Obermusbach vor dem großen Brand 1822.
Über 60 Besucher
konnte Ortsvorsteher Züfle zum Vortrag von Dr. Jürgen Wurster im
Bürgerhaus begrüßen.



Neben zahlreichen
Musbachern Bürgern waren auch Gäste aus den Murgtalgemeinden,
Wittendorf und Schopfloch gekommen.
Anhand von mehreren
Tabellen zeigte Dr. Wurster die Besitzer der Obermusbacher
Lehenshöfe ab 1600 bis heute. Grundlage für diese Nachweise war
unter anderem eine Tabelle des Klosteramtes Reichenbach als
Lehensherr über den Grundbesitz aus den Jahr 1769. Weitere Nachweise
der Vorbesitzer waren über das Lagerbuch (Steuer- und Grundbuch) von
1667, das Brandprotokoll von 1822 und die Lehensablöse-Verträge aus
den Jahren 1839/43 möglich.


Interessant waren
die detaillierten Aufstellungen der Lehensverpflichtungen an das
Kloster Reichenbach. Neben Bargeld musste damals auch Naturales
abgeführt werden, z. B. jährlich 1 altes und 1 junges Huhn.
Besonders
problematisch war es zu dieser Zeit, wenn als Erbschaftssteuer das
beste Stück Vieh oder das beste Kleid abgeliefert werden musste. Was
machte eine Tageslöhnerfamilie, die beim unerwarteten Tod des
Ernährers nun auch noch die einzige Ziege dem Lehensherren abliefern
musste?
Dr. Wurster erhielt
von den aufmerksamen Zuhörern nach seinem Vortrag herzlichen Beifall
und von OV Züfle einen Korb mit Musbacher Produkten.
Organisator Hans
Rehberg hatte noch eine kleine Ausstellung von Kopien alter in
Kurrentschrift geschriebene Dokumente aus dem Musbacher
Gemeindearchiv und alter Württemberger Karten zusammengestellt.
Reges Interesse fand auch die Präsentation von alten Fotos der
Familie Hamma. Sie zeigten einen Einblick in das Dorfleben aus den
Jahren 1904 – 1935.
Lebhaft
diskutierten die Zuhörer im Anschluss noch über vergangene Zeiten.
Aus dem Getränkeverkauf werden 62,- € im Herbst zur Anschaffung von
Blumenzwiebeln für die Dorfverschönerung verwendet.

Links Hans Rehberg, rechts Dr.
Wurster
Dr.
Wurster ist ein anerkannter Heimatforscher, der in den letzten 20
Jahren die Geschichte seiner Vorfahren und die Geschichte vom
Kloster Reichenbach erforscht und im Internet unter www.klosteramt-reichenbach.de
veröffentlicht hat.
Fotos
aus Obermusbach 1905 bis 1932
|