daß dieselbe ein gutes Prädikat besitzt, daß dieselbe
2. an einem Vermögen 10.000 Gulden besitzt
3. daß der beabsichtigten Verehlichung mit genannten Johannes Schanz lediglich kein Himderniß im Weege steht, da derselbe hier als Bürger aufgenommen ist und der Nahrungsstand gesichert ist.
Z B Gemeinderath Braun Schwemmle Kappler Schneider Mast

9. Dezember 1873
Auf Grund vorgelegten Zeugnißes des Johannes Schanz welcher ein Vermögen von 6000 Gulden bezeugt ist vom Gemeinderath Thumlingen wird dieser heute als Bürger, nachdem er sich mit der Witwe des Joh. Martin Ziefle hier verehlicht hat angenommen gegen Entrichtung der Spartalgebühr für den Gemeinderath mit 3 Gulden Regblt. v. Jahr 1833 Seite 521.
Zur  Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Kappler Schwemmle

Verhandelt den 18 Decber 1873
Nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 6 Juli 1849 wurde heute die Gemeinderathswahl vorgenommen.
Die Wahlcomißion bestand aus dem Gemeindevorsteher, dem nach der Sitzordnung 1ter Gemeinderath Schneider und dem Bürgerausschuß-Obmann Bohnet.
Nachdem nun sämtliche Wahlfähige Bürger mit Ausnahme eine einzigen Wähler nicht erschienen ist alle abgestimmt hatten fiel das Ergebniß dahin aus, daß der Gemeinderath Johannes Mast welcher austretten mußte mit 8 Stimmen wiedergewählt wurde.
Für den am 30 April d. J. gestorbenen Johann Adam Bohnet, Gemeinderath wurde Christian Fried. Hofer mit 5 Stimmen erwählt, weitere Stimmen erhielten Adam Bohnet 4, Johannes Schanz 1 Stimme.
Zur Beurkundung Ortsvorstand Braun Gemeindepfleger Schneider Obmann des Bürgerausschuß Bohnet
Randbemerkungen: Der Gemeinderath besteht nun aus Schultheiß Braun, Gemeinderath Schneider Kappler Schwemmle Mast Hofer.
Betreffende haben sich zur Annahme der auf sie gefallenen Wahl bereit erklärt. Unterschriften Mast Hofer
Die Beeidigung des Hofer am 13 Janur 1874 Unterschrift Hofer
Mast wurde auf seinen früheren Diensteid ausdrücklich hingewiesen.

Verhandelt den 18 Decber 1873
Nach dem Ruggerichts-Rezeßbuch Seite 7b soll der Bürgerausschuß wieder ergänzt werde, und nachdem Fried. Hofer seitheriges Bürgerausschuß-Mitglied in Gemeinderath gewählt wurde, wurde eine Neuwahl des Bürgerausschußes unter Wahlcomision Rathschreiber Braun vom Bürgerausschuß aus der auszutretenden Hälfte vorgenommen.
Neu in Bürgerausschuß wurde gewählt Johannes Schanz 31 Jahre alt, Christian Seeger Säger hier 42 Jahre alt. Es besteht sonach der Bürgerausschuß Adam Bohnet Obmann, Johannes Mast Schreiner, Martin Döttling Schuster, Johannes Schanz Bauer, Christian Seeger Säger hier.
Zur Beurkundung Wahlcomision Ortvorsteher Braun
Austretenden Bürgerausschuß Unterschrift Hofer Mast

Verhandelt den 18 Decber 1873
Wie aus vorheriger Seite ersichtlich ist wurde Fried. Hofer in den Gemeinderath gewählt.
Zur Annahme der auf Hofer gefallenen Wahl unterliegt keinem Anstand. Bei meiner Erwählung in den Gemeinderath ist gesetzlich das Hinderniß, daß ich mit dem Gemeinderath Johannes Mast verschwägert bin, da meine Frau deßen Schwester ist.
Ich bitte daher ein Königl. Oberamt mich von dießem Hinderniß zu dispenzieren. Unterschrift Hofer
Der Gemeinderath hier stellt ebenfalls an das Königl. Oberamt die gehorsamste Bitte, dem Wunsch des Hofer zu entsprechen da bei der geringen Bürgerzahl eine weitere Wahl sehr schwer wäre, und da Hofer ein ganz gutes Prädikat besitzt, mit dem Haushalt der hießigen Gemeinde als Bürgerausschuß schon längst bekannt ist, und derßelbe unser bestes Zutrauen genießt, so bitten wier selbst auch um Gewährung der nachgesuchten Dispersacion des Hofer.
zB Gemeinderath Braun Schwemmle Kappler Schneider
Randbemerkung: Erlaß des Königl. OberamtHirnach wird die nachgesuchte Dispensacion auf Grund des Art 8 Abs 5 d. Gesetzes vom 6 Juli 1848 erteilt.
Freudenstadt den 5 Januar 1874 Unterschrift K Oberamt Bames

Verhandelt den 16 Feber 1874
Johannes Schanz Ehenachfolger des Bauern Joh. Martin Ziefle erklärt der Würtemb-Privat Feuer-Versicherungsgesellschaft zum Behufe seiner Versicherung gegen Feuerschaden folgendes:
Gold & Silbergeräte 40 f,
Bücher 25,
Gemälde Kupferstich 12,
Betten und Zubehör 500,
Kleider und Leibweißzeug 290,
Leinwand Tischzeug Teppich 250,
Schreinwerk 260,
Küchengeschirr 80,
Faß & Bandgeschirr 50,
Gemeiner Hausrath Spiegel & Uhren 100,
Mundvorrath 300,
Brennmaterial 100,
Schweine 50,
Halmfrüchte ohne Stroh 700,
Stroh aus gedroschener & ungedroschener Frucht 500,
Futter 600,
Flachs & Hanf 50,
Gaisen Wägen Schlitten Sattel und Reitzeug Pferd & Ochsengeschirr Baumans Fahrniß aller Art 400 f.
Summe 4307 f.
Mit 4307 f zur Versicherung genehmigt.
Gemeinderath Braun Schneider Kappler Schwemmle Hofer

Verhandelt den 28 Mai 1874
der Weeg gegen Igelsberg bei dem Hauße des Johannes Schanz ist so verdorben daß derßelbe nicht mehr zu paßieren ist, es werden deßhalb zu deren Ausbeßerung 40 Roßlasten Kalksteine heute zur Beifuhr im Abstreich verliehen. hat erhalten der Roßlast mit 7 Centner zu 45 Kr, Johannes Schanz Bauer hier.
Unterschrift Schanz
Ferner in den Weeg gegen Hallwangen Rank genant sind ebenfalls 40 Roßlasten erforderlich dießelbe hat zur Beifuhr erhalten Johannes Schanz Bauer hier zun 45 Kr pro Roßlast mit 7 Centner. Unterschrift Schanz
Vorstehenden Accord genehmigt Gemeinderath Braun Schneider Schwemmle Kappler Hofer

Verhandelt den 2 Juni 1874
Da der Schulmeister Bach hier auf Aufbereitung seines Schulholzes dringt so wird solches dem Jakob Schneider hier um zusammen 8 f übertragen.
Ferner wurde mit Jakob Schneider wiederholt ein Accord abgeschloßen daß derßelbe für Heizung des Rathhaußen auf das Jahr vom 1 Juli 1874 bis 1 Juli 1875 4 f aus der Gemeindecaße erhält. Derßelbe hat für das Holz selbst zu sorgen.
zB. Gemeinderath Braun Schneider Hofer Kappler Schwemmle
Randbemerkung: Vorstehender Vertrag wird auf den 1 Juli 1875/76 verlängert unter Blt 63
b.Gemeinderath Braun

11. Juli 1874
Mit der Anstellung des HE. Schulmeister Bach hier vom 27. Januar 1871 wurde das Rathhaus in das Haus der Frau Ochsenwirth Seeger Wittwe verlegt und da dieselbe das Haus auf ihre Kosten mit Ausnahme des Weißens der Rathstube ganz unterhält, bei einer neulich stattgefundenen Reparatur viele Kosten gehabt hat, so hat dieselbe schon mehrmals um eine Hausmiete nachgesucht.
In heutiger Sitzung wurde deshalb von Gemeinderath und Bürgerausschuß beschloßen der Ochsenwirth Seeger Wittwe auf die verfloßenen 3 Jahre 1. Juli 1872 73 & 1874 jedes Jahr 10 Gulden aus der Gemeindecasse zu verwilligen und auf fernere Jahre alle Jahr auf den 1. Juli den Betrag von 10 Gulden aus der Gemeindecasse zu verwilligen wogegen betreff. Wittwe die Unterhaltung des Hauses übernimmt mit Ausnahme des Weißens der Rathstube.
Selbstverständlich ist, daß der Gemeinde wie der Frau Ochsenwirthin eine 1/4 jährige Kündigung jederzeit zusteht.
Ferner verließt der Ortsvorstand eine Abschrift des Ministerium des Inneren Abtheilung für den Straßen und Wasserbau unter Par 3056 vom 20. Juni 1874 wonach eine neue Straße von Hopfau nach Nekerhaußen gebaut werden solle mit einem Kostenaufwand von 20790 Gulden 48 Kreuzer und es solen einzelne Gemeinden hierzu Beiträge verwilligen.
Wenn auch in der Eingabe vom 20. Mai 1872 vom hiesigen Gemeindrath unterschrieben wurde betreff Straßenbau nach Kräften zu unterstützen so hätte die Gemeinde einen kleinen Beitrag gegeben, allein da jetzt die Eisenbahn uns auf 1/2 Stunde in die Nähe kommt, die hiesige kleine Gemeinde ohne dieß schon beiläufig 1 1/2 Stunden lange Straße zu unterhalten hat, so daß sich der Gemeindeschaden jetzt schon auf 1800 Gulden beläuft betreff Straße für uns keinen Werth mehr hat, so kann auch aus Gemeindemitteln hier kein Beitrag mehr zu betreff Straßenneubau in Ausicht gestellt werden.
Gemeinderath Braun Kappler Schneider Hofer Mast Schwemmle
& Bürgerausschuß Bohnet Schanz Döttling Mast

29. Juli 1874
Der Ortsvorstand bringt in heutiger Sitzung den Erlaß des Köngil. Oberamtspfisikat in Par 71 d. Gränzer zur Sprache, wonach derselbe beantragt denjenigen Hebammen des Bezirks welche nur einige Gulden Belohnung aus öffentlichen Kassen beziehen in lieberaler Weiße eine Entschädigung ihres Lohns zu gewären.
Die für hier und Untermusbach bestellte Hebamme Anna Maria Mast v. Untermusbach hat sich schon öfters wegen ihrem geringen Lohn beschwerd, sie beziehe von Untermusbach 1/2 Clafter Holz und 2 Gulden aus der Gemeindecasse, von Obermusbach jährlich 5 Gulden.
In Anbetracht der Anforderungen in dem aufopfernden Berufe beschließt der Gemeinderath der Hebamme Mast von Untermusbach vom Juli 1874 an jährlich 8 Gulden aus der Gemeindecasse zu verwilligen.
Bürgerausschuß Schanz Döttling Bohnet Mast
Gemeinderath Braun Schneider Kappler Hofer Schwemmle

15. August 1874
Dem Gemeindepfleger Schneider soll ein Gemeinderäths-Prädikat Vermögen und Vorstrafenzeugniß ausgestellt werden.
Beschluß
Dem Schneider zu bezeugen, daß derselbe ein ganz gutes Prädikat besitzt,
am Vermögen 50.000 Gulden. Hinsichtlich der Vorstrafen auf das Verzeichnis verwiesen wird.
Z B Gemeinderath Braun Kappler Mast Schwemmle
25. November 1874
Köngl. Oberamtsgerichts-Auftrag zu Folge soll dem Schreiner Johannes Mast hier ein gemeinderäthliches Prädikat Vorstrafen und Vermögenszeugniß ausgestellt werden.
Es wird beschloßen dem Mast zu bezeugen daß derselbe ein gutes Prädikat besitzt und einen ordentlichen Wandel führt.
Hinsichtlich der Vorstrafen wird sich auf die Übersicht des Strafprotokoll verwiesen.
Was das Vermögen der Mastschen Eheleute betrifft so wird solche auf 2400 Gulden angeschlagen.
Z B Gemeinderath Braun Schwemmle Kappler Schneider Mast

Ermittelt und aufgeschrieben von Hans Rehberg.

Die Jahre 1875 bis 1884 sind auf der nächsten Seite.